Ortsrat Kleinburgwedel sprach mit Würmsee-Anliegern

Von rechts: Ortsbürgermeister Jürgen Schodder, CDU, und Heinz Visel, Bündnis90/Grüne, erklärten, der Ortsrat verstehe sich als Vertreter der Interessen der Würmsee-Anlieger. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Gegenwärtig muss niemand mit Sanktionen rechnen“

KLEINBURGWEDEL (hhs). In der vergangenen Woche hatte der Ortsrat Kleinburgwedel zu seiner Sitzung in die Gaststätte am Würmsee eingeladen. Damit hatte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder sein Versprechen wahr gemacht, den Anliegern dort Gelegenheit zu bieten, ihre Fragen zu den angekündigten Maßnahmen dort von Region Hannover und Stadt Burgwedel zu stellen.
Wie in den Burgwedeler Nachrichten berichtet, werden dort Mitarbeiter der Bauverwaltung der Region eine Bestandsaufnahme der baulichen Entwicklung in der Würmseesiedlung vornehmen. Ursache dieser Maßnahme, so hatten es damals bei der Vorstellung des Projekts Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt und Prof. Axel Priebs, Dezernent der Region Hannover für Umwelt, Planung und Bauen, begründet, seien Nachbarschaftsbeschwerden aus dem Gebiet gewesen. Nun geht unter den Anwohnern der Würmseesiedlung die Angst um. Die den Abend beherrschenden Fragen waren: „Dürfen wir hier weiter wohnen“ und: „Sind unsere Häuser im Bestand geschützt?“
Zuvor hatte der Ortsrat aber seine Tagesordnung abzuarbeiten. Zunächst erläuterte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder die letzten Entwicklung um die Sanierung des Würmsees selbst. Den gegenwärtigen Zustand des Sees könne man so nicht hinnehmen. Nun müsse man überlegen, was machbar ist und was nicht.
Dazu haben sich die Wasserbehörde, der Naturschutz, die Naherholung, der Stadtrat, Schodder selbst und der Realverband zu einem „runden Tisch“ zusammen gefunden. Gegenwärtiger Stand der gemeinsamen Überlegungen sei, dass man den hinteren Bereich des Sees mit den Inseln und Moorflächen weiter entwickeln möchte und mit Infotafeln ausstatten will.
Die Randbereiche sollen wieder offenes Gewässer werden. Im vorderen Bereich soll die Gastronomie so entwickelt werden, dass sich die Besucher dort wohlfühlen. In diesem Jahr werden die Vorplanungen dazu angegangen einschließlich der Kostenermittlung. Wenn diese tragbar erscheinen, werde man das Projekt zügig anlaufen lassen. Anschließend beschloss der Ortsrat, auf die Erweiterung seiner Zuständigkeiten nach § 93 NKVG zunächst für eine Ratsperiode zu verzichten.
Zu Beginn der Einwohnerfragestunde erläuterte Jürgen Schodder zunächst einmal die bauliche Situation in der Würmseesiedlung. Der dort geltende Bebauungsplan aus dem Jahr 1990 gebe als bebaubare Fläche auf den Grundstücken 60 Quadratmeter vor. Allerdings fänden sich in Immobilienangeboten aus dem Gebiet Wohnflächenangaben bis zu 100 Quadratmeter. Darauf und auf dem Hintergrund der eingegangenen Beschwerden müssen die Stadt Burgwedel und die Region Hannover tätig werden.
Man habe sich entschlossen, zu Beginn den Ist-Zustand auf den etwa 60 betroffenen Grundstücken festzustellen. Die Anlieger seien alle angeschrieben worden. Die Bauabteilung der Region werde die Ergebnisse der Stadt Burgwedel vorlegen. Diese werden dann in den Fachausschüssen beraten, gelangen dann in den Ortsrat Kleinburgwedel, ehe der Rat schließlich entscheidet. Der Ortsrat nehme die Befürchtungen der Anwohner sehr ernst und werde die Informationen dieses Abends sammeln.
Das aber stand nicht im Mittelpunkt des Interesses der Anlieger. „Können wir sicher sein, dass wir hier am Würmsee genauso sicher weiter leben können wie zum Beispiel am Lahberg“, fragte jemand, und: „Welchen Einfluss hat die Region Hannover auf das, was jetzt hier geschieht? Was kann der Ortsrat Kleinburgwedel tun?“ Der Ortsbürgermeister antwortete, es gelten die gleichen Rechte für alle. Man müsse nun eingangs den Ist-Zustand feststellen und dann erst die Entscheidung treffen. Der Ortsrat könne dann die Initiative für eine Novellierung des Bebauungsplans starten.
Viele der Anlieger in der Würmseesiedlung sind dort mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet. Sie haben Angst, dass sie ihr Wohnrecht dort verlieren können. Ein Anlieger erläuterte, dass er damals, als seine Familie dort ein Anwesen gekauft hatte, keinerlei Probleme mit der Anmeldung gehabt habe. Er habe konkret nachgefragt bei der Verwaltung Diese habe damals erklärt, dass das kein Problem sei.
Die meisten Diskussionsbeiträge drehten sich um den Bestandsschutz der Gebäude dort. Wird es Sanktionen geben, wenn das ein oder andere Gebäude zu groß ist? Der ehemalige Gemeindedirektor Hannes Schönhoff habe schon 1978 gefordert, dass alle Häuser in der Würmseesiedlung im Bestand geschützt werden sollten.
Jürgen Schodder konnte darauf keine definitive Antwort geben. Es werde jetzt keine Sanktionen geben, erklärte er. Der Ortsrat verstehe sich als Vertreter der Anlieger hier und werde für deren Interessen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eintreten. „Wenn die Dinge wirksam werden, kommen wir wieder hierher. Der Ortsrat nimmt die Sache sehr ernst“.