Ortsrat lehnt neuen Standort für Brechanlage ab

„Nachteile überwiegen: das ist volkswirtschaftlicher Schildbürgerstreich“

KLEINBURGWEDEL (hhs). Am Mittwoch tagte der Ortsrat Kleinburgwedel. Neben dem Bericht des Ortsbürgermeisters, in dem dieser eine absolut positive Zwischenbilanz der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Jubiläum zog, stand unter Tagesordnungspunkt 4 die Verlagerung der Brechanlage Bluhm. Dieses Thema beherrscht die Ortschaft, insbesondere die Anlieger am Hornweg und im Heidewinkel. Sie haben in einer Unterschriftenaktion Ortsbürgermeister Jürgen Schodder gegenüber ihren Unmut ausgedrückt. Sie befürchten für den Fall, dass die Bauschuttrecyclinganlage wirklich an den neuen Standort verlagert wird, weitaus mehr Staub, Schmutz, Lärm und Schwerlastverkehr.
Der Ortsbürgermeister führte zunächst aus, dass es an diesem Abend darum ginge, über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das ins Auge gefasste Grundstück zu entscheiden und für die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes. Er erläuterte, es sei vorgesehen, für den neuen Standort die gleichen Festsetzungen zu treffen, die schon für den alten Standort gelten, an dem die Firma Bluhm seit Jahren den Bauschutt verarbeitet. Demnach werde auch der neue Standort als Sondergebiet ausgewiesen. Allerdings blieben noch viele Fragen offen: „An wie viel Tagen im Jahr ist die Anlage in Betrieb?“, fragte Joachim Feuerhahn von der SPD . „Welches Volumen und welche Höhe werden die Schuttberge bekommen? Wie groß wird die Belästigung der Anlieger schließlich wirklich sein?“, fuhr er fort.
Auch Carsten Lindemann von der CDU formulierte seine Schwierigkeiten mit dem neuen Standort. Zum einen sieht er Probleme bei der Vermarktung der Gewerbegrundstücke des dicht an der Brechanlage liegenden Gewerbegebietes. Zum Anderen befürchtet er Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch den Schwerlastverkehr, denn der Sportplatz des TSV sei auch nur über den Hornweg zu erreichen.
Auch Ortsbürgermeister Jürgen Schodder war die Vorlage der Verwaltung als Grundlage für die Entscheidung des Ortsrates zu vage: „Danach ist an 220 Tagen im Jahr der Betrieb der Brechanlage möglich“, sagte er. „Die Umsetzung der Brechanlage vom bisherigen Standort, wo sie keinen Kleinburgwedeler gestört hat, zum neuen Standort westlich der Bahn nahe an die Wohnbebauung ist ein volkswirtschaftlicher Schildbürgerstreich“. Der Rat der Stadt solle noch einmal nach Mitteln suchen, den neuen Platz für die Anlage zu verhindern. „Die Nachteile überwiegen hier“.
Schließlich fasste der Ortsrat einstimmig den Beschluss, die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das neue Grundstück für die Recyclinganlage abzulehnen, ebenso die dazu nötige 23. Änderung des Flächennutzungsplanes.