Oldtimertrecker-Rennen auf dem Thönser Schützenplatz

Rennstart: Links im Bild der „Lanz“ aus dem Jahr 1939, rechts ein „Schlüter“, knapp 30 Jahre jünger und 65 Ps stärker. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Den Anhänger gerade rückwärts zu schieben, erwies sich als große Hürde für die Fahrer. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Hunderte bestaunten die landwirtschaftlichen Veteranen

THÖNSE (hhs). Zweimal im Jahr steht die Ortschaft Thönse vollkommen im Zeichen des Motorsports: Im Spätsommer findet seit Jahren das größte Spektakel statt, das Rasenmähertreckerrennen, organisiert vom Verein „thönse24“, eine Veranstaltung mit überregionaler Bedeutung, motorsportlichen Highlights und besonders hohem Spaßfaktor für Tausende Besucher.
Im Sommer geht es beschaulicher zu, beim Oldtimertrecker-Rennen, das die Treckerfreunde Thönse organisieren. Der Verein hat sich der Pflege und Erhaltung der Oldtimertrecker gewidmet und beim jährlichen Rennen zeigen die Veteranen aus der Landwirtschaft, was alles noch ihn ihnen steckt. Das Besondere an dieser Veranstaltung: sie bietet einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte und die Motorisierung der Landwirtschaft.
Für die Organisatoren von den Treckerfreunden Thönse beginnt dieser Rennsonntag morgens um 8.00 Uhr mit dem Aufbau der Geschicklichkeitsspiele und sogar eine Zeitmessanlage, damit am Ende des Rennens alles seine Ordnung hat. Bis 12.00 Uhr treffen nach und nach die Oldtimertrecker ein, viele so scheckheftgepflegt, als hätten sie noch nie eine Stunde auf dem Acker verbracht. Dann werden kurze Typenbeschreibungen angebracht, mit Baujahr, Leistung und Besitzer. Am Ende stehen an die 40 dieser Zugmaschinen in Reih und Glied am Rande des Schützenplatzes.
Schließlich erscheinen zwei Beamte des Polizeikommissariates Großburgwedel vor Ort. Sie kontrollieren, ob alles nach den Buchstaben der Genehmigung abläuft, damit nichts passieren kann, und nach der offiziellen Freigabe begann der Spaß. Bei den Geschicklichkeitsspielen fand sich eine kleine „Gemeinheit“, wie es sich im weiteren Verlauf herausstellte: Da stand ein Anhänger und der musste schön gerade so gute 20 Meter mit den Schleppern zurückgeschoben werden.
Einige Fahrer hatten offensichtlich beim Üben zuvor andere Schwerpunkte gesetzt, denn sie hatten große Schwierigkeiten damit, den Hänger mit der Lenkachse schnurgerade zurückzusetzen. Beim geringsten, übereilten Einschlagen der Lenkung stand der Anhänger quer. Dann hieß es wieder gerade nach vorn fahren und den nächsten Versuch beginnen. Die andere Übung, ein Slalom zwischen Schildern hindurch, kam den Treckerfahrern da schon viel eher gelegen.
Während immer drei oder vier Oldtimer in Bewegung waren, wurden die anderen von einigen Hundert Besucherinnen und Besuchern bestaunt. Insbesondere die etwas älteren Gäste konnten sich noch gut an die Jahre erinnern, in denen die ersten Schlepper die Pferde auf den Höfen verdrängten. Für den Beginn dieser Ära stehe der Name „Lanz“, Trecker mit etwa 20 Ps. Das älteste Lanz-Modell in Thönse stammte aus dem Jahr 1939.
„Das war damals das Nonplusultra unter den Schleppern“, sagte ein Zeitzeuge. Der Zweite Weltkrieg habe diese Entwicklung dann unterbrochen und so sei es in den Fünfzigern eben wieder mit einem sehr ähnlichen Lanz-Modell weiter gegangen. Dann seien weitere Marken entstanden, Porsche, Allgeier, Güldner, bis schließlich die Marke Hanomag im hiesigen Bereich Fuß gefasst habe. Alle habe ihre Zuverlässigkeit geeint. „Mit diesen Maschinen hat die Landwirtschaft in Deutschland nach dem Krieg den großen Schritt in die Zukunft gemacht“, resümierte er.