Schwarzstörche haben erfolgreich im Fuhrberger Forst gebrütet

Die beiden jungen Schwarzstörche im Fuhrberger Wald, ein paar Tage bevor sie das Nest verlassen haben. (Foto: Arne Torkler)
 
Der bisher letzte der bisher fünf jungen Schwarstörche, die im Artenschutzzentrum Leiferde erschöpft abgegeben wurden. (Foto: NABU Joachim Neumann)

Zwei Jungstörche haben die Reise nach Afrika angetreten

FUHRBERG (hhs). Immer wenn seltene Tierarten sich wieder im hiesigen Bereich blicken lassen, beginnt die Geheimniskrämerei um diesen Sachverhalt. Richtig „streng geheim“ wird es gehandhabt, wenn seltene Vögel hier zum Brutgeschäft schreiten.
In diesem Jahr war das wieder so, alle, die von diesem Sachverhalt wussten, haben darüber kein Wort verloren. Es handelte sich um ein Paar Schwarzstörche, die zwei Eier legten. Vor etwa drei Wochen sind die Jungen aus dem Nest ausgeflogen. Sie werden jetzt noch eine Weile herum vagabundieren und sich dann langsam Richtung Winterquartier, zu den Feuchtgebieten am Niger in Afrika bewegen.
Die genaueren Umstände dieser Brut sind eigentlich kaum zu glauben. Das Niedersächsische Forstamt Fuhrberg, Besitzer des betreffenden Waldstücks, hatte eigentlich immer ein Paar Schwarzstörche in seinen Waldbeständen gehabt, solange das alte, jahrzehntelang genutzte Nest noch bestand. Vor ein paar Jahren war der alte Baum zusammengebrochen. Mangels Nistgelegenheit blieb der Schwarzstorch dann ein paar Jahre lang weg. Im Spätwinter sah sich Arne Torkler, ein Schwarzstorchspezialist der Landesforsten, den Waldbestand an und fand einen Baum, den er für geeignet hielt für eine Nisthilfe. In die Krone der Kiefer wurde eine Plattform als Unterlage für ein Nest gebaut. Und dann herrschte absolute Ruhe in diesem Waldbestand.
Schließlich begann eine lange Zeit des Wartens für alle Beteiligten. Schwarzstörche sind zwar Großvögel und in der Luft kaum übersehbar, aber sie führen außerhalb ihrer Zugzeit ein sehr heimliches Leben im Wald. Sie sind elegante Flieger selbst unter den Baumwipfeln und reagieren bei Störungen der Ruhe im Umfeld ihres Nests sehr empfindlich. Mehrfach wurde in der Literatur berichtet, dass brütende Schwarzstörche bei Störungen sofort ihre Brut verlassen und sie nicht wieder aufnehmen. Also blieb man vorerst weg von der Nisthilfe.
Es folgten dann ab Anfang April einige Schwarzstorchbeobachtungen, die große Hoffnungen aufkeimen ließen. Mehrfach wurde ein einzelner Vogel gesehen, immer aber nur für einen Augenblick, dann war er wieder verschwunden. Mitte Juli war dann die Neugier groß: Der Schwarzstorchspezialist Arne Torkler schritt zur Horstkontrolle und fotografierte zwei junge Schwarzstörche kurz vor dem Zeitpunkt des Ausfliegens in einem Nest oben auf der erst im Frühjahr gebauten Plattform. „Ein schöner Erfolg nach so kurzer Zeit“, freute er sich.
Unterdessen meldet auch das Artenschutzzentrum Leiferde des NABU, dass in diesem Jahr schon fünf junge Schwarzstörche dort abgeliefert worden sind. Zwei sind kurz nach der Aufnahme dort verendet, weil sie zu schwach waren, ein Vogel wurde wieder aufgepäppelt und freigelassen, zwei weitere warten noch auf ihre Freilassung.
Das Artenschutzzentrum hat Schwierigkeiten mit der Versorgung der Schwarzstörche. Sie fressen Süßwasserfische, und die sind teuer und schwer zu bekommen. Wer dem NABU-Artenschutzzentrum helfen möchte, kann das mit einer Geldspende dafür tun, oder das Artenschutzzentrum mit Fischen versorgen: Kontakt bitte unter 05373-6677, e-Mail: NABUARTENSCHUTZZENTRUM@t-online.de.