Ökologische Vielfalt auf dem Friedhof

Aktiv an der Umgestaltung des Friedhofes beteiligt: Pastor Jens Blume (v.l.), Bettina Kamieth, Dr. Christian Dulce, Anne Walter, Siegfried Grüneberg, Sigrid Meyl, Gisela Hogreve, Nicole Drees und Lydia Stuckenberg.

Gemeinsames Projekt des St.-Petri-Friedhofsausschusses und des Nabu

Großburgwedel (bs). Friedhöfe spielen eine wichtige Rolle in der religiösen Praxis und erfüllen eine wichtige Erholungsfunktion für viele Menschen. So ist auch der Großburgwedeler Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer und des Gedenkens, sondern auch eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
„Alle, die ein Grab pflegen, tragen zur besonderen Atmosphäre“, erläutert Pastor Jens Blume. „Darüber hinaus nutzen viele auch die Ruhe um einen Moment innezuhalten, dem Vogelgezwitscher zu lauschen und die Schönheit der Blumen und Pflanzen zu bewundern“, führt Blume weiter aus. Friedhöfe mit alten Baumbeständen seien auch ökologisch wertvolle Inseln für Tiere und Pflanzen. So hatten bereits im Herbst 2018 die Mitglieder des Friedhofsausschusses der St.-Petri-Kirchengemeinde beschlossen, durch Gestaltungsmaßnahmen die ökologische Vielfalt auf dem Friedhof zu fördern und freie Flächen auf dem Friedhof als Gestaltungsräume zu nutzen.
Fachkundigen Rat gab es vom Nabu-Ortsverein Burgwedel-Isernhagen. Als erste Maßnahme wurden in Kooperation mit dem Naturschutzbund 15 neue Vogelnisthilfen angebracht. Deren Pflege und Betreuung übernehmen inzwischen Konfirmanden als Projektangebot der Kirchengemeinde.
Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde mit der Anpflanzung heimischer Blüten- und Wildgehölze entlang der Grenze zum Kokenauers Kamp begonnen. Hier sorgen jetzt Mehlbeere, Feuerdorn, Schmetterlingsstrauch, Kornelkirsche und Strauchrose für ein vielfältiges Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Arten.
Entstehende Freiflächen wurden mit Amberbäumen, Hainbuchen, Zierapfel und weiteren Zierobstgehölzen bepflanzt. Ergänzt wurden die kleinen ökologischen Inseln mit zwei Insekten-Nisthilfen, gebaut von Nabu-Mitglied Siegfried Grüneberg. „Als wir aus Standsicherheitsgründen im vergangenen Jahr aus dem Altholz Bäume entnehmen mussten, haben wir die Stammabschnitte als „natürliches“ Baumaterial für Insekten an mehreren Stellen bereitgestellt“, erklärt Pastor Jens Blume. Das habe bei einigen Friedhofsbesuchern erst für ein paar Irritationen gesorgt, doch inzwischen sind die Bereiche mit kleinen Schildern versehen, die die Maßnahme erläutern. Damit es in diesem Frühjahr grünt und blüht auf dem Großburgwedeler Friedhof, haben Konfirmanden der St.-Petri-Kirchengemeinde im vergangenen Herbst rund 1250 Blumenzwiebeln, darunter Osterglocken, Narzissen, Krokusse und Scilla, auf freie Flächen gepflanzt.
Die Pflege der Maßnahmen wird begleitet von Friedhofsgärtner Jörg Krauthoff und Team.