Realschüler wurden zu jungen Unternehmern

Das Modell des Backofens „BackDat“, der neu auf den Markt gebracht werden sollte, wurde von einer Mädchengruppe präsentiert. (Foto: Birgit Schröder)

Eine Woche lang Wirtschaftsplanspiel „Investor“

GROSSBURGWEDEL (ti). Zu Jungunternehmern auf Zeit wurden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 R2 der Realschule. Eine Woche lang stand statt der normalen Schulstunden das Unternehmensplanspiel „Investor“ auf dem Unterrichtsplan. Es vermittelte Einblicke in die Abläufe der Wirtschaft und forderte zu eigenen Aktivitäten heraus.
Ein innovatives Projekt gewinnbringend auf dem Markt zu positionieren war die Aufgabe. Konkretes Objekt war ein Backofen „BackDat“ für den die Unternehmensleiterinnen und –leiter alles im Blick haben mussten: vom Einkauf der Rohstoffe und der Einstellung von Personal, über die Entwicklung und Herstellung des Gerätes, die Kalkulation und schließlich die Werbung. Nicht unwesentliches Element war die Marktbeobachtung auch in Hinsicht auf die Konkurrenz. Am Anfang stand die Neugründung von fünf Firmen – Gruppen von je fünf Schülern – für die verschiedenen Bereiche.
Die Zehntklässler, die an der Schwelle zum Berufsleben stehen, konnten das trainieren, was heute in der Wirtschaft unerlässlich ist: Teamfähigkeit, fächerübergreifendes Denken, Kreativität und die Fähigkeit, Probleme kompetent zu lösen. Sie lernten die wichtigsten Entscheidungsbereiche in einer Firma kennen, und erlebten sozusagen hautnah, wie weit ein Unternehmen in die Markt- und Wettbewerbsprozesse eingebunden ist. Eine Umfrage in der Von-Alten-Straße und eine Werksbesichtigung vervollständigten die Praxisnähe.
Wirtschaftsplanspiele wie „Investor“ wurden entwickelt, um den Nachwuchs zu fördern und zu begeistern und die Berufswahl zu erleichtern. In diesem Fall ist es die Stiftung NiedersachsenMetall, die ein solches Projekt jetzt auch in die Realschulen bringt (vorher waren es nur Gymnasien) in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Manfred Kussatz vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft führte die Realschüler durch das Programm, das von Barbara Schneider von NiedersachsenMetall begleitet wurde.
Am Schluss der Woche gab es einen Marketingabend, an dem Angehörige und Freunde sich von dem Ergebnis überzeugen lassen konnten. Mehr noch: sie waren als eine Art Fachpublikum bei der Präsentation dabei, konnten Fragen stellen und abschließend zu einer Bewertung kommen. Jeweils 10 bis 15 Minuten hatten die einzelnen Gruppen Zeit über ihre Marktforschung zu berichten, ihr Produkt, den Backofen, mit Markennamen, Funktionen und Design sowie Preis und Service vorzustellen, ihre Marketingstrategie zu schildern, inklusive Logo, Werbeslogan und Plakaten. Beeindruckend der kultivierte Auftritt der „zukünftigen Manager und Managerinnen“, ihre präzise Darstellung, Kreativität und Frische bei den Werbemethoden. Das Publikum zeigte sich begeistert und war voll bei der Sache.
Ausschlaggebend mag am Ende nicht so sehr die Gruppenbewertung gewesen sein, wie das Zeugnis, dass die Ausbilder der Burgwedeler Realschule insgesamt erteilten. Die Klasse sei aufgeschlossen gewesen, habe kreativ mitgearbeitet und eine sehr gute Leistung gebracht. Das sei schon etwas Besonderes, sagte Barbara Schneider, die durchaus den Vergleich zu anderen Schulen ziehen konnte.