Saisonstart für das Edelgemüse: In Fuhrberg hat die Spargelernte begonnen

So sollen sie aussehen, die Spargelstangen, wenn sie das Licht der Welt erblicken: Weißer Kopf, darunter etwa 13 Millimeter Durchmesser. Für die entsprechende Länge sorgt der Spargeldamm, den sie durchwachsen müssen. (Foto: Jörg Heuer)

Ernteerträge werden nach warmen Wochenende ansteigen

FUHRBERG (hhs). Der erste hiesige Spargel des Jahres 2011 ist da! Nun ist es wieder möglich, das Hauptereignis für viele Feinschmecker zum Frühjahr: den Teller mit den leicht dampfenden Stangen des Edelgemüses vor sich, dazu die Kartoffeln, ganz fein mit einem Hauch von Petersilie überstreut, das Schnitzel, auf dem die Zitronenspelte den sauren Kontrapunkt zum feinen Aroma des Spargels ankündigt, die ausgelassene Butter oder die feine Hollandaise, der mild-zarte Schinken, leicht geräuchert. Das alles sind nun keine Wunschvorstellungen mehr, denn er wächst wirklich schon, der erste Spargel, und er wird auch schon angeboten. Die Spargelsaison hat begonnen, zunächst in Fuhrberg, und in den kommenden Tagen wird das Edelgemüse überall im Altkreis Burgdorf seine zarten Köpfchen ans Licht schieben, um dieses einzigartige Geschmackserlebnis zu ermöglichen.

Die ersten Spargelstangen des Jahres 2011 schoben ihre zarten Köpfchen Ende vergangener Woche aus dem Boden auf den Flächen des Spargelhofes Heuer in Fuhrberg. „Dank der drei Folien, mit denen wir die Dämme übertunnelt haben“, sagte Jörg Heuer im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Zum ersten Mal haben die Fuhrberger Spargelanbauer mit drei Folienlagen für einen möglichst frühen Saisonbeginn für das Edelgemüse gesorgt. Auch die Erntehelfer aus Osteuropa sind in ausreichender Zahl schon angereist und sorgen für eine reibungslose Ernte. Gestern hat der Spargelverkauf im Hofladen begonnen, die Eröffnung der Fuhrberger Spargelwirtschaft ist für den 15. April geplant.

Die drei Folienschichten hätten bei Sonnenschein für moderate Temperaturen im Erdboden gesorgt. Noch bei Frost und Sonnenschein habe er mehr als 40°C im Erdboden gemessen, sagte Jörg Heuer. Allerdings hätten die trüben Tage mit ihren tieferen Temperaturen dann doch immer wieder das Wachstum der Spargelpflanzen begrenzt. „So einen Kavaliersstart wie vor drei Jahren kriegen wir in diesem Jahr nicht hin“, so seine Vorausschau. Damals war der Saisonbeginn mit Macht zu Beginn einer Schönwetterperiode eingetreten und über Wochen ungebrochen geblieben. In dieser Woche haben die Erntehelfer am Montag und am Mittwoch das riesige Spargelfeld mit den drei Folien abgeerntet. „Der Ertrag war schon ganz gut, hätte aber besser sein können. Es hat den Anschein, als hielte sich der Spargel noch sehr zurück“, so Heuers Eindruck. Qualität und Geschmack seien aber hervorragend, gab er seine allgemeinen Eindrücke nach dem ersten Probeessen wieder.
Vom kommenden Wochenende erhofft sich der Betrieb eine Menge: „Die Temperaturen sollen zum ersten Mal knappe 25°C erreichen. Dann werden unsere Erträge in die Höhe gehen“, hofft Jörg Heuer. Gegenwärtig noch geringe Erträge und obendrein hohe Produktionskosten allein schon durch die drei Folienlagen und den dadurch höheren Zeitaufwand bei der Spargelernte, damit ist klar, dass der erste Spargel jetzt kein billiges Vergnügen ist. Knapp 10 Euro pro Kilogramm Edelgemüse erste Sorte veranschlagte Heuer am Donnerstag dieser Woche im Gespräch mit dieser Zeitung. Zweite und dritte Sorte gehen entsprechend günstiger an den Endverbraucher. „Aber die Preise werden schnell fallen, wenn die Erträge in die Höhe gehen“, weiß er aus Erfahrung. „Aber wenn der Spargel erst einmal richtig wächst, dann hält ihn nichts mehr aus“, formuliert er auch einen Erfahrungswert. „Dann gehen die Preise ganz schnell in den Keller“.