Neuordnung geplant

"Im kommenden Jahr wird die Stadtverwaltung umstrukturiert", teilte Bürgermeister Axel Düker mit. In Zukunft wird es dann 4 statt 5 Ämter geben.

Die Stadtverwaltung Burgwedel wird zukünftig aus 4 statt 5 Ämtern bestehen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Angefangen habe eigentlich alles mit der anstehenden Pensionierung des Hauptamtleiters Götz Gero Moeller, der Ende 2020 in den Ruhestand gehen wird, berichtet Bürgermeister Axel Düker von den Bestrebungen der Stadt Burgwedel, in der Verwaltung organisatorische Veränderungen vorzunehmen. Seit vielen Jahren besteht diese aus 5 Ämtern, deren Zuständigkeiten relativ konstant blieben. Mit der wachsenden Zahl von Aufgaben, die mittlerweile von der Verwaltung zu bewältigen sind, wolle die Stadt sich zukunftsfähig aufstellen, so Düker.

Intern seien Workshops mit den Verwaltungskräften durchgeführt und Anregungen für Struktur- und Organisationsverbesserungen aufgenommen worden. Dabei habe im Vordergrund gestanden, wie Abläufe optimiert und sinnvoller zusammengefasst werden könnten, um auf gesetzliche Vorgaben von Bund und Land besser reagieren oder etwa städtische Baumaßnahmen einfacher bewältigen zu können. Als Beispiel nannte die Erste Stadträtin Christiane Concilio den Ausbau der Kinderbetreuung bis hin zu großen Bauprojekten wie die Erweiterung und Sanierung des Gymnasiums und der Sporthallen. Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle seien für die Mitarbeitenden ebenfalls wichtig und eine bessere Bewältigung von Arbeitsspitzen, wie etwa vor drei Jahren, als die geflüchteten Menschen in Burgwedel betreut und untergebracht werden mussten.

Die geplante Umstrukturierung bezeichnete Düker als „Resultat aus den Anregungen der Mitarbeitenden“, die für einige Bereiche übernommen werden. So ist geplant, den Hochbau, der zurzeit im Amt für Finanzen und Gebäudewirtschaft angesiedelt ist, im Bauamt mit dem Tiefbau zusammenzufassen. Die Organisation der Wahlen fiel bisher in die Zuständigkeit des Hauptamtes, die dafür notwendigen Adressen im Melderegister unterstehen jedoch dem Ordnungsamt, das von Andrea Stroker geleitet wird. „Da ist es sinnvoll, diesen Bereich auch im Ordnungsamt unterzubringen“, erläutert Düker.

Verteilung nach Sachthemen - Hauptamt wird auf andere Fachbereiche aufgeteilt

Eine weitere Verteilung nach Sachthemen ergibt sich auch mit dem Ausscheiden des Hauptamtsleiters, dessen Stelle nicht neu ausgeschrieben wird. Die Fachbereiche werden den übrigen Ämtern zugeteilt. Demnach soll „alles, was nach innen wirkt“, dem Amt für Finanzen und Gebäudewirtschaft unter Leitung von Kämmerer Christian Möhring unterstellt werden. Dazu gehören etwa die EDV und interne Dienstleistungen der Gebäudebewirtschaftung, IT, Finanzen und andere zentrale Dienste.
In der Personalstruktur wird es wenige Veränderungen geben. Der Hauptamtsleiter werde zwar nicht ersetzt, dafür werde die Leiterin des Amtes für Familie, Bildung und Soziales, Christiane Concilio, ganz ihre Aufgaben als Erste Stadträtin wahrnehmen und für die Amtsleitung noch in diesem Jahr eine Stelle zum 1. Juli 2020 ausgeschrieben, teilte Düker mit. Concilio hatte im Rahmen ihrer Doppelfunktion immer mehr Aufgaben übernehmen müssen, gerade im Hinblick auf die stark wachsende Infrastruktur der städtischen Kinderbetreuung und im Schulbereich. Beide hoffen auf eine fristgerechte Neubesetzung der Stelle. „Das wird ein Jahr der Umgestaltung und des Überganges“, betont Concilio. Dafür werden auch Moeller einige Monate für die Übergabe der Fachbereiche an die vier verbleibenden Ämter zur Verfügung stehen. Christian Möhring und Bauamtsleiter Oliver Götze sind bereits in engem Austausch, um die „Hochzeit“ von Tief- und Hochbau zu arrangieren. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist die Stadt bestrebt, ihre Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung in der Verwaltung zu übernehmen.

Für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet wird sich wenig ändern, da die Umstrukturierung vornehmlich verwaltungsintern erfolgt. Neuerungen wird es jedoch im Bereich Digitalisierung geben. Kinder können dann online für einen Betreuungsplatz in städtischen Kindertagesstätten für das 2020/21 angemeldet werden. Damit ist ein weiterer Schritt für die vom Gesetzgeber vorgegebene Digitalisierung der Verwaltung umgesetzt. Demnach sollen bis 2022 Bund, Länder und die Kommunen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland auch digital über Verwaltungsportale anbieten und diese Portale zu einem Verbund verknüpfen.