Rabenkrähen vagabundieren in Schwärmen

Man kann immer sicher sein, dass die jungen Krähen irgendwo einen Wachtposten haben. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Krähen leben streng monogam

BURGWEDEL (hhs). Waren es bis vor wenigen Jahren nur die Elstern, so erweisen sich jetzt auch Rabenkrähen als erfolgreiche Kulturfolger. Wie ihre kleineren schwarz-weißen Verwandten haben sie auch die vielen Vorteile auf engem Raum für sich entdeckt, die die Ortslagen mit ihren Gärten bieten. Rabenkrähen tauchen hier immer öfter auf.
Es sind wunderschöne tiefschwarze Vögel, die gut 90 cm Spannweite erreichen. Hat man ein in der Sonne schillernden Vogel in etwa gleicher Größe vor sich, dann handelt es sich um die Saatkrähe, die aber einen grauen Schnabel hat. Der Schnabel der Rabenkräher ist tiefschwarz.
Man sieht jetzt auch richtige Schwärme dieser intelligenten Vögel, meistens sitzt ein Teil von ihnen auf Weidepfählen, während die Übrigen halb verdeckt im Gras von Wiesen und Weiden nach Nahrung suchen. Man kann ganz sicher ein: Einer dieser Vögel fungiert als Wachtposten. Sobald ein Feind wie der Fuchs oder eine Katze heranschleicht, stößt dieser einen heiseren „Kräher“ aus und alle fliegen schnell davon. Manchmal sitzt der Wachtposten auch im Wipfel eines Baumes in der Nähe. Man bemerkt ihn dort kaum.
Bei diesen frühherbstlichen Schwärmen handelt es sich in aller Regel um ein- und zweijährige Rabenkrähen. Sie verpaaren sich erst im dritten Jahr und leben dann in wirklich strenger Einehe bis an ihr Lebensende. Es ist schon beobachtet worden, dass ein Partner dem anderen zu Hilfe kam, wenn dieser von einem Habicht angegriffen wurde. Haben die Krähen erst einmal ein Brutrevier erobert, dann bleiben sie dort und vertreiben alle anderen Rabenkrähen, die sich dort ansiedeln wollen. Sie sind sehr anpassungsfähig und bei der Nahrung nicht wählerisch: Sie fressen alles.
„Rabenkrähe“ ist nicht die Bezeichnung für eine eigenständige Art sondern für eine Rasse, deren Lebensraum sich über Westeuropa bis etwa an die Elbe erstreckt. Die östlich davon lebende Rasse ist die Nebelkrähe, die Mischformen mit der Rabenkrähe produziert. Eine gemeinsame Bezeichnung für die Art gibt es im Deutschen nicht. Der Vorschlag „Aaskrähe“ als Artbezeichnung hat sich nicht durchgesetzt.