Podiumsdiskussion der CDU Burgwedel

Ortrud Wendt (r.) moderierte die Podiumsdiskussion mit (v. l.) Kay Uplegger, Frederik Eichstaedt und Tilman Kuban. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Luca Henkel (l. mit Mikrofon) sprach sich für eine Europäische Nation aus, mit der sich junge Menschen seiner Ansicht nach eher identifizieren könnten (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Europakandidat Tilman Kuban: „Europa steht für Frieden, Freiheit und Wohlstand“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Vor dem Hintergrund der Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai hatte die CDU Burgwedel zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, die unter das Motto „Europa - was haben wir davon?“ gestellt wurde. Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann begrüßte rund 50 Gäste im Kokenhof und hob hervor, dass neben dem CDU-Europakandidaten Tilman Kuban und dem Landesvertreter der Familienunternehmer Kay Uplegger auch Frederik Eichstaedt als Vertreter der jungen Generation zum Thema sprechen werde. Nach der Entscheidung Großbritanniens für den Brexit habe sich gezeigt, dass sich dort zu wenige junge Briten an der Abstimmung beteiligt hätten. „Europa ist ein spannendes Thema, auch für jüngere Menschen“, betonte Fredermann. Daher sei man auf den Sieger des Regionalwettbewerbs Jugend debattiert gekommen und habe den 16-jährigen Eichstaedt zur Diskussion eingeladen.
Kommunikationsexpertin Ortrud Wendt moderierte das Thema und hob mit Blick auf den 26. Mai hervor: „Sie haben die Wahl.“ Tilman Kuban unterstrich die Wichtigkeit der Europäischen Union, die laut seiner Aussage nicht nur für Regelwerk stehe, sondern im wesentlichen für „Frieden, Freiheit und Wohlstand“. „Wir können stolz darauf sein, dass wir in einem friedlichen Europa leben“, betonte er. Das sei alles andere als selbstverständlich. Damit traf er größtenteils den Nerv der mittleren bis älteren Generation. Die jüngeren Besucher stimmten zwar auch zu, kritisierten jedoch eine fehlende europäische Nation. Obgleich es viele Vorteile wie Reisefreiheit, einheitliche Währung und Produktvielfalt gebe, vermissten jüngere Menschen eine „Vision“ von Europa, mit der man sich identifizieren könne. „Der Großteil unserer Generation beschäftigt sich nicht so mit Europa“, merkte Frederik Eichstaedt an. Europa sei zwar in den Jahren der Flüchtlingskrise etwas mehr in den Fokus gerückt, mittlerweile stünden bei den Jugendlichen jedoch eher Themen wie Klimaschutz im Vordergrund. „Für Europa wird zu wenig geworben, es ist nicht zu vergleichen mit einem Nationalstaat, in dem man viel über die nationalen Medien mitbekommt“, merkte Luca Henkel aus dem Publikum an.
Der Familienunternehmer Kay Uplegger möchte Europa nicht auf Geld und die Frage „Was habe ich davon?“ reduziert sehen. „Dieser Spirit, dass wir überzeugte Europäer sein wollen, das fehlt“, kritisierte er. Dennoch stelle er in Deutschland einen großen Hang zu Europa fest, der ihn mit Stolz erfülle. Als Beispiel nannte er die Begegnung mit einem französischen Geschäftspartner, der voller Erstaunen die Europaflagge neben der deutschen Nationalflagge auf dem Berliner Reichstag zur Kenntnis genommen habe. „Das ginge in Frankreich gar nicht“ habe dieser darauf hin gesagt. Zwiespältig steht der Unternehmer dem Brexit gegenüber. Einerseits wolle er, dass die Briten blieben, andererseits sollten sie gehen und nicht „unser Europa kaputt machen“. Erfolge ein ungeregelter Brexit, gebe es zwar drei Monate Chaos, doch dann werde sich das Ganze „berappeln“, ist Uplegger zuversichtlich. Auch Tilman Kuban sehnt sich nach einer konkreten Lösung: „Ich halte es für einen Fehler, wenn die Briten die EU verlassen. Aber sie haben sich dafür entschieden und dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben. Wir sollten nicht den Fehler machen, ihnen immer weiter Aufschub zu gewähren“, sagte er zur Brexit-Frage.
In einem leidenschaftlichen Kurzplädoyer führte Zuhörer Friedrich Karl Freiherr von Wrangel den Gästen vor Augen, dass es sich lohnt, Europa als Friedensallianz zu erhalten. Gerade wenn junge Menschen fragten „Was habe ich davon?“ rate er dazu, auf die Soldatenfriedhöfe in Ahlem oder überall in Europa zu gehen. „Wenn sie dort hingehen, stehen den jungen Leuten die Tränen in den Augen, denn es sind nur Gräber von 18- oder 19-jährigen Jungen da“, berichtete er. „Dann wisst ihr, wofür Europa heute steht“, sei eine Antwort auf die Frage, so von Wrangel.
Abschließend mahnte Tilman Kuban eine positive Debatte um Europa an. Mit Bürokratie und Verordnungen würden nach wie vor Negativbeispiele in den Vordergrund gestellt. „Wenn man dieses Feld allein den Nörglern und Miesmachern überlässt, dann sieht man in Großbritannien, was dabei heraus kommt“, warb er für den europäischen Gedanken. Es dürfe kein Nährboden geschaffen werden, für „aberwitzige Argumente“ gegen Europa. Darum sei die Arbeit der Initiative „Pulse of Europe“ besonders wichtig, da diese gemeinsam nach außen trage: „Europa ist unsere Zukunft!“
Um aktiv für die Europawahlen zu werben, veranstalten die Burgwedeler Parteien sowie Verbände und Vereine am Sonnabend, 11. Mai, von 10 Uhr bis 12 Uhr auf dem Domfrontplatz in Großburgwedel ein gemeinsames Europafest, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.