Neuer Schulleiter in Großburgwedel

Robert Baberske (l.) auf einem Rundgang durch das Gymnasium mit Matthias Heßbrüggen: Am Vertretungsplan werden auch aktuelle Fotos aus dem Schulleben präsentiert, wie etwa das Lehrer-Schüler Fußballturnier. Als Freizeit-Fußballer freut sich der Schulleiter schon darauf, im nächsten Sommer mitzuspielen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Robert Baberske begeistern die Gestaltungsmöglichkeiten am Gymnasium

GROSSBURGWEDEL (bgp). Nach einjähriger Vakanz ist der Posten des Schulleiters am Gymnasium Großburgwedel durch die Landesschulbehörde zum 1. August neu besetzt worden.
Der 47-jährige Geschichts- und Physiklehrer Robert Baberske aus Celle ist in der letzten Ferienwoche offiziell zum Dienst angetreten und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam, das sich zurzeit um die Belange von 1013 Schülern und 77 Lehrkräften kümmert. Der neue Schulleiter stammt gebürtig aus Berlin und ist seit zwanzig Jahren im Schuldienst, zwölf Jahre davon in Niedersachsen.
Die Erfahrung für seinen neuen Job bringt er bereits mit. Sieben Jahre lang hat er als stellvertretender Schulleiter am Hermann-Billung-Gymnasium die Geschicke der Schule mitbestimmt. Die Größenordnung mit rund 1000 Schülern und 80 Lehrkräften stimmte weitgehend mit den Großburgwedeler Verhältnissen überein. „Die Zeit der ständigen Vertretung bringt schon ein besonderes Vertrauensverhältnis mit sich und es hat mich gereizt, jetzt noch mal einen weiteren Schritt zu machen“, begründet er seine Motivation, sich nach der „Trainee-Zeit“ in Celle neu zu orientieren.
Dabei gaben mehrere Faktoren den Ausschlag. „Das Gymnasium Großburgwedel ist in guter Verfassung“, die Außenwahrnehmung und die Organisationsstruktur seien wirklich gut, lobt er mit Blick auf Matthias Heßbrüggen, der nach dem Weggang von Vorgängerin Gesa Johannes die Schulleitung für die Vakanzzeit kommissarisch übernommen und sich bewusst nicht als deren Nachfolger beworben hatte.
Heßbrüggen habe die Schule nicht nur „auf Kurs gehalten, sondern außerordentlich gute Arbeit geleistet“. Er sei froh, mit Matthias Heßbrüggen eine große fachliche Expertise an der Seite zu haben, die er sicherlich häufig in Anspruch nehmen müsse, so Baberske. Unterstützung erwartet den neuen Schulleiter nicht nur am Gymnasium, sondern auch privat.
Die Entscheidung für Großburgwedel sei im Einvernehmen mit der Familie gefallen, erklärt der dreifache Vater, der mit einer Gymnasiallehrerin verheiratet ist. Vor allem natürlich mit seiner Frau, aber die Töchter im Alter von drei, sieben und neun Jahren, hätten auch ein Wörtchen mitreden dürfen, merkt er humorvoll an. Ein Umzug sei auch nicht nötig gewesen, in zwanzig Minuten sei er von Celle aus am Gymnasium Großburgwedel.
Nun stehen viele Dinge auf der „To-do-Liste“ des neuen Schulleiters, denn der Zeitpunkt zum Wechsel an das Gymnasium Großburgwedel reizt mit viel Gestaltungsspielraum, da die Sanierung und Erweiterung des Gebäudes zwar beschlossen ist, die Planung jedoch gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.
Ab 2019 soll die Bauphase starten, bis dahin wird Robert Baberske noch in viele Prozesse eingebunden sein, wie Baubesprechungen und das Kennenlernen der verschiedenen Gremien und beteiligten Personen des Schulträgers, der Elternvertretung oder der Schülerschaft. Das pädagogische Konzept für die Sanierung und Erweiterung hat Baberske bereits ausgiebig studiert und freut sich nun auf dessen Umsetzung.
