Polizei warnt Stadt und Region vor dem „Enkeltrick“

Trickdiebe erbeuten mehr als 100.000 Euro

BURGWEDEL/HANNOVER (bs). Unbekannte Täter haben in der Zeit vom 31.05. bis 01.06.2012 in der Stadt und der Region Hannover bei Seniorinnen und Senioren mit dem sogenannten „Enkeltrick" mindestens 105.000 Euro erbeutet. Die Polizei sucht Zeugen.
Am Donnerstag gegen 10.00 Uhr hatte eine 81-Jährige aus Großburgwedel einen Anruf eines Mannes erhalten, der sich als ihr Enkel ausgab. Er erklärte ihr, dass er etwas ersteigert habe und deshalb sofort 40 000 Euro benötigen würde. Die Seniorin fuhr daraufhin zur Bank und hob 30 000 Euro von ihrem Konto ab. Währenddessen stand der Unbekannte die ganze Zeit über Handy in Kontakt mit ihr. Er lotste sie so auf einen Parkplatz an der Isernhägener Straße, wo es dann zur Übergabe des Geldes an einen ihr fremden Mann kam. Der „Abholer" ist 1,65 bis 1,70 Meter groß, normal gebaut, hat kurze, mittelblonde Haare, die vorne etwas lockig sind.
Er trug eine dunkle Hose sowie eine blaue Jacke mit mehreren Außentaschen. Ein weiterer Fall ereignete sich etwa zwei Stunden später. Ein 84 Jahre alter Mann aus Bemerode wurde von einem Unbekannten angerufen, der sich als sein Neffe ausgab. Dieser erzählte, er hätte gerade eine Immobilie gekauft und bräuchte nun dringend 40.000 Euro. Selbst hätte er jedoch keine Zeit, um das Geld abzuholen und würde einen Bekannten schicken.
Daraufhin begab sich der 84-Jährige zur Bank und hob den geforderten Betrag ab. Auf dem Weg nach Hause sprach ihn ein Fremder an der Brabeckstraße (Bemerode) an und gab vor, das Geld abholen zu sollen. Nach dem Aushändigen ging der Täter mit der Beute zu Fuß in Richtung Bemeroder Rathausplatz davon. Der Mann ist zwischen 25 und 30 Jahren alt, etwa 1,70 Meter groß, spricht hochdeutsch, hat kurze, dunkle, gelockte Haare und sieht südländisch aus. Zu seiner Bekleidung können keine Angaben gemacht werden.
Ebenfalls erfolgreich waren ein Dieb und sein Komplize, die einer 86-Jährigen vorgaukelten, ihr Neffe zu sein und 35.000 Euro stahlen. Der Anruf erreichte die Seniorin in ihrer Wohnung im Stadtteil Burg am 01.06.2012 um 10.30 Uhr. Ihr „Neffe" bat sie um den Betrag von 50.000 Euro. Das Opfer konnte jedoch „nur" 35.000 Euro aufbringen und übergab das Geld an der Wohnungstür an einen ihr nicht bekannten Mann.
Dieser ist 30 bis 35 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß und mollig. Er ist vermutlich Asiate und hat ein rundliches Gesicht. Bei der Tat trug er einen dunkelgrünen Parka und eine dunkle Wollmütze. Die Polizei prüft Zusammenhänge. Die Ermittlungen dauern an.  Wer Hinweise zu einem der drei Fälle geben kann, setzt sich bitte mit dem Polizeikommissariat Nordstadt unter der Telefonnummer 0511-109-3117 in Verbindung.