Nomen est omen: „Ohrenfreude“ des MGV Germania Wettmar

Das breite Spektrum ihres Könnens präsentierten die „Altgermanen“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Situationskomik zu aktuellen Themen bot die Laienspielgruppe des MGV. Bei Anna und Berta ging es um den Zahnersatz. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Beeindruckender Premierenauftritt des Jungen Chores Wettmar

WETTMAR (hhs). Wenn Burgwedels Ortsteil Wettmar so etwas wie eine selbständige Kommune wäre, dann könnte man aus dem entsprechenden Personal des MGV und des Heimatvereins, zumal es hier eine sehr breite Schnittmenge aus beiden gibt, so etwas wie eine wahrscheinlich sehr erfolgreiche Kulturabteilung dieser Körperschaft bilden. Am Freitag hatte der MGV Germania zu „Ohrenfreude“ eingeladen in den neuen Amtshof, und um es vorweg zu sagen, das Haus war beinahe ausverkauft und auch diese Präsentation aller Abteilungen des MGV geriet zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Der Abend begann mit einem gut aufgelegten Chor. Der Chorleiter, André Sitnow, hatte die „Altgermanen“ gut eingestellt und so brachten sie dann mit besinnlichen Melodien bis hin zu einem populären Potpourri mit bekannten Liedern aus den großen Erfolgen von Udo Jürgens einen breiten Querschnitt ihres Könnens zu Gehör. Auch die „Goschenhobler“, die Mundharmonikagruppe des MGV Germania Wettmar unter der Leitung von Horst-Jürgen Frauboes, vermochten das Publikum zu überzeugen. Ihr Programm, zu einem Großteil aus volkstümlichen Melodien bestehend, verführte die Konzertbesucher spontan zum Mitsingen.
Die Laienspielgruppe des MGV hatte ihre geplanten Sketche als „trumpfende Situationskomik“ angekündigt. Wer sich bis dahin darunter nichts vorstellen konnte, ist nun mit Sicherheit eines Besseren belehrt. Unter der Leitung von Helmut Meyer und der Autorin aus eigenen Reihen, Martina Wolters, legten die Laienspieler in drei Einzelstücken exzellente Leistungen auf die Bühne. Ob es nun um teure Zahnbehandlung, einem Termin beim Arbeitsamt oder um eine mögliche Nebenbeschäftigung für gelangweilte Hausfrauen ging, die Darsteller vermittelten in amüsanter Weise, immer mit einem kleinen Seitenhieb auf die derzeitige Sparpolitik, bei den Zuschauern schon den Eindruck, dass dieses zwar Theater, aber doch aus dem richtigen Leben gegriffen war.
Als letzten Beitrag vor der wohlverdienten Pause, inzwischen war die Raumtemperatur aufgrund der offensichtlich nicht funktionierenden Klimaanlage auf gut 30 Grad angestiegen, präsentierte Günter Dreblow mit seinen sechs Musikern eine aus vier Titeln bestehende Blasmusikeinlage im Oberkrainer-Sound. Hier wurde klar, dass gute, fetzige Blasmusik nicht unbedingt von einem großen Orchester kommen muss.
Nach der Pause warteten dann alle mit Spannung auf den Premierenauftritt des erst im März dieses Jahres gegründeten „Jungen Chor des MGV Wettmar“. Schon der Applaus beim Aufmarsch der 32 Sängerinnen und Sänger und dessen Chorleiter, Keno Weber, ließ auf eine mächtige Erwartungshaltung des Publikums schließen. Bereits nach wenigen Takten des ersten Liedes wurde klar, dass hier niemand enttäuscht sein konnte. In beeindruckender Qualität meisterte der Chor die vier Lieder seines ersten öffentlichen Auftrittes. Der Wunsch des Publikums nach einer Zugabe konnte dann aber leider nicht erfüllt werden. Nach nur 13 Proben, so der Chorleiter, sei es schon eine überragende Leistung der Mitglieder des Chores, dieses Konzertprogramm nahezu perfekt aufgeführt zu haben. Ersatzweise verabschiedeten die Zuschauer den Chor mit einem lang anhaltendem Zugabenapplaus.