Realschulabgänger nahmen an Aktion „Dein Tag für Afrika“ teil

Schrauben, Hämmern, Bohren: Claudia Saupe (links) und Julia Gembries bauen im Kundenservice Möbel zusammen. (Foto: Sina Balkau)

Acht Absolventen arbeiteten bei IKEA und spendeten ihren Lohn

GROSSBURGWEDEL (sib). Acht Absolventen der Realschule Burgwedel nahmen an der achten bundesweiten Kampagne „Dein Tag für Afrika“ teil: Einen Tag lang arbeiteten sie im Verkauf, in der Logistik und im Kundenservice des Einrichtungshauses IKEA Großburgwedel. Ihren erarbeiteten Lohn spendeten sie anschließend dem Verein „Aktion Tagwerk“, der das Geld in Bildungsprojekte in fünf afrikanischen Ländern investiert.
Eigentlich hätten sie an diesem Tag gemütlich in der Sonne liegen können, denn ihr Schulabschlusszeugnis hatten sie schon der Tasche. Doch die acht ehemaligen Schüler der drei zehnten Klassen der Realschule Burgwedel nutzten einen ihrer ersten schulfreien Tage lieber dazu, sich für Gleichaltrige in Afrika einzusetzen und nahmen an der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ teil.
Bundesweit gingen rund 200 000 Jugendliche zur Arbeit statt zur Schule. Allein die IKEA Möbelhäuser hatten über 380 Stellen ausgeschrieben. In Großburgwedel waren es fünfzehn, die aufgrund der guten Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren den Schülern der Realschule angeboten wurden. Vierzehn junge Leute hatten sich angemeldet – erschienen sind davon jedoch nur acht. „Wir wissen nicht, was da passiert ist. Aber es ist natürlich sehr schade“, so IKEA-Ausbildungsverantwortliche Alla Baranik.
Die acht ehemaligen Zehntklässler engagierten sich dafür umso mehr. Sie wurden in den Bereichen Logistik, Verkauf und Kundenservice eingesetzt und erledigten verschiedene Aufgaben: Möbel zusammen schrauben, Regale auswischen – nicht jede Arbeit war spannend. „Es ist aber trotzdem interessant, schon einmal ins Berufsleben hineinzuschnuppern. Außerdem macht sich so ein Engagement auch gut in der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“, sagte Julia Kretzmeyer. Sam Saberi fand es toll, hinter die Kulissen schauen zu dürfen, „dort wo die normalen Kunden nicht hinkommen.“
Nicht zuletzt ging es den Jugendlichen darum, Gleichaltrigen in Afrika zu helfen. „Das Projekt ist sehr sinnvoll“, fand Claudia Saupe, ehemalige Schülerin der 10R3. Für jede der sechs Stunden Arbeit, die die Jungen und Mädchen bei IKEA leisteten, verdienten sie 8,50 Euro. Das Geld wurde anschließend der „Aktion Tagwerk“ zur Verfügung gestellt, die die Kampagne „Dein Tag für Afrika“ ins Leben gerufen hat. Den Lohn der Burgwedeler sowie 200 000 weiterer Schüler aus ganz Deutschland investiert der Verein in Bildungsprojekte für Afrika. In Angola, Burundi, Ruanda, Südafrika und im Sudan werden von dem Erlös Schulen aufgebaut, bestehende Ausbildungsstätten gefördert und die Versorgung der Kinder mit sauberem Trinkwasser sichergestellt.