Region Hannover beschlagnahmt 47 Rinder

Großer Auftrieb in Engensen und Thönse

THÖNSE (bs). Einen großen Viehauftrieb wie im sprichwörtlichen Wilden Westen gab es am Donnerstag in den Gemarkungen Engensen und Thönse. Wegen tierschutzrechtlicher Bedenken hat die Region Hannover eine Anordnung des Veterinäramtes durchgesetzt und insgesamt 47 Galloways und Mischrinder beschlagnahmt.
Bereits seit 2006 waren immer wieder Hinweise beim Veterinäramt eingegangen, dass sich die Tiere in einem erbarmungswürdigen Zustand befänden. „Die Weiden waren zwar groß genug, um den Tieren den erforderlichen Auslauf zu gewähren, aber das Futterangebot reichte nicht aus“, erläuterte Nils Meyer, Pressesprecher der Region Hannover. Anfangs habe der Eigentümer immer sofort reagiert und zusätzliches Futter ausgebracht. Ein weiteres Eingreifen sei daher nicht erforderlich gewesen.
Doch in den vergangenen Monaten häuften sich wieder Anzeigen und Hinweise auf den schlechten Zustand der Tiere. Wiederum sei der Eigentümer mehrfach darauf hingewiesen worden, habe jedoch nur sporadisch die Rinder versorgt. Im Juli hatte die Region dann die Herde verkleinern wollen, dagegen hatte der Thönser vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Die Klage wurde abgewiesen, so dass die Region Hannover nun handelte.
Die stark abgemagerten Tiere wurden gleich Vorort an einen Händler weiterverkauft, um die Kosten für die Aktion zu finanzieren. Insgesamt 22 Tiere verblieben dem Eigentümer. „Selbstverständlich werden wir weiterhin ein Auge darauf haben“, erklärte Nils Meyer.