Neujahrsempfang in Wettmar

Glückwünsche von Michael Nözel (l.) an den „Bürger des Jahres“ Jonas Kurtze. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Tilman Kuban erwartet ein „spannendes Jahr für Deutschland, Europa und auch für die Region“ vor dem Hintergrund des Brexit und der Europawahlen 2019. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

CDU zeichnet Jonas Kurtze als „Bürger des Jahres“ für ehrenamtliches Engagement aus

Von Bettina Garms-Polatschek

WETTMAR. Die CDU Wettmar stellte ihren Neujahrsempfang in diesem Jahr unter das Motto „Zukunft heißt Herkunft“. Zukunft bedeute, sich dem digitalen Wandel zu stellen, um in der Entwicklung nicht „abgehängt“ zu werden, erläuterte der Ortsverbandvorsitzende Michael Nözel. Sie bedeute auch Herkunft“, betonte dieser und machte auf den Wert des ehrenamtlichen Engagements vor Ort aufmerksam: „Die Nachbarn kennen sich, das ist in der Stadt nicht so.“
Zehn Prozent der Wettmarer kümmerten sich um andere Menschen im Dorf, lobte er. Dennoch habe er auch andere Erfahrungen gemacht. In der vergangenen Woche habe ihn ein Schreiben erreicht, mit dem deutlich wurde, dass für den Vorsitz der Wettmarer Turnabteilung bisher einfach keine Nachfolge zu finden sei. Ein Aufruf in den sozialen Netzwerken habe kaum Reaktionen gebracht. „Das geht für mich nicht, so etwas finde ich einfach unangemessen“, kritisierte der CDU-Chef.
Dass es auch anders geht, zeigte sich bei der Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement, die von der CDU alljährlich vorgenommen wird. Um die Spannung hoch zu halten, gab es noch drei Vorträge über lokale Belange bis hin zur Europapolitik. CDU-Orts- und Stadtratsmitglied Niklas Hanne fasste kurz den Stand zum Thema „Dorfgemeinschaftshaus in Wettmar“ zusammen, das momtan noch hinter den größeren Investitionen im Stadtgebiet zurückstehen müsse.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann erläuterte die aktuellen politischen Ziele seiner Partei in Sachen Digitalisierung und Sicherheit und warb für den Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie um Verständnis für das anstehende niedersächsische Polizeigesetz.
Tilman Kuban, Spitzenkandidat des CDU-Bezirksverbandes Hannover für die Europawahlen 2019, stellte ein „spannendes Jahr für Deutschland, Europa und auch für die Region“ in Aussicht. Gerade vor dem Hintergrund, dass Europa „Frieden, Freiheit und Wohlstand“ gebracht habe, sei der Erhalt der Europäischen Union wichtiger denn je. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass so viele verschiedene Kulturen, Traditionen und Sprachen so eng zusammenlebten, und das seit über siebzig Jahren.
Obwohl es Michael Nözel bei der anschließenden Ehrung noch eine Weile gelang, mit dem Namen der Person hinter dem Berg zu halten, dämmerte den meisten sofort, um wen es ging: „Unser Bürger des Jahres ist jung an Jahren, was aber nichts damit zu tun hat, dass er eine beachtliche Erfahrung mitbringt, wenn es um ehrenamtliche Aufgaben geht“, lobte Nözel.
Seit vielen Jahren engagiere er sich für die Kinder- und Jugendarbeit, kümmere sich um das Schredderfest, den Weihnachtsmarkt oder das Dorffest. Die Webseite von wettmar.de werde von ihm betreut, er spiele die Kirchenorgel, sei Laienschauspieler und habe noch eine eigene Band gegründet. Er sei stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Sturmwachen im Heimatverein mache er auch gelegentlich und spiele im Kleinburgwedeler Musikzug. Mit einer Oma, einer Mutter und fünf Ziehmüttern müsse dieser wohl der „begehrteste Junggeselle“ in Wettmar sein, scherzte der Redner und bat den 27-jährigen Jonas Kurtze zur Ehrung nach vorn.
Der sichtlich bewegte „Bürger des Jahres“ schwärmte in seiner originellen Rede, die er mit Schlagertiteln durchsetzt hatte, von seiner Wettmarer Heimat: „Von wegen ´Es fährt ein Zug nach nirgendwo,´ hier in Wettmar kann man wirklich richtig gut leben und ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm genießen“. Die Auszeichnung erfülle ihn mit Stolz und sei eine Bestätigung, so Kurtze. Er würde „die Ehrung stellvertretend entgegen nehmen“ für so viele Menschen, die ebenso wie er Wettmar und das Kirchspiel durch ihr ehrenamtliches Engagement geprägt hätten.
Zusätzlich zu seinem Ehrenpreis erhielt Jonas Kurtze außerhalb des Protokolls einen selbstgestrickten Schal von seiner „Ziehmutter“ Birgit Bode-Stüring überreicht.