Sicherheit im Radverkehr geht voran

Der grobe Schotter auf den Wirtschaftswegen zwischen Oldhorst und Engensen wird schnell zur Rutschpartie. Ist er durch intensive Befahrung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen erst einmal zerkleinert, bildet sich eine feste, gut befahrbare Oberfläche für den Rad- und Fußgängerverkehr in der Feldmark. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Der linke Seitenstreifen auf der Autobahnbrücke über die A7 in Richtung Wietze-Siedlung wird im Herbst befestigt, sodass Radfahrende auf beiden Seiten ohne „Zähne klappern“ über die Brücke kommen können. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Grüne monieren sanierte Schotterwege/Würmseekreuzung entschärft

Großburgwedel (bgp). Das Thema Radwege beschäftigte den Rat in seiner Sitzung in der zweiten Juliwoche. Ratsherr Erwin Fette (Bündnis 90/Die Grünen) trug die Kritik seiner Fraktion an der Schotterbefestigung auf bereits sanierten Wirtschaftswegen vor. Die auch im Radwegenetz der Region Hannover ausgewiesenen Wege seien für Radfahrende und Fußgänger so nicht nutzbar.
„Der dort verwendete Aufbau ist zumindest in der nächsten Zeit nicht für andere als für schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge geeignet“, monierte Fette in der Anfrage der Grünen. Der neue grobe Schotter führe dazu, dass Kinder und unerfahrene Radfahrer mit „Normalrädern und Lastenrädern“ Schwierigkeiten beim Lenken und Bremsen hätten, da man in den Untergrund einsinke und die Oberfläche instabil sei.
Die Steine würden durch häufiges Befahren mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen zerkleinert und bildeten erst weitaus später eine feste befahrbare Oberfläche für den Rad- und Fußgängerverkehr. Als Beispiel führte er die Verbindung vom Oldhorster Kreisel durch die Feldmark in Richtung Engensen an. „Eine solche Wege-Erneuerung ist der wohl auch in Burgwedel angestrebten Mobilitätswende nicht förderlich“, kritisierte Erwin Fette.
Der städtische Bauamtsleiter Oliver Götze führte aus, dass rund 80 Kilometer Wege im städtischen Eigentum über das ganze Stadtgebiet verteilt liegen. Eine Rücksprache mit den Realverbandsvorsitzenden habe ergeben, dass rund 60 Kilometer davon relativ intensiv durch die Landwirtschaft abgenutzt werde. „Wir haben in unserem Haushalt rund 120 Tausend Euro für die Sanierung der Wirtschaftswege eingeplant gehabt und wollen dieses auch umsetzen“, so Götze.
Aus Kostengründen habe man sich aber für eine Lösung entschieden, die über die Jahre nachhaltiger sei: „Wir haben bisher häufiger und regelmäßiger schadhafte Stellen ausgebessert, indem wir sie aufgefüllt haben.“
Laut Götze werden die Wirtschaftswege nach und nach mit einem „Dachprofil“ ausgeführt. Dazu wird eine dicke Packlage an entsprechendem Schottermaterial mit eingebaut. „Wir erhoffen uns damit eine gewisse Stabilität über die Folgejahre“, argumentierte er.
Der im Herbst 2019 sanierte Trülldamm in Richtung Fuhrberg weise schon eine feste und gleichmäßige Oberfläche auf, die für Radfahrende und andere Teilnehmer gut befahrbar sei. Gleichzeitig werde der grobe Schotter durch die Befahrung an die Ränder ausgeweitet und sorge für die Befestigung der Bankette.
„Wir haben natürlich abgewogen, ob wir die Oberfläche nicht unmittelbar so herstellen können, dass sie auch für Radfahrende sofort befahrbar ist“, erläuterte Götze zur Anfrage der Grünen. Doch die obere Schicht mit Splitgemisch, das dann einzubauen wäre, würde rund 25 Euro pro laufenden Meter kosten. Im kommenden Jahr sollen 12 Kilometer saniert werden. Das bedeute Mehrkosten von 300.000 Euro zusätzlich zu der eigentlichen Summe von 120.000 Euro, die eingesetzt werden solle, so Götze.
Müssen sich Radfahrende in dem Bereich auch mit Kompromisslösungen zufrieden geben, sorgt ein Budget von 80 000 Euro, das von der Stadt für kleinere Bauvorhaben im Radverkehr vorgehalten wird, an anderer Stelle für Verbesserungen. Im Herbst 2019 fand dazu in Kleinburgwedel eine Bestandsaufnahme mit dem Fahrrad statt.
Vertreter des Ortsrates und des ADFC (Allgemeine Deutscher Fahrrad Club) nahmen die „Brennpunkte“ des Radverkehrs in und um Kleinburgwedel auf. Mittlerweile ist schon viel geschehen. Die Würmseekreuzung, auch für den Autoverkehr ein Unfallschwerpunkt, wurde für die Radfahrenden entschärft.
Bisher mussten Radelnde entlang der Kreisstraße 119 und dem Würmseeweg die Landesstraße 381 so kreuzen, dass sie in den Gegenverkehr gerieten. Nun wurden die Aufstellflächen stark erweitert und mit einer roten Pflasterung deutlich sichtbar gemacht. Ein neuer schmaler Stichweg vom Radweg an der L381 leitet die Radelnden sicher auf die Würmseestraße.
Auch die Führung des Radverkehrs auf die Kleinburgwedeler Bahnhofstraße wurde am Ortseingang entschärft. So wurde der Bordstein abgesenkt, die Einmündung des Radweges ist durch rotes Pflaster deutlich erkennbar. Zusätzliche Piktogramme verdeutlichen, dass dort der Radverkehr geführt wird.
Die Autobahnbrücke auf der Würmseestraße in Richtung Wietzesiedlung ist für Radfahrende auch nicht sehr attraktiv, da beim Fahren auf dem Kopfsteinpflaster „die Zähne klappern“. Die Seitenstreifen auf beiden Seiten der Brücke über die A7 sind nur teilweise befestigt, sodass die Radfahrenden nicht durchgängig darauf fahren können und auf das Kopfsteinpflaster ausweichen oder in einer unbefestigten Rinne am Fahrbahnrand entlang schlingern müssen.
Nach Planung der Stadt soll hier im Herbst mit einem befestigten Seitenstreifen Abhilfe geschaffen werden. Die Verbesserungen im Fahrradverkehr werden von der Stadt eng mit dem ADFC Burgwedel abgestimmt, der das laut Oliver Götze „richtig gut kann“.

Foto 0869:
Die Einmündung des Radweges an der Bahnhofstraße in Kleinburgwedel wurde mit einer neuen Pflasterung versehen. Piktogramme verdeutlichen die Führung des Radverkehrs.

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Brennpunkt Würmseekreuzung: Die breite Aufstellfläche und der gepflasterte Stichweg sorgen für sicheres Queren der L381 und Einfädeln auf den Würmseeweg. Auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Kleinburgwedel wurde die Aufstellfläche des Radweges entlang der K119 ebenfalls vergrößert und rot gepflastert.

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Der linke Seitenstreifen auf der Autobahnbrücke über die A7 in Richtung Wietze-Siedlung wird im Herbst befestigt, sodass Radfahrende auf beiden Seiten ohne „Zähne klappern“ über die Brücke kommen können.

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Der grobe Schotter auf den Wirtschaftswegen zwischen Oldhorst und Engensen wird schnell zur Rutschpartie. Ist er durch intensive Befahrung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen erst einmal zerkleinert, bildet sich eine feste, gut befahrbare Oberfläche für den Rad- und Fußgängerverkehr in der Feldmark.