Neuer Träger der Goldenen Ehrennadel von Wettmar

Gerhard Brenneke (links) erhielt von Ortsbürgermeister Rainer Fredermann zusätzlich zur Goldenen Ehrennadel und Urkunde auch zwei aktuelle Bilder von der Wettmarer Mühle. (Foto: Renate Tiffe)

Gerhard Brenneke für seine vielfältigen Verdienste ausgezeichnet

WETTMAR (ti). Der Beschluss des Ortsrates war in nicht öffentlicher Sitzung einstimmig gefasst worden. In einer feierlichen Zeremonie wurde jetzt die Goldene Ehrennadel von Wettmar an Gerhard Brenneke verliehen. Die Ehrung nahm Ortsbürgermeister Rainer Fredermann im Beisein der Familie Brenneke und vieler Gäste im Rahmen der letzten Ortsratssitzung dieser Wahlperiode vor.
Die Goldene Ehrennadel ist die höchste Auszeichnung, die in Wettmar vergeben werden kann. Zuletzt wurde sie im Jahr 1995 verliehen. Nur drei Personen können gleichzeitig Träger der Nadel mit der Nachbildung des Wettmarer Wappens sein. Zur Zeit hat sie nur der langjährige Wettmarer Ortsbürgermeister und Ratsherr der Stadt Burgwedel, Ernst-Heinrich Köneke, inne.
Brenneke sei eine über die Grenzen des Ortes bekannte und anerkannte Persönlichkeit, sagte Fredermann. Der gebürtige Wettmarer, Jahrgang 1943, war nach Stationen bei der Post und bei der Bundeswehr 1970 in den Gehobenen Dienst der damaligen Gemeinde Burgwedel eingetreten und war für den Bereich Steuern und Abgaben zuständig. Viele Jahre lang betreute er daneben die Ortschaft Wettmar bei den Ortsratsratssitzungen. 1997 verließ Brenneke den Öffentlichen Dienst, um sich anderen Aufgaben zu widmen.
Hoch einzuschätzen sind seine Verdienste um den Erhalt alter Bauernhäuser in dem Dorf, dass nach dem Brand im Jahre 1850 viel von der herkömmlichen Bausubstanz verloren hatte. Sein Wohnhaus am Meitzer Weg gehört dazu und das restaurierte Haus Unter den Eichen. Zwei der Bauwerke wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Haus an der Heinrich-Werth-Straße, das zunächst auf den Dorfplatz gebaut werden sollte, beherbergt heute die Wettmarer Bücherei und das Hofensemble an der Heierdrift birgt die Heimatdiele und Räumlichkeiten für die Sammlung von Gegenständen und Einrichtungen aus der Vergangenheit.
Vielfältig sind Brennekes Verdienste um das kulturelle Leben im Dorf. Er war Vorsitzender der Landjugend, der er heute noch zur Seite steht, gehörte lange Zeit dem Vorstand des Männergesangvereins „Germania“ an. Er war zeitweise dessen Vorsitzender und gründete innerhalb des Vereins die plattdeutsche Laienspielgruppe, ein Kernstück vieler Dorfabende. Die Vorstellungen, zweimal im Jahr sind noch heute meist ausverkauft. Dem TSV diente Brenneke in kritischer Zeit als Schatzmeister. Und er gehörte 1996 zu den Mitbegründern des Heimatvereins für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar, dessen unermüdlicher Förderer – und Vorsitzender – er ist. Dessen größtes Projekt, die Umsetzung der Wettmarer Bockwindmühle, konnte soeben abgeschlossen werden unter großer Würdigung von allen Seiten bis hin zum Ministerpräsidenten des Landes.
Gerhard Brenneke, dessen Markenzeichen das unprätentiöse Auftreten ist, sprach bewegt nach Erhalt der Ehrennadel und der Urkunde, denen der Bürgermeister noch zwei aktuelle Bilder von der Mühle hinzugefügt hatte. Es sei vorteilhaft, wenn es Vorbilder für die Ausübung von Ehrenämtern gebe, wie es sein Vater und seine Brüder gewesen seien. Die Gesellschaft lebe von Menschen, die sich einbringen und manches zum Erfolg führen, wie jetzt gerade den Umbau der Mühle. Sie sei ein Aushängeschild für Wettmar, das sich sehen lassen könne. Er hoffe, dass sich immer Menschen finden, die sich einsetzen wollen.
Brenneke wäre nicht Brenneke wenn er nicht seinerseits noch ein Geschenk für das Dorf bereitgehalten hätte. Er überreichte dem Bürgermeister ein Couvert mit einer Geldsumme – vorgesehen für eine Tafel auf dem Dorfplatz, auf welcher die Geschichte Wettmars und des Dorfplatzes festgehalten werden soll.