Neujahrsempfang: Rückschau auf das Jahr 2010 und Planungen für die Zukunft

Dr. Hendrik Hoppenstedt kündigte für Fuhrberg die Erneuerung des Dorfplatzes und die Verkehrsüberwachung auf der L 310 an. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Mittel, die wir in die Ausweitung der Betreuungszeiten stecken, sind bestens investiertes Geld“

FUHRBERG (hhs). Der Neujahrsempfang der Fuhrberger CDU war bestens besucht in diesem Jahr. Etwa 80 Gäste waren der Einladung gefolgt. Hermann Wöhler, der örtliche Vorsitzende der Christdemokraten, konnte die meisten Vorsitzenden der Fuhrberger Vereine begrüßen,den Landtagsabgeordneten Dr. Emil Brockstedt, den Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, den Ehrenbürgermeister der Stadt Dr. Karsten Hoppenstedt, Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer und dessen Amtskollegen aus Wettmar und Großburgwedel, Rainer Fredermann und Otto Bahlo, den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Stadtrat Torsten Rieckenberg, sowie die beiden Ortsräte Jörg Heuer und Andreas Witte und den Chef der Großburgwedeler CDU Heinz Heinecke. Für die Musik sorgte das „1. Burgwedeler Drehorgelorchester“ bestehend aus Christian Kleinoth und Joachim Schrader.
Prof. Dr. Emil Brockstedt bezeichnete das Jahr 2010 aus der Rückschau als „schnelllebige Zeit“. Es sei beherrscht worden von der Landtagswahl. Die politische Diskussion in Niedersachsens Parlament sei nicht immer angemessen von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen worden. Als Beispiel nannte der die Diskussion um den Landtagsneubau. Dieser lägen zwei Gutachten zugrunde. Eines, das den notwendigen Kostenrahmen für eine Grundsanierung auf 20 Millionen Euro beziffere, und ein Zweites, das knapp 40 Millionen Euro für einen Neubau veranschlage. „Natürlich muss einiges verändert werden. Im Plenarsaal riecht es unter anderem nach Fritteusenfett aus der Küche des Restaurants und die Heizkosten klettern ins Unermessliche. „Als der Landtag gebaut wurde, kostete der Liter Heizöl vier Pfennig“, erinnerte Brockstedt. Er habe schließlich gegen den Neubau gestimmt: „Mir konnte niemand erklären, warum wir 40 Millionen ausgeben sollen, wenn wir das Objekt für 20 Millionen sanieren können“.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt forderte die Gäste einleitend auf, Wünsche, die man zu Jahresbeginn habe, sollte man auch versuchen zu erreichen. Für die Kommunalwahl im September wünsche er sich, dass alle hingehen. „Wie entwickelt sich die Stadt weiter?“, stellte er als Frage seinen Ausführungen voran. „Die Finanzen sind der Ausgangspunkt für alles politische Handeln. Sie haben sich auch im vergangenen Jahr für die Stadt Burgwedel sehr positiv entwickelt“. Er erinnerte an 20 Millionen Mark Schulden, die Burgwedel nach der Kreisgebietsreform 1974 belasteten. „Jetzt haben wir Rücklagen, wozu viele in den politischen Gremien beigetragen haben“. Er nannte Dr. Karsten Hoppenstedt und Wilhelm Timpe, die beide anwesend waren, und dankte ihnen dafür. Auch der amtierende Rat der Stadt werde diese kontinuierliche Entwicklung fortsetzen.
Die Arbeitslosigkeit in Burgwedel von 4,5 % bezeichnete Hoppenstedt als „fast Vollbeschäftigung“. 130 Krippenplätze biete die Stadt Burgwedel jetzt, jeder einzelne von diesen werde mit 430 Euro Nettobezuschussung pro Monat finanziert. Die Stadt strebe weiterhin die Ausweitung der Betreuungszeiten an. „Die Mittel, die wir in die Ausweitung der Betreuungszeiten stecken, sind bestens investiertes Geld und für die Überlebensstrategie der Stadt Burgwedel von fundamentaler Bedeutung“.
Kurz ging der Bürgermeister auf die anstehenden Veränderungen im Schulsystem ein. Die Durchlässigkeit von Realschule und Gymnasium habe in den vergangenen Jahren gelitten. Nur wenige Schüler hätten sich für die Hauptschule entschieden, viele Schülerinnen und Schüler ließen sich außerhalb der Stadt Burgwedel beschulen. „Partei übergreifendes Ziel Burgwedels ist die Durchlässigkeit“, so Dr. Hendrik Hoppenstedt. Das Oberschulenkonzept der Landesregierung beinhalte einen für Burgwedel idealen Rahmen.
„Ich kann redlicherweise nicht ausschließen, dass Burgwedel von der Y-Trasse betroffen wird“, leitete er zu einem Kernthema des neuen Jahres über. Das Land werde noch in diesem Jahr ein Planfeststellungsverfahren dazu in Gang schieben. „Wir wollen nicht, dass unsere wirklich schützenswerten Landschafts- und Naturschutzgebiete dabei draufgehen und die Lebensqualität der Mitbürgerinnen und Mitbürger dabei verlorengeht“. Die Stadt werde sich gegen jede Trasse wenden, die über ihr Gebiet verläuft.
Für die Ortschaft Fuhrberg kündigte Hoppenstedt an, in diesem Jahr werde die Erneuerung des Dorfplatzes in Gang geschoben. Im Haushalt sei auch die Finanzierung einer Anlage zur Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzung nachts vorgesehen. Auch gebe es Überlegungen, die Grundschule zur Ganztagsschule umzuwandeln.
Anschließend wurde Wettmars Ortsbürgermeister Rainer Fredermann als designierter Kandidat der CDU zur Wahl in die Regionsversammlung vorgestellt. Fredermann führte in Kürze aus, er sehe besonderen Handlungsbedarf zu den Plänen der Region, im Bereich Burgwedel weitere Flächen unter Landschaftsschutz zu stellen. „Die uns bekannten Änderungen zeigen, dass die ausgewiesenen Flächen die Stadtentwicklung Burgwedels stark beeinträchtigen. Im Norden Fuhrbergs sind die Bürgerinnen und Bürger betroffen, im Süden die Landwirte. Ich kann nicht erkennen, dass diese Flächen zwingend unter Landschaftsschutz gestellt werden müssen“, erläuterte er seine Einstellung. „Ich bin davon überzeugt, dass SPD und Grüne in der Regionsversammlung dieses Projekt durchdrücken wollen. Die CDU hat in der Versammlung keine Mehrheit. Wir brauchen deswegen die SPD-Regionsabgeordneten, um dieses Planungen zu den Akten zu legen“, endete er. „Wir treten an, um Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu machen“. Darüber hinaus kündigte er Widerstand gegen die Y-Trasse an. Am kommenden Sonntag, 16. Januar, lädt die CDU Wettmar im Anschluss an ihren Neujahrsempfang zu einem Spaziergang ein, der entlang der möglichen Trassenführung führen soll. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz des Trimm-Pfades im Rhaden zwischen Kleinburgwedel und Wettmar.