Naturschutzjugend reinigt Nistkästen

Die Naturschutzjugend traf sich am Wochenende im Vogelschutzgehölz zum Reinigen der Nistkästen. Unterstützung bekamen die Kinder von Bernd Riemeier (links) und Enke Eisenberg (Zweite von rechts). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Jungen und Mädchen bereiten das Vogelschutzgehölz für die Brutsaison vor

Großburgwedel (bgp). Ein Mädchen und sechs Jungen der Naturschutzjugend (NAJU) Burgwedel-Isernhagen legten am Wochenende mit vereinten Kräften los und reinigten die Nistkästen im Vogelschutzgehölz. Dort hatten die Kinder einiges zu tun, denn „wir haben ein Überangebot an Nistmöglichkeiten“, freut sich Bernd Riemeier. Der NABU-Experte zeigte gemeinsam mit Gruppenleiterin Enke Eisenberg, wie die Nistkästen für den Vogelnachwuchs im Frühjahr am besten vorbereitet werden.
Bevor jedoch die erste Klappe am Nistkasten geöffnet wird, stattet sich die Gruppe mit Masken und Einmalhandschuhen aus. „Oft sind Kot, Staub, Zecken und Milben in den Nestern vom Vorjahr“, erklärt Bernd Riemeier den Kindern, die eine Schutzausrüstung bisher hauptsächlich von den Corona-Maßnahmen kennen.
Vorsichtig entfernt er eine Klappe und fragt in die Runde, warum die Kästen gereinigt werden sollten. „Wir wollen sie frisch machen, damit es nicht komisch riecht und die Vögel dann dort brüten“, stellt eine neunjährige Teilnehmerin fest. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie kümmert sich auch im heimischen Garten um Nistmöglichkeiten für Wildvögel, die sie häufig beobachtet.
Am zweiten Nistkasten löst die Gruppe das Rätsel um den Bewohner gemeinsam mit dem Experten: „Hier wohnt normalerweise ein Baumläufer.“ Dieser Vogel habe die Eigenschaft, am Fuß des Baumes zu landen und dann den Stamm nach oben zu laufen, so Bernd Riemeier. In den Kästen finden sich erstaunliche Inhalte, neben Haaren, Moos und Laub auch zernagtes Holz, denn ab und zu werde so ein Nistkasten auch von Mäusen als Übernachtungsmöglichkeit genutzt, lässt der Naturschützer wissen.
Zwischendurch packt die Kinder der Bewegungsdrang: Sie legen eine kurze Pause vom Zuhören ein, um gemeinsam mit Enke Eisenberg einen morschen Baum umzuknicken, damit er niemandem auf den Kopf fällt.
Danach geht es weiter auf der Nistkastenrunde über Baumstämme und dorniges Brombeergestrüpp. Wer möchte, darf mit einer kleinen Handharke vorsichtig das alte Material entfernen und mit der Bürste nachfegen. Sorgsam werden die Kästen wieder verschlossen. So können die Vögel vor Mardern und anderen kleinen Raubtieren geschützt im Frühjahr ihr Brutgeschäft aufnehmen.
Nebenbei kämpfen die Kinder mit Stöckern oder schnippen Steine auf die spiegelnde
Wasseroberfläche des Tümpels im Vogelschutzgehölz. Sie genießen offensichtlich die Auszeit in der Natur, die sie für einen Augenblick Corona vergessen und einfach nur Kind sein lässt.