Schüler erleben Berufe

Am Dienstag informierten sich Schüler der 9. Oberschulklassen und des 11. Jahrgangs vom Gymnasium Großburgwedel über die Vielfalt der Berufe.
 
Jannis Krause (14) probiert schon mal den Umgang mit dem Akku-Schrauber. Demnächst wird er ein zweiwöchiges Praktikum in der Fuhrberger Zimmerei absolvieren.

3. Startklar Ausbildungs-Messe in Burgwedel

GROSSBURGWEDEL (bgp). Am Mittwoch hatten die Neuntklässler der Oberschule einen besonderen Unterrichtstag: In der Agora informierten Auszubildende und Vertreter von 21 Betrieben die Schülerinnen und Schüler bei der 3. Startklar Ausbildungs-Messe Burgwedel über Ausbildungsplätze und berufliche Entwicklung vor Ort. Dabei war nicht nur Zuhören gefragt. Die Neuntklässler hatten die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen und praktisch Hand anzulegen. Ebenfalls dabei war der 11. Jahrgang des Gymnasiums, der mit 60 Schülerinnen und Schülern die Ausbildungs-Messe besuchte.
Im Vorfeld hatte Beschäftigungsförderer Jürgen Hansen (Region Hannover) gemeinsam mit der Burgwedeler Wirtschaftsförderin Anja Hansch einige Runden durch die Klassen gedreht und neben dem Konzept der Messe auch die Unternehmen vorgestellt. „Viele hatten schon sehr konkrete Vorstellungen“, lobte Hansen das Interesse in den Klassen. Anhand eines Fragebogens hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits Gedanken darüber gemacht, welche Fähigkeiten sie mitbringen. Wichtige Fragen und Wünsche konnten dort ebenfalls notiert werden. Aus dem Pool der 21 teilnehmenden Burgwedeler Unternehmen wählten sie jeweils vier selbst aus, zehn wurden ihnen vom Organisationsteam durch Anja Hädrich (E-Center Cramer) zugeteilt. Im 15 Minuten Takt besuchten die Schüler in Kleingruppen die Stände. In einer Anschlussrunde stand noch einmal der vertiefende Besuch von vier Wunschbetrieben an. Schüler des Gymnasiums konnten wegen der engen Taktung lediglich vier der 21 Betriebe besuchen, hatten jedoch nach den geschlossenen Runden ab 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr die Möglichkeit, sich detaillierter zu informieren.

Bei der Einteilung wurde darauf geachtet, jedem ein breites Spektrum an Berufen zuzuteilen, damit Handel und Gewerbe ebenso auf dem Plan standen wie Handwerk, Kosmetik, Pflege oder Verwaltung. „Durch das System lernen die Schülerinnen und Schüler so viele verschiedene Bereiche kennen. Die Messe ist ein Erfolgsmodell, das wir gerne fortführen möchten“, freut sich Dr. Marco Gerhard Schinze-Gerber, Schulleiter der IGS Burgwedel und kommissarischer Direktor der auslaufenden Oberschule.
Mit neuen Projekten und Kursen möchte er das Angebot an Berufsorientierung in der IGS noch umfangreicher etablieren. Er steht in engem Dialog mit dem Organisationsteam und den Ausbildungsbetrieben, die nach der Messe eine Evaluation durchführen.

Andrea Thun, zuständig für Personal beim Maschinenbaubetrieb Steinlen, ist Mitorganisatorin der ersten Stunde und betont: „Wir sind immer noch in der Entwicklung“. Mit der Evaluation soll analysiert werden, was sowohl bei den Schülern als auch für die Unternehmen gut gelaufen ist und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Begeistert ist sie von dem neuen Logo, das Teammitglied Bianca Fitzthum entworfen hat: „Die Jugendlichen haben einen Rucksack, ein Schlüsselband mit Namensschild und eine umfangreiche Informationsbroschüre mit dem Startklar-Logo bekommen“. Damit werde die Messe einen hohen Wiedererkennungswert bekommen, freut sie sich.

Begeistert sind auch die vierzehnjährige Joana Feniuk und der gleichaltrige Jannis Krause. Beide besuchen den 9. Jahrgang der Oberschule und haben schon konkrete Vorstellungen. Sie werden in Kürze ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren. Joana möchte auf jeden Fall einen Beruf erlernen, bei dem sie mit Menschen oder Tieren arbeiten kann: „Der Pflegebereich ist mein Favorit, Tierärztin oder Lehrerin kann ich mir auch gut vorstellen“, sagt sie. Das Schulpraktikum wird sie bei einem Burgwedeler Pflegedienst absolvieren. Jannis zieht es zum Handwerk: „Ich habe einen Praktikumsplatz bei der Fuhrberger Zimmerei.“ Dennoch schauen sich beide mit ihren Gruppen eine ganze Reihe der teilnehmenden Betriebe an.

Mit großem Interesse scharen sich die jungen Menschen um einen PKW des Autohauses Bartels, bei dem sie das Auslesen eines Fehlerspeichers durchführen. Partner Mitmach-Übungen stehen bei der Pestalozzi-Stiftung hoch im Kurs, während der Ausbildungsnachwuchs am Stand des Seniorenpflegeheims Lindenrieck Vitalwerte wie Blutdruck und Puls messen darf. Die Zimmereibetriebe Holzmichel aus Wettmar und die Fuhrberger Zimmerei haben für die Jugendlichen praktische Arbeiten am Werkstoff Holz vorbereitet, die diese gerne ausführen. Geschickt muss ein ferngesteuerter kleiner LKW durch einen Parcours gelenkt werden, den die Kleinburgwedeler Spedition Olthoff präsentiert. Am Stand des Hotels Kokenhof kommt es darauf an, einen Tisch ansprechend und korrekt zu decken.

Das vielfältige Angebot wurde von den Schülerinnen und Schülern intensiv genutzt, um sich ein Bild von den Berufsfeldern zu machen. Im September des nächsten Jahres wird die 4. Startklar Ausbildungs-Messe stattfinden. Dafür werden neue Ideen entwickelt, die auch in den Unterricht einfließen sollen. Wie, das werde man sehen, sagt Schinze-Gerber und betont lächelnd: „Nach der Messe ist vor der Messe!“