Politikerinnen auf Sommertour

SPD-Landtagsabgeordnete zu Gast bei Steinlen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Die SPD-Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch, Claudia Schüßler und Kerstin Liebelt besichtigten auf ihrer Sommertour durch die Region Hannover das Burgwedeler Familienunternehmen Steinlen.
Im Gespräch mit Geschäftsführer Axel Brinkmann und Vertriebsleiter Jonas Leffers informierten sich die Politikerinnen über Chancen und Probleme des Fachbetriebs für Elektrische Antriebstechnik, der weitere Standorte in Hamburg, Bremerhaven und dem polnischen Ostrzeszów hat.
Das Kundenspektrum reiche von der „Zwei-Mann-Bude bis zu großen Automobilisten“, daher könne das Unternehmen nach wie vor erfreuliche Zuwächse verzeichnen, berichtete Jonas Leffers. „Die Auftragslage ist sehr gut“, ließ der Vertriebsleiter wissen und verwies auf den Abwärtstrend in einigen Industriezweigen: „Wir merken davon gar nichts.“
Axel Brinkmann ist ebenfalls zufrieden mit der Lage des Unternehmens, äußerte jedoch Kritik am Wirtschaftsministerium und bemängelte: „Brüssel, Berlin, Hannover und Burgwedel, das ist eine Ebene zu viel“. Natürlich seien regionale Vertretungen notwendig, nicht nur in der Politik, sondern auch im Handwerk. Zu viele Schnittstellen verursachten jedoch „Reibungsverluste“ und Informationen versackten oder würden verfälscht. Häufig würden Entscheidungen von einer Instanz auf die andere geschoben und viele Bereiche seien „überreguliert“, kritisierte Brinkmann.
Thordies Hanisch räumte ein, dass manches durchaus „mehrgleisig organisiert“ sei oder ein „Doppelsystem“ existiere. Im Hinblick auf „arbeitsteilige Organisation“ habe es sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, mehrere Ebenen zu haben. Als Beispiel führte sie die Landwirtschaft an, die im gesamten Bundesgebiet regional sehr unterschiedlich aufgestellt sei. Jedes Bundesland habe einen anderen Schwerpunkt, der in Ausschüssen und Gremien abgebildet werden müsse, hielt sie entgegen.
In der Gesprächsrunde kam der Fachkräftemangel zur Sprache, der auch an diesem Unternehmen nicht spurlos vorbei geht. Vor allem Fachpersonal und Ingenieure für Elektromaschinenbau würden gesucht, größere Industriezweige „graben sie uns ab“, erklärten Leffers und Brinkmann.
Zurzeit beschäftige das Unternehmen am Standort Burgwedel vier Auszubildende im gewerblichen und zwei im kaufmännischen Bereich. Steinlen bemühe sich auch aktiv um Auszubildende und habe damit durchaus Erfolg. Doch es werde immer schwerer, die Plätze angemessen zu besetzen. „Wir setzen auf Praktika“, so Leffers. Außerdem beteilige sich das Unternehmen an der Ausbildungsmesse „Startklar“, die im September in Burgwedel stattfinden werde.
Das Angebotsprofil des Unternehmens, dessen Kernprogramm die Produktion aktiver Antriebselemente sowie deren Wartung und Neulieferung umfasst, verschiebe sich. „Der Servicebedarf steigt“, betonte Brinkmann.
Dazu komme die „vorbeugende Instandhaltung“ mit eletronischer Zustandsüberwachung der Anlagen per App. Daraufhin von Hanisch auf die Digitalisierung angesprochen, verdeutlichte der Geschäftsführer, dass ein so hoch spezialisiertes Unternehmen trotz neuer Robotertechnik nicht ganz ohne Mitarbeiter auskommt: „Manpower wird nicht eingespart, Leute werden nicht ersetzt!“.