Seelenwärmer für den guten Zweck

Der elfjährige Cosimo (v. l.) und Philippa (12) waren begeistert von dem großen Angebot. Sie ließen es sich schmecken und spendeten für den guten Zweck.
 
Christian Meyl (stehend) berichtete über die Arbeit des Fördervereins im ehemaligen Ostpreußen.

Johanniter-Ostpreußenhilfe veranstaltet Suppenfest zugunsten bedürftiger Menschen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Rund 100 Gäste aller Generationen sind am Sonntagmittag zum traditionellen Suppenfest der Johanniter-Ostpreußenhilfe in das evangelische Gemeindehaus gekommen. Einmal im Jahr lädt die Hilfsorganisation nach dem Sonntagsgottesdienst in der St.-Petri-Kirche zu dem Benefiz-Mittagstisch ein, dessen Erlös für bedürftige Menschen im ehemaligen Ostpreußen bestimmt ist.
Auf dem großen Buffet warteten 25 verschiedene heiße Köstlichkeiten wie Kartoffelsuppe, Kohlsuppe, feine rote Linsen ebenso wie andere Leib- und Magenwärmer, die köstliche Düfte verströmten. Auf dem Nebentisch standen 26 Nachspeisen aufgereiht, die dem köstlichen Mahl einen süßen Abschluss verliehen. Ebenso wie die Suppen waren Tiramisu und Quarkspeise bis hin zu Mousse au Chocolat gegen eine Spende zu haben.
Der Vorsitzende des Fördervereins für Johanniter-Sozialstationen in Ostpreußen, Dr. Christian Meyl, berichtete über die Arbeit der Helfenden vor Ort: In den Johanniter-Sozialstationen arbeiten ein bis zwei examinierte Krankenschwestern oder Pflegerinnen, die in Sprechstunden oder bei den Menschen zuhause eine gezielte und bedarfsgerechte Krankenpflege unentgeltlich durchführen: Von der Wundversorgung bis hin zur Hygiene-Unterweisung und Medikamentenausgabe leisten die Krankenschwestern Dienst in ihrem Einzugsbereich, der sich über die ehemaligen Kreisgebiete erstreckt.
Rund 900 Hilfsbedürftige kommen auf 230.000 Einwohner. Oftmals leben die Menschen weit auf dem Land und unter ärmsten Bedingungen. „Die Strecken sind sehr lang, die Schwestern müssten oft sehr weit fahren“, berichtet Meyl, der selbst sieben bis acht Mal im Jahr gemeinsam mit Ehefrau Sigrid gespendete Medikamente und Hilfsgüter wie Verbandsmaterial und Sanitätsartikel persönlich an die Sozialstationen übergibt. Knapp 3000 Kilometer legen sie pro Fahrt dafür in ihrem dicht bepackten Ford Transit zurück. Die nächste Fahrt ist für den 9. März geplant: „Das ist schon ein kleines Jubiläum“, sagt Meyl, der dann zum 160. Mal gen Osten aufbricht.
Von den Geldspenden schafft der Förderverein Dinge an, die in den Familien gebraucht werden: Sie bekommen beispielsweise Bettwäsche, Kleidung, sogar die Kosten für Prothesen werden übernommen, wenn das Geld nicht reicht. Die Ostpreußen-Hilfe freut sich auch über gebrauchte Rollstühle oder Rollatoren, selbst wenn diese reparaturbedürftig sind. „Wir haben dort eine Werkstatt eingerichtet, in der handwerklich geschickte Obdachlose eine Arbeit haben“, sagt der Vorsitzende. Diese prüfen und reparieren die gebrauchten Hilfsmittel, sodass sie technisch einwandfrei an Bedürftige abgegeben werden können.
Die Organisation des Suppenfestes konnte Christian Meyl nach 22 Jahren nun in die jüngeren Hände von Christian Behrendt und Magnus von Knigge übergeben. Damit wird das Suppenfest auch mehr von der nächsten Generation wahrgenommen. „Ganz viele junge Familien haben Suppen gespendet, einige von ihnen sind auch zum Fest gekommen“, sagt Meyls Tochter Donata von Knigge voller Stolz.
Gemeinsam mit ihrem Mann Magnus und dem Ehepaar Behrendt engagiert sie sich für das Fest. Unter den Gästen sei eine Familie, die erst kürzlich nach Burgwedel gezogen und begeistert von der Idee des Suppenfestes gewesen sei. Diese habe gerne Suppe gespendet und freue sich, neue Kontakte zu knüpfen, so von Knigge. Im nächsten Jahr rechnet sie mit noch mehr jüngeren Familien, wenn sich die Benefizveranstaltung erst einmal herumgesprochen hat. Diejenigen, die am Sonntag dabei waren, ließen sich all die Köstlichkeiten nach dem Tischgebet durch Pastor Jens Blume ordentlich schmecken.