Oberschule kommt ohne gymnasialen Zweig

Der Wegweiser zur Haupt- und Realschule hat bald ausgedient. Ab dem Schuljahr 2012/2013 muss es hier dann Oberschule heißen. (Foto: Jens Kamm)

Vorentscheidung im Schulausschuss ist gefallen

GROSSBURGWEDEL (ti). Wenn zum Schuljahr 2012/2013 in Burgwedel die Oberschule - zusammengeschlossen aus Haupt- und Realschule – an den Start geht, wird sie über keinen gymnasialen Zweig verfügen. Mit den Stimmen von CDU, FDP und WEB sowie des Vertreters der Elternschaft entschied sich der Schulausschuss in seiner extra anberaumten Sitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt gegen das zusätzliche Angebot. Die endgültige Entscheidung in der für Burgwedel bedeutsamen Veränderung in der Schulstruktur trifft der Rat der Stadt in seiner Sitzung im April. Selten ist ein Thema unter Einbeziehung der Öffentlichkeit wie der Betroffenen so lange behandelt worden.
Bis zuletzt kämpften Sozialdemokraten und Grüne im Schulausschuss für die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges an der künftigen Oberschule. Der SPD- Fraktionsführer Joachim Papenburg stellte den Antrag, eine Elternbefragung durchzuführen, bevor entschieden wird. Dem widersprach Thorsten Rieckenberg, Vorsitzender der Christdemokraten im Rat, mit der Auffassung, dass in mehreren Informationsveranstaltungen die Eltern genügend Gelegenheit zur Meinungsbildung hatten. Der Elternvertreter Björn Weimann unterstrich, dass die Eltern der Grundschulkinder per Abstimmung ihr Votum abgegeben haben. Dr. Isa Huelsz, die FDP-Fraktionsvorsitzende, hielt eine besondere Befragung für „ein seltsames demokratisches Verständnis“. Der Antrag wurde abgelehnt.
Alle Fraktionen waren sich einig, dass in Burgwedel an allen Schulen eine sehr gute Arbeit geleistet werde. Wie Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt betonte, gebe es auch innerhalb der Fraktionen unterschiedliche Meinungen zu dem Schulthema. Zum gymnasialen Zweig an der Oberschule sagte er, dass Mittel, die dort eingesetzt würden, an anderer Stelle in der Schulversorgung fehlten. Im Übrigen sei das Gymnasium in Burgwedel nur 80 Meter von den Schulen entfernt.
Kompetent leitete die Ausschussvorsitzende, CDU-Ratsfrau Julia Pirwitz, zur Abstimmung über: „Gymnasiale Oberschule ohne oder mit gymnasialem Zweig?“ Die Christdemokraten blieben bei ihrer Haltung. Ohne das gymnasiale Angebot verbesserten sich mit der Oberschule und den gemeinsamen Klassen 5 und 6 die Chancen auch für Kinder, die länger zum Lernen brauchen, erklärte Rieckenberg. Abgänger aus den 10. Klassen wiederholen die 10. Klasse am Gymnasium, wenn sie dorthin wechseln wollen, so dass auch da der Anschluss erleichtert wird.
Die Notwendigkeit der Durchlässigkeit sowohl zum Gymnasium als auch zur beruflichen Weiterbildung hob Isa Huelsz hervor. Sie wies noch einmal auf die Grenzen hin, die der Gesetzgeber den Oberschulen setzt. Es gehe darum, dass alle Kinder erfolgreich die Schule durchlaufen.
Papenburg wiederholte, dass Burgwedel die Schüler in die benachbarten IGSen wegliefen, dass dies die Stadt viel Geld koste und drei Schulformen auf Dauer keinen Bestand haben werden. Zu der Bemerkung, dass mit der nächsten Landesregierung wieder alles rückgängig gemacht werde, verstieg sich der sonst als besonnen geltende Grünen-Vorsitzende Heinz Visel. Auch die Lehrervertreterin Irmhild Albrecht hätte nur die Oberschule mit gymnasialem Zweig für „eine vernünftige Lösung“ gehalten.
Bei der Abstimmung sprachen sich die Vertreter von CDU, FDP, der Wählergemeinschaft WEB und der Elternratsvorsitzende für die Oberschule ohne gymnasiale Erweiterung aus. SPD und Grüne sowie die Vertreterin der Lehrer blieben bei ihrem Standpunkt. SPD-Ratsfrau Madeleine Ahlers enthielt sich der Stimme.