Polizei zieht Bilanz für 2011: Mehr Straftaten - aber weniger Verkehrsunfälle

V.l.: Der Leiter des Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Großburgwedel Emil Bahn und Kommissariatsleiter Günter Heller stellten die Polizeistatistik für das Jahr 2011 vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Anzahl der Körperverletzungen um 27 Prozent angestiegen

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). GROSSBURGWEDEL (hhs). Das Polizeikommissariat Großburgwedel hat neulich Bilanz gezogen über das Jahr 2011. In den beiden Kommunen ist die Zahl der Straftaten um 124 auf 2348 gestiegen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle dagegen ging zurück um 95 auf 1002.
Die Arbeit der Beamten des Polizeikommissariats beschränke sich aber nicht auf die Ermittlungen zu den Straftaten und schließlich auch bei den Verkehrsunfällen, so der Leiter Erster Hauptkommissar Günter Heller. Wenn man den gesamten Umfang der Tätigkeit aller Beamtinnen und Beamten zusammenfasse, kämen zu den 2348 Straftaten und 1002 Unfällen noch 4610 „sonstige Ereignisse“ hinzu. Darunter fallen sämtliche Präventionsmaßnahmen, Verkehrsüberwachungen und die Präsenz der Beamtinnen und Beamten in der Stadt.

5,6 Prozent mehr Straftaten

Die Anzahl der Straftaten ist mit 124 um 5,6% gestiegen. In der Stadt Burgwedel gab es 1107 Vorfälle, in der Gemeinde Isernhagen 1241. Bemerkenswert dabei ist, dass die Anzahl der Körperverletzungen von 152 auf 193 um 27% gestiegen ist. Die Diebstahldelikte dagegen sind annähernd gleich geblieben. Im Jahr 2010 waren es 1031, im vergangenen Jahr 1040. Damit nehmen die Diebstahldelikte nahezu die Hälfte aller Straftaten ein. Die so genannten „schweren Diebstahldelikte sind allerdings von 469 auf 432 zurück gegangen.
Die Aufklärungsquote seiner Mitarbeiter seiner Beamten sei leicht auf 57,26% gestiegen, freuten sich Günter Heller und Emil Bahn, Leiter des Ermittlungsdienstes.

Hinweise aus der Bevölkerung

Den Erfolg ihrer Arbeit führten beide darauf zurück, dass die Unterstützung aus der Bevölkerung mit ihren Hinweisen getragen werde. Sorgen bereitet beiden Beamten allerdings die Zunahme bei den Körperverletzungsdelikten. Sie sind um 31 auf 193 angestiegen. In dieser Zahl finden sich auch die angezeigten Delikte häuslicher Gewalt wieder.
Die Straftatbereiche im Einzelnen: Von den 2348 Straftaten insgesamt waren 21 gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen die persönliche Freiheit 311, räuberische Erpressung zehn, Körperverletzung 193, Stalking 107. Fälschungsdelikte kamen 449 mal vor, Sachbeschädigung 216, Rauschgiftdelikte 47. Bei Diebstahl melden die Beamten einen Rückgang beim schweren Diebstahl aus Wohnungen um mehr als die Hälfte der Vorfälle des Vorjahres auf 44, gestiegen sind die Diebstahldelikte aus Kraftfahrzeugen, Fahrraddiebstahl ist um ein Drittel auf 129 gesunken.

Tipps gegen Fahrraddiebstahl
In diesem Zusammenhang erinnerten die Beamten daran, jeder Radfahrer solle sein Fahrrad fotografieren und das Foto im Falle des Diebstahls den ermittelnden Beamten übergeben. „Das versetzt uns in die Lage, ein gestohlenes Rad sicher wieder erkennen zu können“, so Heller. Er riet auch dazu, die Beratungsmöglichkeiten der Polizei zu nutzen, um Wohnungseinbrüche zu verhindern. Das Netzwerk „Zuhause sicher“ stehe dafür immer zur Verfügung.
Insgesamt seien in den beiden Kommunen Burgwedel und Isernhagen in 2011 immerhin 47 Rauschgiftdelikte ermittelt worden, hieß es. 21 davon in Burgwedel und 26 in Isernhagen. Der Anstieg zum Vorjahr sei rein rechnerisch knapp 81% und damit vordergründig gewaltig. Man müsse die Zahl aber auch damit begründen, dass die Beamten die meisten Delikte bei den Verkehrsüberwachungsmaßnahmen festgestellt hätte. Wesentlicher Grund sei auch, dass die Messgeräte sensibler geworden sind.

Zunahme der Personenschäden
Etwas Sorgen bereitet den Beamten die Entwicklung der Verkehrsunfälle. Deren Zahl ist zwar um knapp 8,5% zurück gegangen auf 1002, aber die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist angestiegen um 15,15% auf nunmehr 152. Dabei wurden 23 Menschen schwer und 168 Opfer leicht verletzt. An 58 dieser Unfälle waren Radfahrer beteiligt. In diesem Zusammenhang bemängelten die Beamten insbesondere das Anschnallverhalten von Kindern in Kraftfahrzeugen.
Zum Leidwesen der Polizei sei die Zahl der Verkehrsunfallfluchten wieder angestiegen auf insgesamt 285. 13 davon sind Unfallfluchten mit Personenschaden gewesen. Etwa die Hälfte dieser 285 Delikte haben auf den Parkplätzen der Einkaufszentren stattgefunden.
Die Aufklärungsquote bei den Unfallfluchten mit Personenschaden ist hoch und liegt bei 77%. Die Quote bei Fluchten ohne Personenschaden ist auf knapp 46% der Vorfälle gesunken. Die ermittelten Hauptunfallursachen sind 13 Alkoholfahrten, 22 Drogenvorfälle, 14 Vorfälle Alkohol und Drogen, 81 Abbiegen, 108 Vorfahrtmissachtungen und 58 Unfälle mit Radfahrern. Unfallschwerpunkte im Gebiet des Polizeikommissariats sind in Burgwedel der Bereich von der IKEA-Kreuzung bis zur BAB-Ausfahrt bei Rossmann, die Parkplätze der Einkaufszentren sowie in Altwarmbüchen die Situation an der Opelstraße und an der Boschstraße.