Neujahrsbegegnung der SPD Burgwedel

Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch (Mitte) im Gespräch mit Andreas Strauch (l.) und Axel Düker bei der Neujahrsbegegnung im Wohnpark Burgwedel.

Thordies Hanisch warb um Verständnis für Landwirte: „Da gehen familiäre Existenzen den Bach runter“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Die Landwirtschaft und andere soziale Themen brennen der SPD-Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch offenbar unter den Nägeln: In einem flammenden Plädoyer warb sie beim Burgwedeler SPD-Neujahrsempfang um Verständnis für die Landwirte. Ihre Arbeit im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung habe ihr gezeigt, dass die Landwirte und Landwirtinnen enormen Druck verspürten: „Bundesweit machen sie mit Treckerdemonstrationen auf die Herausforderungen aufmerksam, vor denen die Branche steht.“
Hanisch untermauerte das bei der Veranstaltung im Wohnpark Burgwedel mit Zahlen: 42 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe seien im Zeitraum von 1999 bis 2016 geschlossen worden. In der Zeit von 2003 bis 2016 haben rund 50.000 Beschäftigte ihre Tätigkeit in der Landwirtschaft verloren, in den Jahren 2011 bis 2017 wurde eine Fläche in der Größe von 25 Tausend Fußballplätzen der Landwirtschaft entzogen. Für viele Beschäftigte in der Landwirtschaft sei es nicht möglich, einfach den Job zu wechseln: „Da gehen familiäre Existenzen den Bach runter!“ Mit Blick auf die Ausweisung „roter Gebiete“ mit hoher Nitratbelastung setze Niedersachen sich für das Verursacherprinzip ein, erklärte Hanisch. „Deswegen fordern wir einen emissionsbasierten Ansatz für die Festlegung von ‘roten Gebieten‘ als alternative Möglichkeit.“
Die Politikerin verwies in ihrem Bericht aus dem Landtag auf „Erfolge in 2019“, wie die Meisterprämie von 4.000 Euro, die an Handwerker nach bestandener Meisterprüfung gezahlt wird, und die Beitragsfreistellung von Ausbildungsgängen in Pflege- und Gesundheitsberufen. 40 Millionen Euro sollen bis 2030 in den Wohnungsbau investiert werden, außerdem gehen 23 Millionen Euro an die Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle, um diese für die Zukunft aufzustellen. Für den Bau des neuen Klinikums Großburgwedel wurden vom Land Fördermittel in Höhe von rund 120 Millionen Euro zugesagt, berichtete die Landtagsabgeordnete.
Bürgermeister Axel Düker und Andreas Strauch, Vorsitzender der SPD Burgwedel und Regionsabgeordneter, sehen das neue Klinikum „in der medizinischen Versorgung ganz vorne“, insbesondere durch die Stroke-Unit und eine moderne Geburtsstation. 283 Betten sollen laut Strauch im Neubau des Klinikums am südlichen Rand von Großburgwedel untergebracht werden. Im Zuge dessen hoben die beiden SPD-Vertreter auch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs hervor. Dem mochte sich Thorsten Allert, stellvertretender Bürgermeister von Fuhrberg, nicht allumfänglich anschließen: „In Fuhrberg fährt der 6.00 Uhr Bus nicht mehr“, monierte er. Selbst wenn dieser nicht von übermäßig vielen Personen genutzt würde, könne man darüber nachdenken, kleinere Busse in der Zeit einzusetzen, regte Allert an. Darüber hinaus wollten viele Fuhrberger Bürger eine Nahverkehrs-Verbindung nach Mellendorf in der Wedemark.
Erstarkende rechte Tendenzen und die „Verrohung in der Gesellschaft“ bereiten den SPD-Akteuren Kopfzerbrechen. Gemeinsam, auch parteiübergreifend, müsse man diesen Bestrebungen etwas entgegensetzen und sich für die Demokratie stark machen, so Düker und Strauch.