Neujahrsempfang mit Gedichten

Neun Schülerinnen und Schüler des dritten Jahrgangs erfreuten die Gäste mit Gedichten (l. Anna-Marie von Badewitz).
 
Die neunjährige Taghrid las das Gedicht in syrischer und deutscher Muttersprache vor.

Ortsrat Kleinburgwedel lud zum Austausch in familiärer Atmosphäre ein – Schulleiterin gab Einblicke in den Grundschulalltag

KLEINBURGWEDEL (bgp). Alljährlich lädt der Ortsrat Kleinburgwedel zum Neujahrsempfang ein, bei dem aktuelle Entwicklungen im Ort präsentiert werden. Vereine und Institutionen haben außerdem die Möglichkeit, sich den Bürgerinnen und Bürgern öffentlich vorzustellen. Die Veranstaltung am Sonntagmittag im Schützenkrug hatte etwas festliches, denn neben den rund 70 Gästen waren auch neun Drittklässler mit von der Partie. Sie begleiteten die Vorstellung der Grundschule Kleinburgwedel durch Schulleiterin Anna-Marie von Badewitz. Die Kinder präsentierten eine Reihe von Herbst- und Winter-Gedichten wie „Die drei Spatzen“ oder „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, mit denen sie die Gäste in den kurzen Redepausen erfreuten. „Uns ist es einerseits wichtig, die Kinder zu selbstbewussten Menschen zu entwickeln, aber wir wollen ihnen andererseits auch zeigen, dass man Durchhaltevermögen braucht, wie etwa beim Auswendiglernen von Gedichten“, erklärte die 57-jährige Schulleiterin. Sie greift auf einen langjährigen Erfahrungsschatz durch ihre Tätigkeit an mehreren Grundschulen, darunter Thönse und Isernhagen, zurück. Angesichts dieser anrührenden Einlagen machte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder ein „Kompliment an die Schule“ und betonte im Hinblick auf die Zukunft des Dorfes: „Da wird mir um Kleinburgwedel nicht bange.“ Der begeisterte Applaus der Erwachsenen bestätigte die beachtliche Leistung der Kinder.
Zum aktuellen Um- und Neubau der Grundschule, der mit zwei Jahren Verzögerung gestartet war, erklärte Schodder: „Wir hoffen, dass es zügig weiter geht.“ Neben einer Mensa, Sanitärräumen, Büros und Klassenräumen werden die Pausenhalle als separat nutzbarer „Raum für alle“ und eine neue Ortsbücherei entstehen. Die dafür notwendigen Teilabrissarbeiten seien jedoch nicht spurlos an allen vorbei gegangen, berichtete die Schulleiterin. Ein Schüler habe am Fenster gestanden und vor Bestürzung geweint angesichts des zerstörten Gebäudetraktes. Dennoch freuten sich alle riesig darauf, wenn die Schule fertig umgebaut sei, so von Badewitz.
Im Außenbereich vor der Schule ist ein Campus in Richtung Moorweg geplant, der eine Verbindung zum gegenüberliegenden Haus der Kirche und dem Kindergarten herstellen soll. Der Ortsrat erwartet aus der Kombination einer multifunktionalen Pausenhalle, die für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann, der neuen Bücherei und dem Campus eine Belebung des Platzes, um die Generationen zusammen zu bringen. Bänke, Spielgeräte und eine ansprechende Begrünung sollen zum Verweilen einladen. Die Verbindung der Schule mit dem gesamten Dorf könne auch durch die Kooperation mit Vereinen vertieft werden, regte Anna-Marie von Badewitz an. Von 146 Kindern seien 99 in der Ganztagsbetreuung: „Jedes Jahr werden es mehr“. Sie würde sich über Nachmittagsangebote in der Schule durch die örtlichen Vereine freuen, so die Schulleiterin.
Bei dieser Gelegenheit dankte sie dem Förderverein der Grundschule, der schon in vielen Dingen Unterstützung leistete. Schritführerin Dr. Claudia Kühne stellte dazu die Arbeit des Vereins anhand eines Beispiels vor: „Alle 4 Jahre wird ein Zirkusprojekt durchgeführt, sodass jedes Kind im Laufe seiner Grundschulzeit die Möglichkeit hat, daran teilzunehmen.“ Der Förderverein, Ortsrat sowie zahlreiche Sponsoren unterstützten das Projekt finanziell, so Kühne. Sie bekam im Anschluss gleich die Zusage des Ortsbürgermeisters, dass wieder ein Zuschuss für das nächste Zirkusprojekt in den Kleinburgwedeler Haushalt eingestellt werde.
Ein weiteres Thema war die Vermarktung der Bauplätze im Ort. Derzeit werden in allen Ortsräten des Stadtgebietes die Vergabekriterien diskutiert. In Kleinburgwedel rechnet Schodder am Ende des Jahres mit den ersten Verkäufen. Die Fläche neben der Straße „Neues Land“ zwischen Kleinburgwedel und Großburgwedel bietet nach Angaben des Ortsbürgermeisters Platz für 38 Einfamilienhäuser, acht Reihen- und drei Mehrfamilienhäuser. Schodder sieht die Integration von zugezogenen Neubürgern als wichtige Aufgabe: „Wir möchten gerne, dass sie nicht nur im Ort wohnen, sondern auch hier leben.“ Schließlich sei Kleinburgwedel so etwas „wie ein kleines Familienunternehmen“.
Der Bürgermeister kündigte außerdem Verbesserungen im Radwegenetz an. Der Würmsee solle sicherer angebunden werden, gerade die Überquerung der L381 sei mit Gefahren verbunden. Vorstellbar sei der Ausbau besserer Querungsmöglichkeiten in Verlängerung des Tempelweges und der Wallstraße. Am Großburgwedeler Bahnhof werde eine bessere Radverkehrsführung angeregt. Um auch die neue Siedlung und die Kleinburgwedeler Grundschule besser mit Großburgwedel zu verbinden, wurde der Ausbau des Wirtschaftsweges in Verlängerung der Gartenstraße mit Mineral- oder Schotterbefestigung vorgeschlagen. Dort führen auch Kinder des neu strukturierten Schulbezirks aus dem Ostteil des Nachbarortes zur Kleinburgwedeler Grundschule, so Schodder. Im Rahmen eines Checks durch den Ortsrat und die örtlichen ADFC-Vertreter wurden die „Brennpunkte“ im Radwegenetz bereits Ende Oktober besichtigt.