Polizei Großburgwedel sagt Fahrraddieben den Kampf an

Wo ist denn das sichere Fahrradschloss? Polizeikommissarin Anja Tieck im Gespräch mit einer Radfahrerin am Mittwochmorgen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Diese Dame hatte sich die Rahmennummer ihre Fahrrads notiert, als Polizeikommissar Andreas Ertel sie darauf ansprach. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Im ersten Halbjahr 2011wurden schon 88 Fahrräder gestohlen

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Schlechte Zeiten für Fahrraddiebe kündigt das Polizeikommissariat Großburgwedel in seinem Zuständigkeitsbereich an. Der Grund ist nachvollziehbar: Im ersten Halbjahr 2011 wurden schon 88 Räder, vornehmlich Damenfahrräder gestohlen. Die Beamten leiten daraus eine Tendenz zur Erhöhung dieser Delikte im Vergleich zu den Vorjahren ab: 2009 waren es 158, im Jahr darauf 165 Diebstähle, die zur Anzeige gekommen sind. Über die Dunkelziffer kann man nur spekulieren.

Die Statistik der Polizei verkündet aber auch eine traurige Wahrheit: Großburgwedel ist mit 46 gestohlenen Rädern Brennpunkt, Altwarmbüchen ist mit zwölf Delikten dagegen etwas abgeschlagen. „Ein auffallend häufiger Tatort ist der Bahnhof in Großburgwedel“, sagt Polizeikommissar Andreas Ertel im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Nun wollen die Beamten Ernst machen in ihrem Kampf gegen den Fahrradklau. Am Mittwoch haben die Beamten mit einer vorbeugenden Aktion begonnen, einen Sondereinsatz mit präventivem Charakter: Bei Kontrollen in Altwarmbüchen und Großburgwedel wurden Radfahrer angesprochen und auf das Straftatenaufkommen bei Fahrraddiebstahl sensibilisiert. Dabei ging es im wesentlichen darum, den Mitbürgerinnen und Mitbürgern einfache Möglichkeiten zur Verhinderung eines Fahrraddiebstahls zu zeigen. „Die Radfahrer sollten immer ein möglichst massives Fahrradschloss dabei haben“, führte Polizeikommissar Andreas Ertel an. „Außerdem händigen wir unsere Informationsbroschüre „Guter Rat ist nicht teuer. Und der Verlust Ihres Rades?“ aus“, so Ertel weiter. „Diese Broschüre kann sich jeder auch bei uns im Polizeikommissariat abholen“.
Die beiden Beamten rieten den Radfahrern, ihre Räder nicht einfach nur abzuschließen. „Es macht mehr Sinn, wenn man die Räder irgendwo fest anschließt“, riet Polizeikommissarin Anja Tieck. Und sie gab zu bedenken, dass jedes Fahrrad über eine Rahmennummer verfügt, die man kennen und sie notieren sollte. Besser sei es noch, sich einen Fahrradpass zu verschaffen, um im Falle eines Diebstahls sofort die nötigen Angaben machen zu können. „Das erleichtert uns dann die Fahndung sehr“.
Polizeikommissar Ertel rät allen Radfahrern zu einer zusätzlichen Fahrradcodierung, wie sie die Polizei und andere Institutionen mehrmals im Jahr anbieten. „Codierungen haben eine hohe abschreckende Wirkung auf die Diebe“, weiß Ertel. „Wenn wir bei einem Einsatz eine Fahrradcodierung überprüfen, dann läuft das ebenso schnell wie eine Halterfeststellung bei einem Kraftfahrzeug“, erklärt er den Vorteil dieser Schutzmaßnahme. „Wer mit einen geklauten aber codierten Rad erwischt wird, ist dann im Erklärungsnotstand“.
Man sollte auch niemals sein geliebtes Rad auf dem eigenen Grundstück ungesichert abstellen, ein Rad ist schnell gestohlen. Und um eins bitten die Beamten beinahe inständig: Bitte sofort die Polizei verständigen, wenn verdächtige Personen beobachtet werden und ganz offensichtlich funktionstüchtige Fahrräder an untypischen Örtlichkeiten versteckt werden.
Am frühen Mittwochmorgen begannen die Beamten mit ihrer Präventivmaßnahme in Großburgwedel auf dem Domfrontplatz, am Nachmittag wurde sie in Altwarmbüchen fortgesetzt. Natürlich gingen die Beamten bei den Gesprächen auch auf die Verkehrssicherheit der Fahrräder ein. Im Ergebnis wurden 77 Fahrräder kontrolliert, 35 davon waren mit sicheren Schlössern ausgestattet, 55 Fahrerinnen und Fahrer hatten die Rahmennummer bereit, zehn Räder waren codiert. 13 Fahrräder waren nicht verkehrssicher, zwei Fahrer davon erhielten eine Mängelliste und müssen nun ihre Räder zunächst in einen verkehrssicheren Zustand zurückversetzen und dann bei der Polizei vorführen. An der Endhaltestelle der Stadtbahn in Altwarmbüchen überprüften die Beamten ein dort abgestellte Rad und es kam dabei heraus, dass dieses 2006 in Bayern gestohlen war. Dieses Rad wurde sichergestellt. Natürlich wird es in den kommenden Wochen nicht allein bei präventiven Maßnahmen gegen den Fahrradklau gehen. „Vorbeugen ist das Eine, wie werden aber auch polizeiliche Maßnahmen an den Brennpunkten durchführen“, kündigte Polizeikommissar Andreas Ertel an.