Runder Start der Fuhrberger Ganztagsschule

Kartoffeln schälen für Fortgeschrittene: Die längste Schale der Welt oder zumindest des Herbstfestes galt es zu schaffen und dabei war jedes Handwerkszeug erlaubt, ob kleines Messer oder Kartoffelschäler. (Foto: Anna Kentrath)
 
Die Schüler der offenen Ganztagsschule zeigten gesanglich, was sie in den wenigen Wochen des neuen Schuljahres am Nachmittag bereits schon alles gelernt haben. (Foto: Anna Kentrath)

Herbstfest „Rund um die Kartoffel“ zur Einweihung der Ganztagsschule in Fuhrberg

FUHRBERG (ak). Der Herbst zeigte Freitag mit Wind und Regen zwar sein trübes Gesicht, doch das konnte die Stimmung der Schüler der Maria-Sibylla-Merian Grundschule in Fuhrberg bei ihrem diesjährigen Herbstfest keineswegs trüben. Nicht nur die Kartoffel stand an diesem Nachmittag als Motto im Mittelpunkt, da die für das Schuljahr 2011/2012 neu eingeführte offene Ganztagsschule offiziell eingeweiht wurde und bereits erste Ergebnisse der nachmittäglichen Betreuung präsentiert werden konnten.
Nach dem normalen Unterricht und einem stärkenden Frühstück in den Klassen ging es schließlich los mit den verschiedenen Stationen rund um die tolle Knolle. Mit einem Laufzettel machten sich die Schüler auf den Weg, um ihr Wissen über die Kartoffel zu testen. Fragen zu Wachstum und Ernte wurden behandelt, ein echter Kartoffelroder konnte in Augenschein genommen sowie die Erdäpfel gewogen werden.
Neben Wissenswertem gab es aber auch so allerhand zu entdecken, was man mit der Kartoffel alles anstellen kann. Beim Schälwettbewerb etwa sollte die längste zusammenhängende Schale entstehen. Alle Arbeitsmittel waren erlaubt, ob kleines Gemüsemesser oder Kartoffelschäler. Sarah aus der Klasse 3 bewies hierbei eine erstaunliche Fingerfertigkeit und schaffte ganze 53 cm. Doch auch als Stempel machte sich die Knolle sehr gut, so dass bunt bedruckte Stoffe entstanden. Ob als Ausgangspunkt herbstlicher Bastelei oder aber Teil von Geschicklichkeitsübungen, wie dem Kartoffelpyramiden Wettbewerb und sportlichen Einlagen wie der Kartoffelakrobatik und dem Kartoffelzielwurf, der Nachmittag bot ein abwechslungsreiches Programm für die Schüler und auch für die Besucher.
Im Anschluss an die Kartoffel-Aktionen ging es zur gemeinsamen Abschlussveranstaltung in der Turnhalle, wo die neueingeführte offene Ganztagsschule gewürdigt wurde. Mit Liedern und Gedichten zum Thema Herbst, aber natürlich auch wieder der Kartoffel führten die einzelnen Klassen durch die festliche Stunde. Dicht an dicht saßen und standen die Gäste in der Turnhalle, das Besucheraufkommen überstieg bei weitem die Erwartungen, wie die Schulleiterin der Grundschule, Andrea Maria Halden, begeistert feststellte. Ihr Dank für den Nachmittag galt neben den Lehrkräften, pädagogischen Mitarbeitern und Eltern, im Speziellen aber auch der Familie Lühring aus Fuhrberg, die die Kartoffeln für das Herbstfest gespendet hatten. Als erster Redner bedankte sich der Fuhrberger Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer für die Einladung sowie das Engagement der Grundschule für die Schüler und somit den Ort.
Dr. Hendrik Hoppenstedt, Bürgermeister der Stadt Burgwedel, schloss sich dem Lob seines Vorredners an und strich die besonderen Aktivitäten der Schule heraus, die nun vier Tage die Woche auch eine Nachmittagsbetreuung anbieten würde. Die Entscheidung zu einer offenen Ganztagsschule sei gefallen, da „die Kapazitäten des Horts in Fuhrberg erschöpft“ gewesen seien. Anstatt den Hort zu erweitern, so der Bürgermeister der Stadt, habe man sich dazu entschlossen, Gespräche mit den Verantwortlichen der Grundschule zu führen und die Ganztagsschule auf den Weg zu bringen. Eigentlich sei Bildung Ländersache, doch das Land Niedersachsen könne eine Finanzierung der offenen Ganztagsschule in Fuhrberg derzeit nicht leisten, sodass die Stadt diese Aufgabe erst einmal übernehme.
Die Pestalozzi-Stiftung als Kooperationspartner der offenen Ganztagsschule in Fuhrberg wurde durch Günter Meyer, Bereichsleiter der Jugendhilfe vertreten, der einen Bogen vom Kartoffelfest zur Stiftung sowie der neuen Schulform schlug. Berührungspunkte sehe er in der langen Existenz der Pestalozzi-Stiftung und der Kartoffel, die Wichtigkeit der braunen Knolle als Grundnahrungsmittel und dem hilfreichen Einsatz der Stiftung sowie der vielfältigen Verwendungsmöglichkeit des Erdapfels und der immer wieder neuen Ideen der Pestalozzi-Stiftung. Als letztes würdigte er die Kooperation mit der Ganztagsschule als neue, lohnenswerte Erfahrung.