Ortsrat FB: Sondersitzung zum Isernhagenhof

Rudolf Scharff (stehend) hatte als Vorsitzender die Missstände im Verein in einem 4-Seiten-Papier aufgelistet, das nicht weitergegeben wurde. (Foto: Renate Tiffe)

Schlagabtausch unter den Parteien – Einstimmigkeit für CDU-Konzept

ISERNHAGEN (ti). Es sind Sommerferien. Das Thema Isernhagenhof lässt aber vielen keine Ruhe – Kommunalpolitikern vor Ort ebenso wenig wie den meisten Bürgern, die sich Sorgen machen um die Zukunft von Isernhagens renommierter Kulturstätte. So kam es, dass Friedrich Redeke (CDU), Ortsbürgermeister von FB, der Heimstatt des Isernhagenhofes, kurzerhand für den 19. Juli eine Sondersitzung des Ortsrates einberufen hat. Er konnte dazu eine ansehnliche Zuhörerschaft begrüßen, darunter mehrere Vertreterinnen der „Grünen“-Partei.
Manches Erhellende kam an den Tag in einer Atmosphäre, die aktuell vor Anschuldigungen, Verdächtigungen und entsprechenden Zurückweisungen knistert, und in der viel vom „Blick nach vorn“ die Rede ist, aber wenig wahrzunehmen ist von einer Aufarbeitung der Probleme, die den Isernhagenhof fast an den Rand des Ruins gebracht haben.
Relativ schnell abgehandelt war der Unterpunkt „schon lange anstehende Baumängel im Foyer“. Michael Frerking, der Leiter vom Gebäude Service Isernhagen (GSI), war selbst erschienen. Er sprach von Optimierungsmöglichkeiten sowie einer baurechtlichen Anpassung und wies darauf hin, dass die baulichen Angelegenheiten vertraglich wieder an die Gemeinde zurückgegangen seien. SPD-Ratsherr Thomas Hahn, Mitglied des Gemeinderats und des Beirats im Kulturverein, schaltete sich ein. Man solle nicht in Panik verfallen, riet er, alles sei schnell nachzuholen, Scheune und Foyer seien ohne Sorge zu nutzen.
Damit war der Schlagabtausch eröffnet, weil Vieles von der CDU-Seite ganz anders gesehen wurde. Angela Leiffers bemängelte die fehlende Information der Ortsratsmitglieder. Immer habe es geheißen, der Kulturverein mache eine tolle Arbeit, wie könne es dann beinahe zu einer Insolvenz kommen? Hahn fühlte sich durch die Arbeit im Rat und in seiner Fraktion gut genug informiert. Die Protokolle hätten jedem offengestanden. Zur finanziellen Schieflage sei es gekommen, als der Rat 2000 die Zuschüsse für den Verein deutlich gedeckelt habe, der hochdotierte Geschäftsführer aber weiter bezahlt werden musste, meinte er. Frau Leiffers bestand auf ihrer Forderung, dass nicht nur über die Finanzen bei den Baumaßnahmen genaue Auskunft gegeben werden müsse. Die wirtschaftlichen Prüfungen müssten auch die Veranstaltungen und andere Vorgänge mit einschließen. Ihr Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen.
Zu den wirtschaftlichen Abläufen wurde Rudolf Scharff gehört. Zu der Zeit noch Vorsitzender des Kulturvereins, hatte er im März in einem Vier-Seiten-Papier die Missstände bei der Betriebsführung des Isernhagenhofes aufgelistet.(Es war die Grundlage für Redekes 12-Fragen-Katalog, wir berichteten). Er hatte aber keinen Rückhalt im Verein und bei den Politikern gefunden und sah sich schließlich zum Rücktritt gezwungen.
Ein Geschäftsführer sollte auch die kaufmännischen Dinge abwickeln, gab Hahn zu. Jürgen Hanisch sei aber kein Kaufmann gewesen. Es gebe da Versäumnisse. Der Verein sei eben ehrenamtlich geführt worden. - Letztlich hatte es an der Kontrolle gefehlt, zu der der Rat sozusagen als Aufsichtsrat verpflichtet gewesen wäre.
Der Ortsrat FB beließ es nicht bei der Vergangenheit. Wie die Dinge in Zukunft besser geregelt werden können, dafür hat die CDU-Fraktion in den letzten Wochen ein Konzept erarbeitet. Danach sollen die Verantwortlichkeiten neu geregelt werden. U. a. sollen die Zahlungsströme von der Gemeindeverwaltung begleitet und kontrolliert werden, unabhängig davon, ob der Kulturverein seine Funktion behält oder nicht. Dem Konzept stimmte auch Thomas Hahn zu. -
Es sei ein Anfang, eine Diskussionsgrundlage, sagte dazu im Nachhinein die „Grünen“- Ratsfrau Carmen Merkel als Gast der Ratssitzung.