„Schwarzweißmalerei“ stieß auf großes Besucherinteresse

Humor beweist Ulrich Rauchbach. Nur seine Signierung durchbricht die Vorgaben „Schwarz und Weiß“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Gut besucht war die Vernissage der Mitgliederausstellung des Kunstvereins am Samstagabend im Rathaus. Mehr als einhundert Interessierte waren gekommen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Eröffnung der Mitgliederausstellung des Kunstvereins

GROSSBURGWEDEL (hhs). Seit vielen Jahren finden die Mitgliederausstellungen des Kunstvereins Burgwedel Isernhagen immer zum Jahresende im Rathaus in Großburgwedel statt. Ebenso traditionell wie der Veranstaltungsort ist der Brauch, diese Ausstellung alljährlich unter ein Farbenthema zu stellen. Im vergangenen Jahr war es die Farbe Rot, in diesem Jahr war es Schwarz-Weiß. Der Vorsitzende des Kunstvereins Stefan Rautenkranz konnte an diesem Abend mehr als einhundert Besucherinnen und Besucher begrüßen, von denen sich einige entsprechend des Themas gekleidet hatten. Schwarz sei das völlige Fehlen von Licht, erklärte es Rautenkranz, Weiß der absolute Gegensatz dazu. Beide eint, dass sie so genannte „unbunte Farben“ sind. Die Farbe Schwarz sei symbolisch besetzt mit Trauer, Dunkelheit und Eleganz, Weiß dagegen stehe für Reinheit, Helligkeit. 21 Künstlerinnen und Künstler präsentieren hierzu ihre Werke.
Birgit Diers, zu diesem Zeitpunkt gerade mal 46 Stunden lang im Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Burgwedel, begrüßte die Gäste der Vernissage im Namen der Stadt Burgwedel. Sie lobte die hohe Präsenz des Kunstvereins in Burgwedel und hob die Vielzahl ganz unterschiedlicher Präsentationen in den vergangenen Jahren hervor. Der Verein sei nicht mehr wegzudenken aus der Stadt und habe sich gewissermaßen zu einem Markenzeichen entwickelt.
Dem Besucher der Ausstellung bietet sich ein ganz besonderes Erlebnis und schnell wird klar: Hiermit ist dem Kunstverein ein großer Wurf gelungen. Schwarzweiß, das bedeutet eben das Fehlen von bunt und ist in der Darstellung der Wirklichkeit eine Abstraktion dieser Wirklichkeit. Man denke an die Schwarzweiß-Photographie. Alles Bunte, das wir durch den Sucher der Kamera als bunt beschauen, wird auf dem Foto in Schwarz, Weiß und Graustufen dargestellt, Und dennoch erkennen wir auf dem Foto, dass es sich beim abgebildeten Motiv, zum Beispiel um einem Baum mit grünen Blättern handelt.
Und die Künstlerinnen und Künstler waren auch zu anderen Herangehensweisen gezwungen: Nichts scheint dem Zufall überlassen zu sein bei beinahe allen ausgestellten Werken, in jedem Pinselstrich, in jedem Zug mit der Kreide übers Papier bemerkt man Überlegung, Abgrenzung im Detail und dennoch Entwicklung zu einem Ganzen.
Und man erkennt auch die Schwierigkeiten, die der Produktionsprozess mit sich brachte. Einige Künstlerinnen und Künstler beschränkten sich auf grafische Gestaltungen, andere bearbeiteten Motive, die sich besonders gut in Schwarzweiß umsetzen ließen, „Lovely Berta“ von Erika Tohtz war eins davon. Die schwarzbunte Kuh in Öl und Acryl scheint mit ihrer behäbigen Dynamik in den Betrachter hinein zu schreiten. Und einige der Ausstellenden nehmen bunte Farben zu Hilfe, um die Akzente zu setzen. Ulrike Obermeier versieht ihre Großvogel in der „Landung“ mit einem orangefarbenen Schnabel. Aber auch hier reichen Schwarz und Weiß vollkommen aus, das Aufsetzen des Tieres im Wasser mit Gischt zu einer beinahe dramatischen und dynamischen Szene zu gestalten. Eine große Portion Humor beweist Ulrich Rauchbach in seinem Werk „ohne Titel“. Er hält die Vorgaben Schwarz und Weiß strikt ein. Seine Signierung allerdings vollzog er in kräftigem Rot.