Russischer Mönchschor sang für einen Kindergarten

Die Mönche des Klosters des Heiligen Wladimir in Moskau sangen für den guten Zweck: Im Kloster soll ein Kindergarten entstehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Seniorenheim Lindenriek ist fest eingeplanter Aufführungsort

KLEINBURGWEDEL (hhs). Sie gehören zur Weihnachtszeit wie der Kerzenschein in finsterer Herbstnacht: die singenden Mönche des Klosters des heiligen Wladimir in Moskau.
Seit zehn Jahren besuchen sie uns immer zur Weihnachtszeit, um uns mit der kraftvollen russischen Chortradition zu erfreuen und um zu sammeln. In den vergangenen Jahren haben sie für das Kinderkrankenhaus des Klosters in Moskau gesammelt, jetzt bei ihrem Auftritt im Seniorenheim Lindenriek am Donnerstag erklangen die außergewöhnlichen Melodien zugunsten eines Kindergartens, der in dem Kloster entstehen soll.
Zu acht waren sie nach Kleinburgwedel gekommen, wie in den Vorjahren auch, und wer die Mönche vom Kloster des heiligen Wladimir kennt, der weiß, dass diese acht Sänger durchaus in der Lage sind, eine mittelgroße Kirche mit bestem Chorgesang zu füllen. Im Lindenriek erschien das schwieriger, der Saal verfügt zwar über Fläche, er ist aber nicht hoch, das bedeutet allenfalls mittelmäßige Rahmenbedingungen für einen Chor.
Aber die Sänger hatten sich darauf eingestellt. Das erste Lied trugen sie auf Deutsch vor und es war allen wohl bekannt: „Ehre sei Gott in der Höhe“, dessen Text dem Lukasevangelium 2:15 entspricht. Es erzählt die Verkündung der Geburt Christi von den Engeln an die Hirten, die dann Zeugen werden der Umstände und Rahmenbedingungen dieser Geburt.
Beinahe jeder namhafte Komponist des 18. und 19. Jahrhunderts hat sich mit dieser Form des Lobes Gottes auseinandergesetzt. Schubert zum Beispiel und Felix Mendelssohn. Der Chor begann verhalten und leise. Trotzdem war jeder Ton, jeder Buchstabe des Textes klar und deutlich zu hören.
Weiter ging es in die russische Musikliteratur. Liturgische Gesänge der Weihnachtszeit dominierten, Hymnen an die Cherubine und für die Fastenzeiten, die in der orthodoxen Kirche dem Weihnachts- und dem Osterfest vorgeschaltet sind. Und dann erfuhren die Zuhörer, warum die singenden Mönche so gern in der Vorweihnachtszeit nach Deutschland kommen: „Wir kommen Ende November, dann ist Fastenzeit in Russland und hier wird richtig gut und viel gegessen ...“, schmunzelte Alexej, der den Auftritt moderierte. Dann sangen sie ein Weihnachtslied aus der Ukraine, an dessen Ende sich drei der Sänger Tränen aus dem Gesicht wischten.