Schützenfest der langen Wege in Großburgwedel

Der Große Festumzug am Schützenfestsonntag ist immer ein Höhepunkt des Großburgwedeler Schützenfestes. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Interessante Fahrgeschäfte und ein ausgewogenes kulinarisches Programm sorgten für einen gut besuchten Festplatz. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Polizei erteilt Platzverweise gegen 35 Jugendliche

GROSSBURGWEDEL (hhs). Wenn ein Schützenverein sein Schützenfest feiert, dann wissen alle Eingeweihten, was auf sie zukommt. Das ist der Vorteil, der sich hinter dem Begriff Tradition verbirgt. „Alles so wie immer“, sagt man, aber es gibt, auch wie immer, eine Unwägbarkeit: Den Ausmarsch zum Annageln der Schützenscheiben. In Großburgwedel geschieht das traditionell am Schützenfestsamstag, und diesmal führte der Weg quer durch Großburgwedel getreu dem Motto „unser Dorf entdecken“ und zum Schluss noch bis zur Heimstatt von Schützenkönigin Elke Grothe, und diese befindet sich im abgelegenen Ortsteil Heisterholz.
Die meisten der mit marschierenden Damen hatten die eher flach besohlten Schuhe an den Füßen, das Wetter war zwar nicht gut, aber weitgehend trocken und zum Heisterholz marschierte man soweit als möglich über die Feldwege. Als die Schützinnen und Schützen später zurück kamen auf dem Festplatz, hatten sie gut zehn Kilometer „unter den Hacken“ und es gab erst einmal ein Verschnaufpause. Trotz dieser langen Wege fiel der anschließende Festball aus wie immer: „Bis weit in den frühen Morgen“.
Am Sonntag findet, auch traditionell, der große Umzug durch den Ort statt. Da sind die Beschwerlichkeiten absehbar, denn die Route ist immer die gleiche. Mit in der großen Kolonne eine Menge Musik: Der Feuerwehrmusikzug Großburgwedel, das Fanfarencorps Thönse, dazu noch die Vereine und Verbände und die „Sauerkirschen“, die in jedem Jahr mit ihrer Kamelle den Umzug zur Freude der Kinder zum Karneval gestalten, der Fidele Löschzug, der MGV Concordia, die Soldatenkameradschaft und einige mehr.
Am Sonntag kam auch der Schausteller auf seine Kosten: Schon vor der Rückkehr der Schützen zum Festplatz liefen die Fahrgeschäfte gut. Als aber der Umzug wieder dort eintraf, wurde es richtig voll auf dem Festplatz. Einige hundert Großburgwedeler hatten sich der Marschkolonne angeschlossen und sie strömten mit Kind und Kegel an die Geschäfte und Buden.
Einziger Wermutstropfen für viele eher jugendliche Schützenfestbesucher, die es offenbar in dieser Zeitung über lesen hatten, dass das Polizeikommissariat Großburgwedel im Umfeld des Schützenplatzes Schwerpunktontrollen angekündigt hatte. „Hierbei wurden durch die Beamten an beiden Tagen 183 Personen kontrolliert. Insgesamt wurde hoher Alkoholkonsum festgestellt. Gegen 35 Jugendliche wurden Platzverweise erteilt, da diese alkoholisiert randalierten oder Flaschen zerschmissen. Eine 13-Jährige wurde auf dem Festplatz mit einer Alkoholkonzentration von 0,87 Promille angetroffen und den verständigten Eltern übergeben. In diesem Zusammenhang wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Weiterhin wurden im Umfeld des Schützenfestes diverse Fahrradfahrer kontrolliert. Hierbei wurden drei Radfahrer angetroffen, die eine Atemalkoholkonzentration von mehr als 1,6 Promille aufwiesen. Bei allen Beschuldigten wurden Blutentnahmen angeordnet und Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet“, heißt es im Polizeibericht.