Pastor Wilfried Karneboge verlässt Kirchengemeinde St. Marcus

Der neue Kirchenvorstand mit Pastorin Karin Borchers-Schmidt (links) und Diakon Jurek Matuszkiewicz (Mitte). Die Mitglieder von links: Annelore Wolny, Heiner Hoppe, Angelika Berger, Sonja Tiemeyer, Christel Timm, Rainer Lührs, Stefanie Brunkhorst und Günter Hennigs. (Foto: Renate Tiffe)

Neuer Kirchenvorstand vor einer weiteren schwierigen Aufgabe

WETTMAR (ti). In der St. Marcus-Kirche in Wettmar hatte sich die Kirchengemeinde am Sonntag zu einem festlichen Gottesdienst eingefunden. Der Wechsel im Kirchenvorstand wurde vollzogen. Kurz vor dem Schluss kam dann die Mitteilung: Pastor Wilfried Karneboge sei von seiner schweren Krankheit soweit genesen, dass er seine Arbeit wieder aufnehmen könne. Dies werde aber nicht in Wettmar sein. Bereits zum 1. Juli werde er die Kirchengemeinde verlassen. Eingeladen wurde zu einem Abschiedsgottesdienst am Nachmittag des 22. Juli.
Ein Aufatmen war durch die Kirchenbänke gegangen, als Pastorin Karin Borchers-Schmidt in den Abkündigungen vom Ende der langen Krankheit sprach. Völlig überraschend kam dann für viele die Nachricht, dass Wilfried Karneboge eine andere Aufgabe innerhalb der Landeskirche übernehmen werde. Er wird künftig in der Altenheim-Seelsorge Garbsen-Seelze tätig sein. Eine Kirchengemeinde zu betreuen, zumal eine so große wie die von St. Marcus, sei ihm noch nicht zuzumuten.
Karneboge genießt ein hohes Ansehen in Wettmar, weit über seine seelsorgerlichen Fähigkeiten hinaus. Ihm ist es im wesentlichen mit zu verdanken, dass den Bestrebungen Einhalt geboten wurde, das mehr als 700 Jahre alte Kirchspiel Wettmar – Engensen – Thönse aufzulösen. Die 700-Jahrfeier im Jahr 2007, von ihm initiiert und geprägt, war ein dreitägiges Fest für den ganzen Ort. Er ist in Vereinen vertreten und beteiligte sich mit Rat und Tat an öffentlichen Feiern. Vorausblickend hatte er sich stark für den Neubau des Gemeindehauses eingesetzt.
Der neue Kirchenvorstand steht nun vor einer weiteren schwierigen Aufgabe. Zwar wurde mit Pastorin Borchers-Schmidt die Grundversorgung in der Wettmarer Kirche gesichert - und das soll vorerst auch so bleiben. Eine halbe Stelle reicht jedoch auf Dauer nicht aus für die Leitung. Ein neuer Pastor/eine Pastorin muss gefunden werden.
Natürlich drehten sich nach dem Gottesdienst beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus viele Gespräche um die neue Personalsituation aber auch die frisch eingesetzten Kirchenvorstandsmitglieder standen im Fokus. Gewählt worden waren Angelika Berger und Stefanie Brunkhorst aus Wettmar, Günther Hennigs und Christel Timm aus Thönse und Heiner Hoppe und Annelore Wolny aus Engensen. Dazu berufen wurden Rainer Lührs, Wettmar und Sonja Tiemeyer, Thönse. Vier der acht Vorstandsmitglieder gehörten bereits dem vorherigen Vorstand an, allen voran der Vorsitzende Günter Hennigs, der schon seit 24 Jahren in dem Gremium vertreten ist, davon 18 Jahre als Vorsitzender. Mit einer Urkunde verabschiedet wurden Thea Wattenberg, Sabine Gerns-Kalweit und Hans-Jürgen Lindemann.
In ihrer Predigt hatte Karin Borchers-Schmidt das starke ehrenamtliche Engagement des bisherigen Vorstands herausgehoben, besonders auch im Hinblick auf die Erkrankung Karneboges. Jetzt in der Phase des Umbruchs, die viele Veränderungen in der Gemeinde mit sich bringe, gelte es die Kirche weiter mit Leben zu füllen. Das erfordere viel Kraft in einer Zeit, in welcher die Institution nicht mehr so im Mittelpunkt der Gesellschaft stehe. Den Neu-Verantwortlichen gab sie das Bibelwort mit auf den Weg: In Christus verborgen liegen alle Schätze... .
„Werden Sie zu Schatzsuchern“, rief sie – nicht nur – den neuen Kirchenvorstand auf und übergab nach der Einsegnung jedem Mitglied eine kleine Schatztruhe. Darin sollten sie die Kostbarkeiten der kommenden sechs Jahre sammeln: ein gutes Wort, eine denkwürdige Begebenheit, persönliche Begegnungen und gelungene Sitzungen. Der Weg zu Gott sei immer auch ein Weg zu den Menschen, sagte die Pastorin.