Schlüsselloch-OP im Klinikum Burgwedel

Dr. Aref Alemi, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im KRH Klinikum Großburgwedel, demonstriert seiner Patientin Barbara Buhrmester das Instrumentarium, das bei einer minimal-invasiven Operation genutzt wird. (Foto: KRH)

Innovatives Verfahren in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Die Diagnose Krebs ist ein großer Schock für Betroffene und Angehörige. Das war auch bei Barbara Buhrmester so. Gebärmutterkrebs lautete die Diagnose, die der zweifachen Großmutter den Teppich unter den Füßen wegzog.
Bis auf die Geburt ihrer Tochter war die lebensfrohe Hellendorferin noch nie im Krankenhaus gewesen. In zwei Operationen konnten schließlich alle vom Tumor befallenen Organe vollständig entfernt werden. Statt eines großen Bauchschnitts führte Dr. Aref Alemi, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am KRH Klinikum Großburgwedel, die Operationen mit einer minimalinvasiven Methode durch. Eine Methode, die der erfahrene Operateur seit 10 Jahren regelmäßig durchführt jetzt aber zum ersten Mal in Großburgwedel anwandte.
Die minimal-invasive Operationstechnik (auch „Knopfloch“ oder „Schlüsselloch“-Chirurgie genannt) ist besonders schonend. Bei der Bauchspiegelung, der sogenannten Laparoskopie, wird über kleine Hautschnitte in der Bauchdecke operiert. Das Innere des Bauchraums wird dabei über eine winzige Kamera, die durch diese Hautschnitte eingeführt wird, hochauflösend sichtbar gemacht und vergrößert.
Mit seinem Antritt als Chefarzt am 1. Januar 2018 verfolgt Alemi das Ziel, die Klinik gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen gezielt im Bereich der mikroinvasiven Operationsverfahren weiter zu spezialisieren.
„Die Vorteile dieser schonenden Operations-Methode liegen auf der Hand“, erklärt der gebürtige Afghane. „Die Patienten können sich schneller als von einer herkömmlichen, offenen Operation erholen: Sie verlieren kaum Blut, müssen nicht mehr auf die Intensivstation und können anschließend auch schneller nach Hause. Außerdem ist das Risiko einer Wundheilungsstörung deutlich geringer.“
„Drei Tage nach den Operationen war ich komplett schmerzfrei und am fünften Tag konnte ich jeweils das Krankenhaus verlassen“, bestätigt die Barbara Buhrmester.
Nachdem die 74-Jährige an Gebärmutterkrebs erkrankte, entfernte Alemi in einem ersten Eingriff die Gebärmutter sowie Eierleiter und Eierstöcke. Am 14. Juni, keine drei Wochen später, entnahm er in einer zweistündigen Operation zusätzlich die Lymphknoten. „Dies war eine besonders schwierige Operation, da die Hauptschlagader und die Beckenarterie direkt neben den Lymphknoten entlanglaufen“, erläutert der erfahrene Arzt.
„Natürlich war ich nervlich sehr angespannt“, erklärte Barbara Buhrmester. „Jedoch habe ich in Dr. Alemi einen Arzt gefunden, dem ich voll vertraue. Mit seiner ruhigen und kompetenten Art hat er mich überzeugt. Er hat mich nie zu etwas gedrängt und mir alle Optionen genau erklärt.“
Heute bezeichnet die Hellendorferin es als Glücksfall, in das KRH Klinikum Großburgwedel gekommen zu sein. „Mit einer Krebsdiagnose bleibt nicht viel Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Dann braucht man kompetente und menschennahe Ärzte, denen man vertrauen kann. Ich habe mich im Klinikum gut aufgehoben und auf der Station sehr wohl gefühlt.“ Mittlerweile muss die lebensfrohe Frau nur noch zur Nachsorge ins Klinikum. Auf ihrem Hof fiebert sie nun ihrem 75. Geburtstag entgegen: „Ich feiere schon jetzt jeden Tag.“