Schall und Rauch in Kleinburgwedel

Ein Arbeiter ist mit dem Bein eingeklemmt: Die Feuerwehrleute setzen den Hydraulikspreizer (l.) ein, um die schwere Eisenplatte anzuheben und den Verletzten zu befreien. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Zwei Feuerwehren proben den Ernstfall - Große Übung mit sechsfacher Personenrettung

KLEINBURGWEDEL (bgp). Mancher mag sich am Mittwochabend im Kleinburgwedeler Gewerbegebiet gewundert haben: „Was ist denn da los?“.
Ein Großaufgebot aus drei Feuerwehrfahrzeugen und einem Einsatzleitwagen kam mit Blaulicht auf den Hof von Rosenhagen Metallbau gefahren, einige Kameraden waren bereits in voller Montur mit dem Fahrrad eingetroffen. Die Alarmierung war um 19.15 Uhr erfolgt und ging an die Wehren Kleinburgwedel und Großburgwedel.
Glücklicherweise handelte es sich bei dem Szenario um eine groß angelegte Übung der beiden Ortswehren, die mit 50 Feuerwehrleuten angerückt waren. Konzipiert wurde sie vom noch amtierenden Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld und dessen Nachfolger Florian Leisenberg, der im Sommer das Amt übernehmen wird.
Der Kleinburgwedeler Gruppenführer Frank Scharnhorst schöpfte aus seinem Erfahrungsschatz im Job als Berufsfeuerwehrmann und stand ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite, um die Einsatzübung unter möglichst realistischen Bedingungen durchzuführen.
Während der Lageerfassung durch die Einsatzleitung stellt sich heraus, dass sich in der verräucherten Werkstatthalle eine verletzte Person befinden soll. Auf der anderen Seite liegt ein schwer verletzter Arbeiter, dessen Bein unter einer großen Eisenplatte eingeklemmt ist. Im Obergeschoss sind drei Menschen in einem Büro eingeschlossen und ein siebenjähriges Kind wird vermisst.
Innerhalb kürzester Zeit stellen die beteiligten Einsatzkräfte eine Wasserversorgung her und die ersten Atemschutzgeräteträger rücken in die verräucherte Halle vor, aus der sie die verletzte Person nach wenigen Minuten retten können. Auf der anderen Seite des Gebäudes erreichen die Helfer den Verletzten, in diesem Fall eine Übungspuppe, in der Fachsprache Dummy genannt.
Ein Kamerad sitzt bereits seit einer Weile bei ihm, um beruhigend auf ihn einzuwirken, bis die Helfer mit dem schweren Rettungsgerät eintreffen. Sie heben die Eisenplatte mit einem Hydraulikspreizer und sichern sie gegen erneutes Abgleiten. Vorsichtig wird der Arbeiter befreit und mit einer Trage abtransportiert.
Hoch hinaus geht es bei der Rettung der Eingeschlossenen, die auf der Gebäuderückseite über eine Steckleiter aus dem Fenster im Obergeschoss in Sicherheit gebracht werden müssen. Sicher angeseilt und von einem Feuerwehrmann begleitet steigen sie nacheinander die Leiter hinunter ins Freie, bis sie sicheren Boden unter den Füßen haben. Mühe haben die Atemschutzgeräteträger in dem verräucherten Lagerraum auf dem Dachboden.
Sie suchen intensiv nach dem vermissten Kind, das sie nach rund dreißig Minuten auffinden. Das alles geschieht unter den wachen Augen von Walter Sonnefeld, der von unten den Einsatz beobachtet. Er ist noch nicht ganz zufrieden, weil die Suche nach dem Kind auch schneller möglich gewesen wäre, doch es fehlte an weiteren Feuerwehrleuten mit Atemschutzausrüstung: „Daraus müssen wir lernen“, sagt er. Insgesamt sei der Einsatz gut gelaufen und habe vielfältige Übungsbereiche abgedeckt.