Neuwarmbüchener Wehr im Jubiläumsjahr gut aufgestellt

Nicht ganz einfach: die Kameraden verpassen Ortsbrandmeister Frank Wittky (Mitte) die Schulterstücke. (Foto: Renate Tiffe)
 
Gemeindebrandmeister Wolfgang Schneider überreicht die Urkunde des Regionspräsidenten an Ingo Scholz. (Foto: Renate Tiffe)

Kameraden absolvierten 39 Einsätze im Jahr 2010 - 14 Fehlalarme

NEUWARMBÜCHEN (ti). Die Zahl 112 ist normalerweise kein Anlass, um ein Jubiläum zu feiern. Die Freiwillige Feuerwehr Neuwarmbüchen erklärte das Jahr 2011, in dem sie 112 Jahre besteht, trotzdem zum Jubiläumsjahr. Die drei Ziffern seien eine so wichtige Zahl im Rettungswesen, dass man gar nicht genug Werbung dafür machen könnte, erläuterte der stellvertretende Ortsbrandmeister Frank Zeyn bei der Jahreshauptversammlung.
Die Wehr ist gut aufgestellt in diesem Jahr, wie aus dem Bericht von Ortsbrandmeister Frank Wittky hervorging. Mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren leisten 31 Aktive, darunter fünf Frauen, ihren ehrenamtlichen Dienst für die Allgemeinheit. 15 Alterskameraden kommen hinzu. Stolz sind die Aktiven auf die 17 Mitglieder der Jugendwehr. Drei von ihnen sind 2010 hinzugekommen, seitdem Sabrina Holderith die Gruppe leitet. Nicht ohne Stolz wurde auch die für Isernhagen verhältnismäßig hohe Zahl an Fördernden angeführt, mit denen zusammen die FFW Neuwarmbüchen 292 Mitglieder zählt.
Eigentlich, so wurde auch auf dieser Versammlung betont, müsste jeder Hausbesitzer als passives Mitglied der Feuerwehr angehören. Für 25- und 40-jährige Treue zur Wehr wurden einige Mitglieder geehrt.
3100 Dienststunden weist die Statistik für 2010 aus, dazu kamen die Übungs- und Ausbildungsdienste. Befördert wurden Tamino Gehrke zum Feuerwehrmann, Marc-Andre Filz zum Oberfeuerwehrmann und Holger Sievers und Andre Rennspieß zu Hauptfeuerwehrleuten. Gemeindebrandmeister Wolfgang Schneider verlieh Beförderungsurkunden an Frank Wittky, der Oberlöschmeister wurde, an Frank Zeyn, und Ingo Scholz, die 1. Hauptlöschmeister und Hauptlöschmeister wurden, sowie an Mitchell Holt als Löschmeister. Ingo Scholz wurde vom Regionspräsidenten mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen für 25 Jahre im aktiven Dienst ausgezeichnet, das ebenfalls der Gemeindebrandmeister übergab.
Vor großen Bränden war die Wehr im vergangenen Jahr verschont geblieben. Unter den 39 Einsätzen waren nur sechs kleinere Brände zu löschen, darunter ein Brand an einer Rundballenpresse. Unter den 19 Hilfeleistungen blieb der Selbstmord in Lohne am denkwürdigsten. Ein leidiges Thema seien die Hilfeleistungen bei Tieren, so Wittky. Es könne schon einmal passieren, dass ein Pferd von einem Gnadenhof ausrückte, oder eine einsame Ente auf einer großen Pfütze schwimme. Aber muss dafür gleich die Feuerwehr gerufen werden? Es sei offensichtlich noch viel Unwissenheit in der Bevölkerung über die Feuerwehr. Nicht selten müssen die Aktiven von ihrem Arbeitsplatz herbeigeholt werden, was Arbeitgeber meistens nicht gut finden.
Lobende Worte gab es von Verwaltung und Politik. Bürgermeister Arpad Bogya und Dr. Ulrich Schneider (CDU), der Vorsitzende des Wirtschafts- Finanz- und Feuerschutzausschusses, sprachen von der guten Zusammenarbeit und dem jüngsten Fahrzeugbestand, über den die Neuwarmbüchener Wehr verfügt. Herausgeschoben werden muss der dringend notwendige Umbau des Feuerwehrhauses, vermutlich bis zum Jahr 2014. Auf das stark vergrößerte Aufgabenfeld, auch im Zuge des demographischen Wandels, wies Ortsbürgermeisterin Christiane Hinze hin.
Es hat sich viel getan seit 1899 als noch ein Hornist zum Einsatz alarmierte. Frank Zeyn zählte am Ende viele Beispiele auf und lud ein zur ersten Veranstaltung im Jubiläumsjahr, dem Feuerwehrball am 12. März.