Neue Wege im Bestattungswesen

Hier können in einigen Jahren Bestattungen vorgenommen werden: Christina Gothe (r.) und Pastor Rainer Henne vor dem Baumhain auf dem Fuhrberger Friedhof. Die noch vorhandenen Grabstellen werden bis dahin abgelaufen und eingeebnet sein. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Die Beisetzung unter Bäumen ist in rund fünf Jahren möglich - Friedhof wird ökologisch und wirtschaftlich weiterentwickelt

FUHRBERG (bgp). Neuerungen gibt es auf Fuhrberger Friedhof: Moderne Wege der Bestattungskultur werden beschritten und das Gelände umstrukturiert.
Eine im Herbst 2019 angepflanzte Baumkultur mit Eichen und Birken bietet später die Möglichkeit der Urnenbestattung unter Bäumen. „Noch benötigten die Bäume Ruhe zum Anwachsen“, sagt Pastor Rainer Henne und beruft sich auf die Fachleute im Friedhofsausschuss, die an dem Konzept mitgearbeitet haben.
Fünf der Bäume sind trotz intensiver Wässerung eingegangen, sie sollen noch ersetzt werden. „Der trockene Sandboden und die erhöhte Lage des Friedhofs erschweren das Anwachsen der Bäume“, erläutert Kirchenvorsteherin Christine Gothe. Beide sind jedoch zuversichtlich, dass dort in rund fünf Jahren die ersten Bestattungen stattfinden können.
„Schon kurz nach der Pflanzung sind erste Anfragen eingegangen“, sagt Henne. Um diesen Bereich barrierefrei zu gestalten, sollen zwischen den Bäumen befestigte Wege mit Mineralgemisch angelegt worden sein. Vier noch bestehende Gräber werden bis dahin abgelaufen und entfernt sein. Die Akteure der Kirchengemeinde sehen in dem Baumhain eine gut erreichbare Alternative vor Ort, die gerade älteren Menschen den Weg zu weit entlegenen Friedwäldern erspart, um die Ruhestätten ihrer Lieben aufzusuchen.
Ein Hügel mit Heide auf der gegenüberliegenden Seite, flankiert mit einem Blühstreifen und einem Bienenzaun, runden das Ensemble ab. Damit soll dem Friedhof ökologisch und gestalterisch mehr Charakter verliehen werden. Eine Bank mit Blick auf die Heideneupflanzung lädt zum Verweilen und Innehalten ein.
Mit den Veränderungen auf dem Friedhof soll nicht nur ästhetischen Ansprüchen und einer veränderten Bestattungskultur Rechnung getragen werden. Auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit sollen Anreize geschaffen werden, die Bestattungen im Ort und nicht woanders durchzuführen.
Diese Punkte sind auch Thema in den Seminaren, die von den Kirchenvorsteherinnen Beate Meyer-Bothling und Christine Gothe besucht werden, um für den Friedhof das Landeskirchen-Zertifikat „Grüner Hahn“ zu erlangen.
Dem modernen Trend anonymer Bestattungen mögen Rainer Henne und der Kirchenvorstand jedoch nur bedingt nachkommen: „Wir haben uns schon bei dem Urnenfeld für eine halbanonyme Variante entschieden.“ Ebenso wie dort soll später eine Namenstafel darauf hinweisen, wer unter den Bäumen bestattet wurde.