Ponyverband Hannover unterstützt Mitglieder mit seinem Fachwissen

Rund 20 verschiedene Rassen vom Shetlandpony- und Islandpferd über das Deutsche Reitpony bis hin zum Haflinger und Paso Peruano sind im Ponyverband als Zuchtpferde eingetragen. (Foto: Ponyverband Hannover)
 
„Rapunzel “, Reservesiegerin Staatsprämienauswahl Haflinger. (Foto: Ponyverband Hannover)

Rund 20 verschiedene Rassen sind im Ponyverband als Zuchtpferde eingetragen

BURGDORF. Die Mitglieder des Ponyverbandes Hannover haben eine lange Tradition. 1947 gründeten sie ihren Verein in Hannover, seit 2006 hat er seinen Sitz in Burgdorf- Hülptingsen. Der Pferdezüchter kann, anders als in der Stadt, in Hülptingsen mit seinem Anhänger auf einen ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb vorfahren, das Pony messen, einen Besitzerwechsel in den Pferdepass eintragen oder einen Mikrochip am Hals des Fohlens anbringen lassen. „Früher in Hannover“, sagt Volker Hofmeister, Geschäftsführer und Zuchtleiter des Verbandes, „kamen vielleicht zwölf Züchter im Jahr beim Verband vorbei, heute sind es zwölf im Monat.“
Durch die EU-Richtlinien ist der Arbeitsaufwand des Verbandes wesentlich größer geworden. Wer beispielsweise ein Welsh-Pony züchten möchte, muss sich genau an die Richtlinien des Ursprungszuchtbuches in Wales halten. Der Verband übersetzt die Zuchtprogramme, gleicht sie an und berät seine Mitglieder. Früher wurden die Ponys gebrannt, ab dem Fohlenjahrgang 2010 muss laut Viehverkehrsverordnung ein Mikrochip am Hals eingesetzt werden. Die Ehrenamtlichen des Verbandes werden darin geschult, damit die Züchter wegen des Mikrochips nicht den Tierarzt rufen müssen.
Derzeit hat der Verband 2034 Mitglieder, Mitte der 90er Jahre waren es noch knapp 3000. „Die Zahl der Pferdezüchter ist in Deutschland grundsätzlich zurückgegangen“, weiß Hofmeister. Das Pony sei für viele Menschen ein Hobby und kein Wirtschaftszweig, mit dem man Geld verdienen könne. Die Nachfrage nach Fohlen und Zuchtstuten sei auch wegen der Wirtschaftskrise zurückgegangen.
Vor fünf Jahren hat sich der Verband mit fünf anderen Zuchtverbänden zu einer GmbH zusammengeschlossen, um die Ponys besser vermarkten zu können. „Spitzenpferde“, sagt Hofmeister, „sind für die Vermarktung kein Problem, aber das normale Pferd geht nur zum geringen Preis oder gar nicht.“ Daher sei es notwendig, möglichst viel Fachwissen zu bündeln, um sich am Markt besser zu behaupten. Schließlich sollten von den Züchtern robuste, charakterfeste und gesunde Pferde für alle Bereiche des Pferdesports produziert werden. Ebenso können beispielsweise Fjordpferde im therapeutischen Reiten als zuverlässiger Partner eingesetzt werden.
Viele Außenstehende wissen nicht, dass der Ponyverband eigentlich ein Vielrassenverband ist. Alle Tiere, die in den Warmblut-Verbänden nicht betreut werden, sind im Ponyverband aufgenommen. Rund 20 verschiedene Rassen vom Shetlandpony- und Islandpferd über das Deutsche Reitpony bis hin zum Haflinger und Paso Peruano sind im Ponyverband als Zuchtpferde eingetragen. Hierbei handelt es sich um Pferde von ca. 80 cm bis 158 cm Widerristhöhe.
Immer für Innovation offen, integrierte der Ponyverband Hannover bei seiner Junghengstkörung im Oktober als erster Ponyverband in Deutschland einen zusätzlichen Sachverständigen aus dem Ponysport in die Körkommission. Auf diese Weise soll für die Züchter mehr Fachwissen gebündelt werden.
Der Ponyverband ist erreichbar unter Tel. 05136/9703909, nähere Informationen finden sich auch im Internet unter www.ponyhannover.de.
Ingrid Hilgers