Ökumenische Kirchentage in Großburgwedel

Mitglieder vom ökumenischen Arbeitskreis bei der Vorbereitung der Kirchentage (v.l.): Christian Conradi, Renate Brockhaus, Elke Seidlitz, Andreas Böger, Albrecht und Eleonore v. Winterfeld. (Foto: Renate Tiffe)

„Mitten im Leben – Gemeinsam im Glauben stärken“ als Leitspruch

GROSSBURGWEDEL (ti). Vom 26. bis 28. August laden die evangelischen Kirchengemeinden St. Marien in Isernhagen und St. Petri in Großburgwedel gemeinsam mit der Großburgwedeler katholischen Kirchengemeinde St. Paulus zu ökumenischen Kirchentagen ein. Sie stehen unter dem Leitspruch „Mitten im Leben – Gemeinsam im Glauben stärken“.
Schon die beiden Apostelnamen der Kirchen in Großburgwedel deuten auf gute Kontakte zwischen beiden Konfessionen hin. Die Wurzeln der St. Petri Kirche reichen bis in die Reformation im 16. Jahrhundert zurück. St. Paulus wurde im Jahr 1966 geweiht. Seitdem finden ökumenische Gespräche statt, denen sich bisher alle Geistlichen verpflichtet fühlten und die von einem Arbeitskreis getragen werden, dem zur Zeit 16 Personen angehören. Viele Veranstaltungen im Jahreslauf wurden und werden gemeinsam durchgeführt wie der Aschermittwoch in St. Paulus und der Martinsumzug der Kinder. Ein gemeinsames Patronatsfest St. Petrus und St. Paulus wurde gefeiert. Der ökumenische Gottesdienst wurde nun vom Reformationstag am 31. Oktober auf den Pfingstmontag verlegt. An diesem Tag fand diesmal auch der ökumenische Gemeindeausflug statt, der in die Hildesheimer St. Michaelis-Kirche führte mit dem katholischen und dem evangelischen Altar.
Die kirchliche Zusammenarbeit zu beleben und das „Wir-Gefühl“ – auch mit der politischen Gemeinde - zu stärken sei der Sinn dieser Tage, sagt Eleonore v. Winterfeld vom ökumenischen Arbeitskreis. Und „wir wollen ein offenes Ohr haben auch für die, die unseren Kirchen skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen“. Pfarrer Hubert Schultz von St. Paulus wird direkter: „Wir dürfen nicht verschweigen, dass die christlichen Kirchen sich in einer echten Krise befinden. Die Menschen laufen uns scharenweise davon. Die Missbrauchswelle hat sehr geschadet.“ Nur durch den Zuzug junger Familien in die Stadt könne der Stand der katholischen Gemeindeglieder von 4000 gehalten werden. Insgesamt gehören nur noch 50 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an. „Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass die Trennung zwischen den Kirchen nicht mehr so stark ist wie früher“, fügt Pastor Andreas Böger hinzu.
Der evangelische Geistliche erläutert, dass die ökumenischen Kirchentage in diesem Jahr anders sein sollen als 1999, als sie zum ersten Mal – mit beachtlicher öffentlicher Breitenwirkung – veranstaltet wurden. Anders wird diesmal sein, dass jetzt mit dem Amtshof ein zentraler Ort zur Verfügung steht, was als Vorteil angesehen wird. Der Eröffnungsgottesdienst am Freitag, den 26. August, wird dort stattfinden und der „Abend der Begegnung“, für den ein ökumenisches Kirchenkabarett engagiert wird. Der Samstag wird ausgefüllt sein mit verschiedenen Angeboten. Die St.Petri-Kirche steht als „Raum der Stille“ zur Verfügung. Es wird durch die Ausstellung „Frauen der Bibel“ im Rathaus geführt und mit „Bibel teilen“ wird eine besondere Art des Zugangs zur Heiligen Schrift vermittelt. Ein buntes Programm am Nachmittag wird für Familien gestaltet. Mit einer „Geistlichen Abendmusik“ in St. Paulus wird der Tag beschlossen. Für den Schlussgottesdienst am Sonntag in St. Petri werden Superintendent Martin Bergau und der katholische Bischof Norbert Trelle erwartet. Anschließend soll zur Erinnerung an die Kirchentage eine Rose am Amtshof gepflanzt werden.
Die Vorbereitungen für die ökumenischen Kirchentage laufen seit Mai 2010. Als Auftakt galt der Gottesdienst in St. Marien in Isernhagen am Pfingstmontag, an dem alle drei Pastoren beteiligt waren. Schon ab 2. August wird die Ausstellung „Frauen der Bibel“ im Rathaus zu sehen sein, die von Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt mit eröffnet wird.