Neue Rettungstaktik der Feuerwehr Burgwedel geprobt

Als die Feuerwehrkameraden den Motorlüfter einsetzten, war der Rauch in wenigen Minuten aus dem Stallgebäude herausgeblasen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Brandeinsatz mit zwei vermissten Personen“

WETTMAR (hhs). Am Dienstag um 18.47 Uhr wurden die Feuerwehren aus Engensen, Thönse, Oldhorst und Wettmar alarmiert. Der Sirenenalarm war echt, alles andere Übung. Als die Wehren nacheinander am Einsatzort eintrafen und die Kameraden erkannten, dass es sich um eine Übung handelte, war allen die Erleichterung anzusehen.
Als Übungslage wurde ein Brand im Reiterhof angenommen, bei dem zwei Personen vermisst wurden. Der gesamte Stallbereich und der darüber gelegene Strohboden waren durch künstlichen Rauch stark verqualmt.
Aufgrund der Schilderungen eines Anrufers wurden von der Feuerwehrleitstelle in Hannover die vier Ortsfeuerwehren alarmiert. Zur Unterstützung des Einsatzleiters war der Einsatzleitwagen der Stadt Burgwedel aus Kleinburgwedel vor Ort.
Um 18.54 Uhr erreichten die ersten Einsatzkräfte die Einsatzstelle und fanden folgende Lage vor: Zwei Handwerker wurden im Gebäude vermisst und mussten aus dem stark verrauchten und brennenden Pferdestall gerettet werden. Vor der Brandbekämpfung mussten zuerst die verschwundenen Personen im Gebäude gesucht und gerettet werden. Zu diesem Zweck wurde von den Einsatzkräften eine seit Anfang dieses Jahres neu eingeübte Einsatzvariante die „Taktische Ventilation“ eingesetzt.
Die Kameraden der Wettmarer Wehr waren als Erste am Einsatzort. Schnell legten sie eine Schlauchleitung zum qualmenden Stall. Der Auftrag lautete, die beiden „Handwerker“ zu retten. Die Atemschutzgeräteträger sollten den Stall wie vorgegeben belüften, aber erst, wenn die Engenser Kameraden an der Rückseite eine Tür oder ein Fenster geöffnet hatten, woraus der Rauch abziehen konnte. Das gelang innerhalb weniger Minuten.
Soweit es die Einsatzbedingungen zulassen, können bei dieser Vorgehensweise die mit schwerem Atemschutz vorgehenden Such- und Rettungstrupps mithilfe eines Motorlüfters unterstützt werden. Der künstliche Luftstrom drückt den Rauch aus dem Gebäude, wodurch sich die Sicht deutlich verbessert und so die Personensuche erleichtert. Im Ernstfall kann mit dieser Einsatztaktik auch die Lufttemperatur im Gebäude reduziert werden, sodass die Belastung sowohl bei den zu rettenden Personen wie auch der Retter gesenkt wird.
Auch der Rest der Übung gelang problemlos. Nach wenigen Minuten des Einsatzes des Motorlüfters besserte sich die Sicht im Stalls deutlich. Schnell fanden die eingesetzten Atemschutzgeräteträger die beiden vermeintlichen Verletzten und trugen sie ins Freie. Damit war die Übung beendet.
Die Zusammenarbeit der beteiligten Kräfte habe gut funktioniert, das Übungsziel sei erreicht worden. Wie üblich, gebe es auch Erkenntnisse, auf deren Hintergrund sich die beteiligten Wehren weiter optimieren und anpassen werden, so das Fazit von Wettmars Ortsbrandmeister Karsten Weigt.