In einer Vorstellungsrunde am Mittwoch lernte der neue Schulleiter das Kollegium kennen, der erste Schultag am Donnerstag nach den große Ferien war für die Schülerinnen und Schüler reserviert, denen sich Robert Baberske in fünf Runden jeweils jahrgangs- oder doppeljahrgansweise in der Aula präsentierte. „
Ich will mich zeigen und allen einen guten Start wünschen“, sagte er am Dienstag vor dem Start in den Schulalltag und betonte, dass er auch in Zukunft gerne eine „offene Tür“ für die Belange derjenigen haben möchte, die in dieser Schule seien. Den Kontakt zur „Basis“ hält er auch mit einer zweistündigen Unterrichtstätigkeit im Fach Geschichte des 11. Jahrganges, obwohl die Leitungstätigkeit kaum noch Zeit dafür lässt. „Das ist mir wichtig“, beschreibt er seine persönlichen Ziele für die Arbeit in der Schule.
Neben dem Auftakt zum Erweiterungsbau wird in 2019 am Gymnasium inhaltlich schon ein neuer Vorstoß gewagt: Spanisch soll ab dem Sommer als zweite Fremdsprache für eine Lerngruppe bereits ab Klasse sechs unterrichtet werden. Aufgrund der großen Nachfrage aus der Elternschaft hatte Matthias Heßbrüggen im Auftrag des Schulvorstandes bei der Landesschulbehörde einen entsprechenden Antrag gestellt, der nach seinen Worten wohl „positiv“ ausfallen werde. Bisher wurde Spanisch nur als zusätzliches Wahlfach ab Klasse acht angeboten, lediglich Französisch und Latein konnten ab Klasse sechs gewählt werden. Letztere bleiben als Angebot auch nach der Neuregelung weiterhin bestehen.
Gerade in der Bandbreite sieht der neue Schulleiter die Stärke des Gymnasiums Großburgwedel, das sich im Gegensatz zu den vier Gymnasien im Celler Stadtgebiet nicht allzu stark spezialisieren kann, da es das Einzige in der Kommune ist. In diesem Schuljahr werden 70 Prozent aller Fünftklässler in Burgwedel am Gymnasium eingeschult. Für Baberske steigt damit die Verpflichtung, dieser Bandbreite gerecht zu werden.
Vor diesem Hintergrund dürfe man nicht die Anforderungen an das Zentralabitur aus dem Auge verlieren, doch daran würden wohl kaum massenhaft Schüler scheitern, ist er zuversichtlich. Auch im Hinblick auf das leidige Thema „Unterrichtsausfälle“ gehen Robert Baberske und Matthias Heßbrüggen optimistisch in das neue Schuljahr. Ein neuer Lehrer und ein Referendar verstärken das Kollegium, auch die Abordnungen von Gymnasialkräften an die Grundschulen seien reduziert worden. „Wir haben jetzt kein Fach, bei dem wir die weiße Fahne hissen müssen“, sagt Heßbrüggen.
Während die strukturellen Aufgaben zum Schulstart schon gemeistert wurden, stehen dem Kollegium und den Schülern noch heiße Tage bevor. Die Hitzewelle hat das Gebäude fest im Griff, intensives Lüften konnte die Wärme bisher noch nicht aus den Mauern vertreiben.
Nach Möglichkeit werden die wärmsten Bereiche des Gebäudes gemieden oder die Sportstunden auf den noch kühleren Vormittag verlegt. Auf der Homepage der Schule wurden bereits Tipps veröffentlicht, um der Hitze zu begegnen. So wird empfohlen, ausreichend zu trinken oder Trinkgefäße mitzubringen. Laut Koordinator Bernward Schlossarek sei je nach Temperatur für die Jahrgänge fünf bis zehn auch Hitzefrei möglich.