Neue Wahlbezirke für den Kirchenkreistag

Gute Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamtlichen: Friedrich Engeling (links), Vorsitzender des Kirchenkreistages und Superintendent Martin Bergau. (Foto: Oliver Krebs)

Ludwig-Harms-Gemeinde und St. Petri müssen kooperieren

LANGENHAGEN/BURGWEDEL/WETTMAR (r/ok). Es war eine dicke Kröte, die die Mitglieder des Kirchenkreistages da schlucken mussten, am Ende einer engagierten Diskussion aber gab es doch eine deutliche Mehrheit: Nach einem Beschluss der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers müssen für die Besetzung des Kirchenkreistages Wahlbezirke gebildet werden. Bislang entsendete jede Kirchengemeinde in eigener Verantwortung Haupt- und Ehrenamtliche in das Gremium, das so etwas wie das Parlament des Kirchenkreises ist; seit der Änderung des Kirchengesetzes Ende 2011 müssen sich nun kleinere Gemeinden mit größeren verständigen. Hintergrund für die Gesetzesänderung ist nach Auskunft von Friedrich Engeling, Vorsitzender des Kirchenkreistages, die Entwicklung hin zu sehr großen Kirchenkreistagen: Bis zu 150 Mitglieder umfassen die Gremien mancherorts, etwa im südlichen Niedersachsen hat es diese Entwicklung gegeben. Ein Wunsch der Synode war es darüber hinaus, das Ehrenamt zu stärken – so entsendet nicht mehr jede Gemeinde Pastor oder Pastorin in den Kirchenkreistag, sondern wird dort in bestimmten Fällen nur durch Ehrenamtliche vertreten.
Für den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen hat der Kirchenkreisvorstand ein Modell entwickelt, das auf lokale Gegebenheiten Rücksicht nimmt; dennoch gab es beim Kirchenkreistag deutliche Kritik an den Vorgaben der Landeskirche. So ist es für manche Gemeinden sicher nicht leicht zu akzeptieren, dass sie nicht mehr Pastor oder Pastorin in den Kirchenkreistag entsenden können, darüber hinaus muss die Zusammenarbeit auch da organisiert werden, wo sie nicht in Ruhe gewachsen ist. Ganz konkret müssen sich die Kirchengemeinden St. Petri in Burgwedel und Ludwig-Harms in Fuhrberg über die Besetzung des Kirchenkreistages verständigen; gemeinsam stehen ihnen sechs Sitze zu.
Mit der Zustimmung zur Gründung von Wahlbezirken verband der Kirchenkreistag den Wunsch, die Landessynode über die Bedenken und Schwierigkeiten vor Ort zu informieren und für die Zukunft zu einer frühzeitigeren Kommunikation aufzufordern.
Weiteres Thema des Kirchenkreistages: die Kirchenvorstandswahl im März. Friedrich Engeling freut sich über eine wachsende Wahlbeteiligung von etwa einem Prozentpunkt auf 18,5 Prozent bei einer zurückgehenden Zahl an Kirchenmitgliedern. Das Durchschnittsalter bei den gewählten Kirchenvorstandsmitgliedern liege jetzt bei 50,1 Jahren, bei den Berufenen bei 47 Jahren. Engeling: „Neun der 161 Mitglieder der Gemeindeparlamente sind sogar unter 27 Jahren alt." 
Im Jahr der Kirchenmusik lobt der Sprengel Hannover Orgelstipendien für Jugendliche aber auch Erwachsene aus. Bedarf ist immer da, gute Voraussetzung ist das Klavierspiel. Bewerbungen bitte an Kreiskantor Christian Conradi unter den Telefonnummern (05139) 2 71 57, (05139) 8 85 92 oder unter kreiskantor@online.de. Außerdem ist es möglich, sich bis Ende Juni an die jeweilige Superintendentur zu wenden.
Über die schulnahe Jugendarbeit und damit verbundene Projekte berichtete Diakonin Anna Thumser, deren Vollzeitstelle – ein Modellversuch in der Landeskirche – gerade bis 2016 verlängert worden ist.
Stichwort Bauprojekte: Seine Schatten voraus wirft der Neubau eines Gemeindehauses in Wettmar auf höchstem energetischen Niveau, der im kommenden Jahr über die Bühne gegangen sein soll. Insgesamt 300.000 Euro werden dafür in die Hand genommen; die Finanzierung wird etwa jeweils zu einem Drittel aus Mitteln der Landeskirche, des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen sowie aus Spenden der St.-Marcus-Gemeinde Wettmar getragen.