„Plane rauf, Plane runter“ beim Wettmarer Garagenflohmarkt

Vielfach hatten sich mehrere Nachbarn und Freunde mit ihren Verkaufsständen zusammengetan wie in dem malerischen Garten von Inge Stark. (Foto: Renate Tiffe)
 
Neben der Bücherei hatte sich eine Art „Ladenstraße“ entwickelt, die zum Stöbern verlockte. (Foto: Renate Tiffe)

Das launische Wetter tat der guten Stimmung aber kaum Abbruch

WETTMAR (ti). Es war der vierte Wettmarer Garagenflohmarkt und noch geben Keller und Boden genug her, was sich dort ansammelt, weil es sich im eigenen Haushalt oder mit dem Alter der Kinder überlebt hat.
Anderen dagegen gereicht es immer noch zur Freude oder zur Komplettierung. Davon lebt der Flohmarkt, der sich keineswegs auf Garagen und Dachunterstände beschränkt und deswegen in diesem Jahr etwas wetteranfällig war – was allerdings der guten Stimmung kaum Abbruch tat.
Selten ist an einem Sonntag soviel Bewegung im Dorf. Selbst auf der Hauptstraße konnten Autofahrer zeitweise im Slalom nur Schritttempo fahren. Viele Schau- und Kauflustige waren mit Fahrrädern unterwegs und sonst wie Eilige kamen auf Tretrollern voran – wie die drei Jungen, die auf dem Rückweg stolz einen Fernseher nach Hause transportierten.
Es gab einfach nichts, was es nicht gab, zu annehmbaren Preisen, oft auch ganz billig. Von der Schallplatte bis zu massenweise CDs, von Haushaltsgegenständen bis zu altem Glas, Porzellan und allerlei Dekoartikeln, Spielzeug und gut erhaltenen Kindersachen in Mengen, Bilder Bücher, bis hin zu Gokarts und Fahrrädern. Der Sonntag bot die Zeit und die Ruhe zum gemächlichen Aussuchen, für besonders Talentierte auch zum Feilschen.
Manche Anbieterin entschied sich dann doch, die alte Schallplatte mit Songs von Nana Mouscouri wieder zurückzunehmen und erst auf CD zu brennen, bevor sie wieder in den Verkauf gehen sollte – vielleicht beim nächsten Mal? Auch richtige Flohmarkt-Profis gab es auf der einen wie auf der anderen Seite. Um eine filigran gestaltete Silberkelle, deren Gebrauchswert nicht ganz eindeutig war, wurde bei Kaffee und Kuchen immer mal wieder verhandelt, bis die Eigentümerin sich doch entschied, das gute Stück zu behalten.
Vielfach hatten sich mehrere Nachbarn und Freunde mit ihren Verkaufsständen zusammengetan wie in dem malerischen Garten von Inge Stark an der Hauptstraße. Obendrein duftete es dort verführerisch nach selbstgebackenen Waffeln – eine Gemeinschaftsaktion der beteiligten Standinhaberinnen, deren Erlös wie schon im vergangenen Jahr dem Burgdorfer Tierheim zugutekommen sollte.
Neben der geöffneten Bücherei, in der sich, wie Heidrun Schümer berichtete, weitaus mehr Besucher eingefunden hatten als erwartet, hatte sich eine Art Ladenstraße aufgetan. Außer den Kaufangeboten gab es dort auch einen Grillstand, Kaffee und Kuchen und den begehrten Holundersaft. „Es ist so eine gute Gelegenheit, Bekannte zu treffen, die man lange nicht gesehen hat, oder auch neue Leute kennenzulernen, meinte Bärbel Bartels.
Das ist auch das große Anliegen der drei Initiatorinnen des Garagenflohmarktes, Susanne Albers, Ulrike Bigalke und Kerstin Winkel, dass Leute zusammenkommen aus den alten und den neuen Ortsteilen, dass sich die Gemeinschaft im Dorf festigt. Mittlerweile sind regelmäßig 80 und mehr Verkaufsstellen beteiligt. Manche Anbieter bleiben weg, dafür melden sich immer wieder neue an. Im nächsten Jahr wird der Flohmarkt allerdings eine Pause machen, gut für die ehrenamtlichen Organisatorinnen, die alle drei berufstätig sind.