Präsenzgottesdienste entfallen

Die Übergabe des Friedenslichtes vor der Thönser Kapelle konnte noch stattfinden. Jetzt sind alle Präsenzgottesdienste der ev.-luth. Kirchengemeinden in Burgwedel und Isernhagen bis zum 10. Januar 2021 abgesagt.

Glockengeläut lädt Heiligabend zum gemeinsamen Singen ein

Burgwedel/Isernhagen (r/bs). Wohl selten ist den Pastorinnen und Pastoren im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen eine Entscheidung so schwer gefallen wie diese. Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen entschlossen sie sich am Freitag, 18. Dezember, dazu, die meisten Heilig-Abend-Gottesdienste in Präsenzform abzusagen.
„Ich fühle mich nicht wohl dabei, Ehren- und Hauptamtliche in eine Veranstaltung zu schicken, die ich selber aktuell nicht besuchen würde“, hatte eine ehrenamtliche Kirchenvorsteherin aus der Elisabeth-Kirchengemeinde Langenhagen dazu im Vorfeld der Entscheidung mitgeteilt. „Die Einschläge kommen immer näher und wir müssen alles tun, um die Situation zu beruhigen.“
In einem Videomeeting hatte die Konferenz der Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone bereits am Mittwoch das Für und Wider abgewogen: das Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft und Spiritualität auf der einen, die Gefährdung durch das Corona-Virus auf der anderen Seite. „Mein Kopf sagt, dass der Verzicht auf Präsenzgottesdienste richtig ist, aber meinem Herzen fällt diese Entscheidung sehr schwer“, formulierte es Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel aus der St.-Marcus-Kirchengemeinde Wettmar.
„Ich wünsche mir für unseren Kirchenkreis, dass wir alle uns in unseren Entscheidungen der Solidarität über Gemeindegrenzen hinweg sicher sein können – egal, wie diese Entscheidungen in den einzelnen Gemeinden auch getroffen wurden“, sagt auch Superintendent Holger Grünjes.
Bewusst betrifft die Entscheidung zum Verzicht auf Präsenzveranstaltungen auch die geplanten Freiluftgottesdienste: „Zunehmend teilen mir Ehrenamtliche mit, dass sie sich für unsere Weihnachtsgottesdienste vor der Kirche nicht mehr zur Verfügung stellen können“, berichtet Pastor Sebastian Müller aus der Christophorus-Kirchengemeinde Altwarmbüchen. „Ich brauche aber dringend Unterstützung, um das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln sicherstellen zu können.“
Trotz des Verzichts auf die meisten Präsenzgottesdienste haben die evangelischen Kirchengemeinden für Heiligabend und die Weihnachtstage viele Angebote liebevoll vorbereitet: Krippenspiele als Video und in Form von Spaziergängen durch den Ort, die Weihnachtsgeschichte als Videobotschaft, Andachten von der Wäscheleine und im Netz, Fensterkrippen als verbindenden Gruß, musikalische Weihnachtsgrüße auf Video-Kanälen, gemeinsames Glockenläuten und offene Kirchen, in denen Pastorinnen und Pastoren präsent sind und Menschen still für sich beten oder das Licht aus Bethlehem mit nach Hause nehmen können. „Wir vertrauen auf den Gott, der nicht in Palästen wohnt, sondern sich den Menschen da gezeigt hat, wo sie im Alltag leben“ – so haben es Pastorin Wibke Lonkwitz und Pastor Thorsten Buck aus den evangelischen Kirchengemeinden in Bissendorf und Resse formuliert.
In allen Gemeinden im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen werden am 24. Dezember von 18.50 Uhr bis 19.00 Uhr die Glocken läuten. Für 19.00 Uhr sind dann alle Menschen in Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und der Wedemark eingeladen, vor die Tür zu treten und miteinander „O du Fröhliche“ zu singen.
Der Verzicht auf Präsenzgottesdienste gilt vom 19. Dezember bis zum 10. Januar für St.-Marcus Wettmar, Ludwig-Harms-Kirchengemeinde Fuhrberg, St.-Petri Burgwedel, St.-Marien Isernhagen, Christophorus-Kirchengemeinde Altwarmbüchen sowie für St. Nikolai Kirchhorst.