„Ring der Niedersachsen“ - spannende Krimikost mit Lokalkolorit

Die Herausgeber und Autoren (v.l.) Susanne Mischke, Richard Birkefeld, Christian Oehlschläger und Cornelia Kuhnert. (Foto: Birgit Schröder)

Buch-Vorpremiere sorgt im Amtshof für ein volles Haus

GROSSBURGWEDEL (bs). Monat für Monat treffen sie sich in Hannover-Linden zum Stammtisch, die Damen und Herren Schriftsteller: zum Klönen, Trinken und Lästern – und so ganz nebenbei entsteht ein Buch....Vorgestellt in einer Buch-Vorpremiere am Mittwoch im Burgwedeler Amtshof.
Charmant und humorvoll berichteten die beiden Herausgeber Susanne Mischke und Richard Birkefeld die Entstehungsgeschichte der Krimi-Anthologie „Der Ring der Niedersachsen“. Ein gewisses Quantum an Alkohol sei im Spiel gewesen, ebenso die damit zuweilen einher gehenden Gedächtnislücken am nächsten Morgen. „Die Idee, die Geschichten historisch miteinander zu verweben, kam von Richard Birkefeld“, erzählte die bekannte Krimi-Autorin Susanne Mischke. Dieser sei aber höchst verwundert gewesen, als im Laufe der nächsten Tage etliche Entwürfe und Skripte beim ihm eintrudelten. „Ich konnte mich partout nicht erinnern“, bekannte Birkefeld schmunzelnd. Nachdem seine Gedächtnislücken mit Hilfe der Kollegen wieder geschlossen waren, ging es an die Arbeit – und es entstand ein ganz besonderes Buch: „Der Ring der Niedersachsen – Dunkle Geschichten aus zwei Jahrtausenden“ ist ein historischer Kriminalroman, der die Leser durch eine spannende Zeitreise führt, von der Varus-Schlacht bis hin zur Neuzeit. Verbindendes Element aller Einzelgeschichten ist ein legendäres Schmuckstück, der berühmt-berüchtigte Sephuris-Ring. Die miteinander verwobenen Episoden der insgesamt neun Krimiautoren bauen aufeinander auf und schließen sich – wie einzelne Ringe – zu einem großen „Ring der Niedersachsen“ zusammen.
Nach der humorigen Einführung der Herausgeber und Mitautoren, lauschte das Publikum im fast ausverkauften Saal des Amtshofes gebannt, wie Susanne Mischke und Richard Birkefeld in abwechselnder Lesung die Entstehungsgeschichte dieses unheilbringenden Ringes erzählten. Anschließend präsentierten zwei weitere Mitautoren, Cornelia Kuhnert und Christian Oehlschläger, Auszüge aus ihrem Spezialgebiet.
Der im hiesigen Raum bekannte Förster und Autor Oehlschläger bindet den Fortgang der Geschichte um den verhängnisvollen Ring in eine dramatische Jagdgeschichte ein, die ihr schicksalträchtiges Ende in den Fuhrberger Wäldern findet. „Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufällig“, erklärt der Autor.
„Eine Spende für das Hurenmädchen“, so der Titel der Episode von Cornelia Kuhnert. Die in Isernhagen lebende Krimiautorin hat ihre düstere Geschichte angesiedelt in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg, an der Schnittstelle von wohlhabenden Bürgertum, der Welt der Dienstmägde, Diebe und Huren. Die Geschichte: Die vergewaltigte und verzweifelte Dienstmagd lässt den Ring „mitgehen“ und wird so Opfer von gnadenloser Habgier.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, das Buch ist im hiesigen Buchhandel erhältlich.