Ortsbürgermeister legt sich als „Traber“ ordentlich ins Zeug

Der neue Jugendkönig Lennard Fritz (Mitte) musste erst in OP-Kleidung gesteckt werden und eine Erste-Hilfe-Leistung erbringen, bevor sich „Dr. Bob“ und „Dr. Brown“ dazu bereit erklärten, seine Scheibe anzubringen. (Foto: Birgit Schröder)

Schützen und Gäste feierten fröhliches Schützenfest

ENGENSEN (bs). Wenn in Engensen gefeiert wird, dann auch richtig. Das gilt natürlich in ganz besonderem Maß für das Schützen- und Volksfest der Schützengesellschaft Zentrum Engensen. So herrschte an den drei Festtagen prächtige Stimmung.
Zum Kommersabend war das Zelt mit mehr als 180 Besuchern gut gefüllt und am Samstag, als die neuen Majestäten ihre Scheiben überbracht bekamen, war es zwar nicht sommerlich warm, dafür konnten aber die Könige und Umzugsteilnehmer den Rundkurs trockenen Hauptes hinter sich bringen. Die „hauptamtlichen“ Engenser Scheibenannagler Henning Wiekenberg und Cord Kausche, die ihr Amt bereits seit 16 bzw. 11 Jahren mit viel Humor meistern, waren in diesem Jahr im perfekten „Arzt-Outfit“ unterwegs. So musste dann auch der neue Jugendkönig Lennard Fritz erst in OP-Kleidung gesteckt werden und eine Erste-Hilfe-Leistung erbringen, bevor sich „Dr. Bob“ und „Dr. Brown“ dazu herabließen, seine Scheibe anzubringen. Da Lennard Fritz aus Thönse kommt, hatte sich die befreundete Familie Knoop-Kausch bereiterklärt, nicht nur die Feier auszurichten, sondern auch ein Plätzchen für die prächtige Königsscheibe vorzuhalten.
Anschließend ging es weiter zum Schützenkönig Mike Dytkiewicz, der praktischerweise in direkter Nachbarschaft der Damenkönigin Hannelore Söhlmann wohnt, sodass Schützen und Gäste hier eine ganze Zeit verweilen konnten, bevor es zurück zum Schützenzelt ging.
Sonntags müssen die Schützen früh aus den Federn, denn um 10.00 Uhr heißt es Antreten zum Austragen der „Katerscheibe“. Die Damen hatten in diesem Jahr Uwe Borkewitz zum Katerkönig auserkoren. Dieser staunte nicht schlecht, als der begleitende Spielmannszug, dessen Mitglied er ist, dann zu seinem Haus zog.
Gegen 13.00 Uhr starteten die Schützen ihren letzten Umzug zum Ausbringen der Kinderkönigsscheibe und zum krönenden Abschluss fanden sich alle im Gasthof von Familie Stein ein. Dort warteten bei herrlichstem Sonnenschein bereits zahlreiche Gäste, um das Spektakel mitzuerleben, denn Ulla Stein, Ehefrau des Ortsbürgermeisters, hatte sich in diesem Jahr die Volkskönigsehren gesichert. Normalerweise hält dann der Ortsbürgermeister die Rede, aber darauf wollte Ulla Stein lieber verzichten. „Ich will doch nicht, dass mein Mann die Rede hält“, schmunzelte Ulla Stein gutgelaunt, „wir haben uns darauf geeinigt, dass das Ilona Laue übernimmt“.
Doch so gar nicht eingebunden, das wollte sich Friedhelm Stein sich auch nicht ankommen lassen. Beherzt griff er in das Geschirr des mitgebrachten Sulkys, seine Frau nahm auf dem Kutschbock Platz und schon ging es im munteren „Trab“ die Ramlinger Straße entlang. Tosender Beifall für das lustige Gespann ...