Neuer Schulungskurs geplant

Das Leitungsteam (v. l.) informiert am 26. Februar 2019 um 19.00 Uhr im Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche über den Kurs zur Vorbereitung Ehrenamtlicher auf die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden: Ute Rodehorst, Waltraud Passoter und Markus Franke (es fehlt: Ursula Nacke). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ambulanter Hospizdienst bietet Ausbildung zur Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Der ambulante Hospizdienst Burgwedel-Isernhagen-Wedemark bietet zum siebten Mal einen Schulungskurs zur Vorbereitung auf die ehrenamtliche Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden an. Der Kurs wird von qualifizierten Fachkräften geleitet und startet am Samstag, 27. April 2019. Bis Ende November dauert die Ausbildung, die von einem Kursleitungsteam aus zwei Gastdozenten und den Koordinatorinnen Ute Rodehorst und Ursula Nacke geleitet wird.
Am Donnerstag stellte sich das Leitungsteam in den Räumen des Ambulanten Hospizdienstes vor. Gastdozentin Waltraud Passoter bringt als Krankenschwester und ehemalige Koordinatorin eines hannoverschen Hospizdienstes langjährige Erfahrung mit. Zusätzlich ist sie Ausbilderin in personenzentrierter Beratung und legt Wert darauf, besonders die Bedürfnisse der Menschen, die begleitet werden, im Auge zu behalten: „Die Ehrenamtlichen sollten in annehmender persönlicher Art auf die Menschen eingehen können“, wünscht sie sich von Begleiterinnen und Begleitern.
Markus Frank ist Klinikseelsorger und Pastor in Lehrte. Der Theologe ist neu ins Team gekommen und freut sich auf die Tätigkeit als Gastdozent im Vorbereitungskurs: „Ich bin gespannt und habe Lust dazu.“ Ebenso wie seine Kolleginnen sieht er in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender eine „sehr anspruchsvolle und intensive“ Aufgabe, bei der es sehr darauf ankomme, sich selbst als Person zurücknehmen zu können. „Der Mensch selber ist das Instrument“, sagt er und stellt die Frage „Was braucht mein Gegenüber?“ in den Mittelpunkt.
Ute Rodehorst geht ebenfalls auf die Voraussetzungen ein, die ehrenamtliche Begleiter für diese Arbeit mitbringen sollten. Vorurteilsfreiheit gegenüber anderen Lebensformen und die Fähigkeit, eigene und die Grenzen anderer wahrzunehmen, seien hilfreich. Der ambulante Hospizdienst stehe zwar in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, das Angebot selbst richte sich jedoch an alle Menschen, betont die Koordinatorin.
Das Kursteam ist realistisch, was die Grenzen der Ehrenamtlichen angeht: „Die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender kann auch belasten“. Daher sei es sehr wichtig, Pausen einzulegen. „Begleiter brauchen Auszeit!“, hält Rodehorst fest. Trotzdem sei die Arbeit eine große Bereicherung. „Man fühlt sich selbst als Beschenkter“, sagt Waltraud Passoter und erntet Kopfnicken der Kollegen. Um gut vorbereitet zu sein, erarbeiten sich die Teilnehmer mit selbsterfahrungsorientiertem Lernen und einem Leitfaden nach dem „Celler Modell“ die nötige Qualifikation. „Sterbende begleiten lernen“ heißt das bewährte und neu überarbeitete Konzept, das als Lehrmaterial dient. Selbsterfahrungsorientiertes Lernen in der Gruppe und persönliche Erfahrungen mit Tod und Sterben, sowie die Gefühle im Hinblick auf die eigene Sterblichkeit werden reflektiert.
„Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, Biografiearbeit, sowie den eigenen Stärken, Schwächen und Grenzen sind eine wichtige Voraussetzung für den Kurs, ebenso die Fähigkeit, in einer Gruppe zu arbeiten und gegebenenfalls die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit“, sagt Ute Rodehorst. Über eine Mitarbeit in der Ambulanten Hospizarbeit werde erst am Ende des Kurses miteinander beraten und entschieden.
Der Ambulante Hospizdienst lädt alle Interessierten zu einem Informationsabend ein, an dem das Kursteam über die Inhalte referiert und für Fragen zur Verfügung steht. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 26. Februar 2019 um 19.00 Uhr im Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche (Küstergang 2 in Großburgwedel) statt.
Faltblätter dazu sind an öffentlichen Stellen ausgelegt, auch auf der Webseite (www.ambulanterhospizdienst.de) sind Informationen nachzulesen. Die Koordinatorinnen Ute Rodehorst und Ursula Nacke stehen auch telefonisch bei weiteren Fragen zur Verfügung (Telefon: 0 51 39/9 70 34 31).