Sicherheits-Fahrtraining für Senioren – eine gute Idee

Praktische Übungen standen auf dem Programm des Fahrtrainings für Senioren. (Foto: Ilona Döring)

Ralf Henneberg: Mobilität möglichst lange erhalten

ALTWARMBÜCHEN (ti). Er kann sich vorstellen, dass ein Bedarf auch woanders bestehen könnte, die Nachfrage sprach jedenfalls dafür. Ralf Henneberg, zuständig für Seniorenangelegenheiten in der Gemeinde Isernhagen, hat den Versuch gestartet und ein Sicherheitstraining für Senioren angeboten. Alle Beteiligten zeigten sich am Ende zufrieden, auch Sicherheitstrainer Holger Borkenhagen aus der Wedemark, der ebenfalls zum ersten Mal ein solches Training durchführte.
Es ging nicht darum, Führerscheinwissen abzufragen, sondern es kam darauf an, durch Üben und die Diskussion vieler Fragen älteren Menschen mehr Sicherheit beim Autofahren zu vermitteln. Sie seien nicht besonders auffällig in der Unfallstatistik, sagte Henneberg, aber es solle ihnen möglichst lange ein Stück Mobilität erhalten bleiben.
Zwölf Senioren im Alter von 65 bis 84 Jahren, mehr Frauen als Männer, hatten sich am Sonntagmorgen auf dem Parkplatz eingefunden, den das Modehaus Adler zur Verfügung stellte. Die ehrenamtliche DRK-Ortsgruppe Isernhagen stand für die Versorgung mit Essen und Trinken bereit.
Die Erwartungen wurden abgefragt und die Erfahrungen mit dem eigenen PKW, den jeder Teilnehmer mitgebracht hatte. Ehe es an erste Bremsübungen ging, wurde die richtige Sitzposition („Hände 9 Uhr 15- nicht in die Speichen greifen“) besprochen, die manchem Teilnehmer schon die Korrektur alter Gewohnheiten abforderte. Den Wagen nach einer kurzen Bremsbereitschaft zum Stehen zu bringen wurde geübt. Eine Vollbremsung musste sein, um zu sehen, wie das Fahrzeug reagiert. Die langen Erfahrungen mit dem PKW lassen Ältere jedoch meist die Fahrsituation vorwegnehmen, war Fahrtrainer Borkenhagen sich sicher, etwa wenn Kinder am Straßenrand auftauchen. Die Bremse wird dann schon im Vorhinein und nicht so abrupt betätigt. Das richtige Einparken gehörte ebenso zum „Unterricht“ wie die Erläuterungen zu den Reifen. „Winterreifen ja oder nein“, wurde diskutiert, die einfache Regel von O bis O (Ostern bis Oktober) braucht bei den neuen Reifen nicht mehr zu gelten. Bei den Ganzjahresreifen kommt es auf die Profilstärke an. Und wo Schneeketten verlangt werden, müssen sie auch angelegt werden. Das und noch viel mehr konnten die Teilnehmer an diesem Tag lernen. „Der Fahrtrainer kann einfach alles“, meinte eine Dame am Schluss begeistert. Es sei spannend gewesen, mitzumachen. Und alle seien gut drauf gewesen.