„Schwein gehabt ...“

Krank und völlig dehydriert wurden die beiden Hängebauchschweine im Wald in der Gemarkung Engensen aufgefunden. (Foto: Heidi Rockahr)

Unbekannte setzen kranke Minischweine im Wald aus

ENGENSEN (bs). „Schwein gehabt“ im wahrsten Sinne des Wortes haben am Donnerstag zwei kleine Hängebauchschweine, die von Unbekannten im Wald in Höhe des Lahbergs in Engensen ausgesetzt worden waren.
Das Wettmarer Ehepaar Bruno und Heidi Rockahr entdeckte beim Hundespaziergang die beiden Tiere. „Eine Spaziergängerin kam uns entgegen und berichtet, sie habe zwei Schweine am Waldrand entdeckt“, so Heidi Rockahr. „Da waren wir natürlich neugierig, um was es sich dabei wohl handelt“, schmunzelte die erfahrene Jägerin und Hundeführerin.
Auf den ersten Blick war dem Ehepaar klar, dass es sich dabei nicht um Wildschweine, sondern um kleine Minischweine handelte. „Die Tiere sahen sehr schlecht aus und hatten keine Scheu vor uns, waren also offensichtlich an Menschen gewöhnt“, erzählte Bruno Rockahr, der sich sofort mit der Polizei in Verbindung setzte, denn es war ganz offensichtlich, dass die beiden Minischweine krank waren und dringend Hilfe benötigten.
Nach kurzer Zeit trafen zwei Polizeifahrzeuge mit einem Tierkäfig an der Fundstelle ein. Mit sechs Mann gelang es, eines der Schweinchen in die Box zu bugsieren. Doch das zweite Tier, wollte sich partout nicht dazugesellen. Kurzerhand holte Familie Rockahr eine ihrer Hundeboxen aus dem Auto und platzierte sie auf dem Weg.
Eine große Schale mit Wasser und ein paar Hundeleckerlis gaben den Ausschlag, dass das zweite kleine Schwein ganz freiwillig in die Box ging. „Die Tiere waren völlig dehydriert“, schimpfte Heidi Rockahr über die Verantwortungslosigkeit derjenigen, die die Schweine vermutlich ausgesetzt hatten. Der „Struppiwagen“ des Tierheims Krähenwinkel holte die Tiere anschließend vom Polizeikommissariat in Großburgwedel ab. Eine Nachfrage beim Tierheim ergab, dass die Tiere möglicherweise an Räude erkrankt sind. Die Erkrankung an Räudemilben ist heilbar, aber natürlich nicht ganz billig. „Da wollte wohl jemand die Tierarztkosten sparen ...“, so die Polizei.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem beschriebenen Sachverhalt und/oder Tätern bzw. Verursachern geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Großburgwedel unter der Telefonnummer 05139/991-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.