Naturschutzbund lädt zur „Stunde der Gartenvögel“

Ein Vogel, der wieder sehr häufig gemeldet werden wird: Die Kohlmeise. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Buchfinken brüten häufig gesellig, beinahe in kleinen Kolonien. Sie fühlen sich besonders wohl, wenn in der Nähe ihre Brutplatzes hohe Bäume stehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Die nächste Mitmachaktion findet vom 13. bis 15. Mai statt

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Vögel aus der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen, dabei tolle Preise gewinnen und die Kenntnisse über die heimische Vogelwelt steigern – all das vereint die Aktion „Stunde der Gartenvögel“, die der NABU in diesem Jahr in der Zeit vom 13. bis 15. Mai veranstaltet. Dabei sind Vogelfreunde quer durch die Republik aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel zu notieren und dem NABU zu melden. Wer mitmacht, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. (
Mitmachen kann eigentlich jeder, in jedem Garten, auf jedem Balkon oder auch im Park. Wer die heimische Vogelwelt nicht allein, sondern in einer Gruppe von Vogelliebhabern und unter fachkundiger Führung eines NABU-Experten kennen lernen möchten, kann an einer der zahlreichen Gartenvogelführung teilnehmen. Wie zum Beispiel am Sonntag, 30. April, wenn sich der NABU Burgwedel/Isernhagen zur Vogelbeobachtung auf dem Golplatz in Engensen trifft.
Warum ruft der NABU zu einer Stunde der Gartenvögel auf? Warum findet die Stunde der Gartenvögel im Frühjahr statt? Der Beobachtungszeitraum umfasst drei Tage an einem Wochenende, damit möglichst viele Naturfreunde daran teinehmen können und sich an diesem Tag für eine Stunde dem faszinierenden Hobby der Vogelbeobachtung widemen können. das Frühjahr hat sich als eine gute Zeit dafür erwiesen, denn die Zugvögel sind jetzt aus ihrem Winterquartier zurücvk und beo Partner- und Nahrungssuche gut zu beobachten.
Dieser vom NABU erhoffte Masseneinsatz in Sachen Natur hat seinen Sinn: (Sobald alle Ergebnisse eingegangen sind, erstellen die Naturschützer eine bundesweite Auswertung nach Vogelarten, Bestandszahlen und Beobachtungsorten.(( Daraus lasswen sich Antworten auf Fragen ableiten, warum man in dieser Beobachtunsstunde weniger Gartenvögel gesehen hat als sonst, welche Vogelart nimmt in ihrem Bestand zu oder ab. Die Auswertung für die Stunde der Gartenvögel 2010 ergab teilweise überraschende Ergebnisse. So nimmt die Zahl der Spatzen kontinuierlich ab, was sich mittlerweile auch in den Spatzenhochburgen im Nordosten der Bundesrepublik bemerkbar macht. „In Berlin wurden rund 12 Prozent weniger Haussperlinge gezählt als 2009, in Mecklenburg-Vorpommern waren es sogar 25 Prozent weniger“, berichtete der NABU. Die Ursachen will der NABU nun näher untersuchen. (
Entwarnung gibt es hingegen bei den Grünfinken, die im Jahr zuvor in einigen Regionen mit einem Massensterben für Schlagzeilen gesorgt haben. „Die Population der Grünfinken ist stabil geblieben, bundesweit wurden sogar fünf Prozent mehr Vögel dieser Art gemeldet“, erklärte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Die Zahlen dokumentieren zudem, dass winterempfindliche Arten wie der Zaunkönig die strengen Wintermonate gut überstanden haben. „Zaunkönige müssen demnach im letzten Jahr sehr erfolgreich gebrütet haben, nachdem bereits der vorvorige Winter zu einer stärkeren Auslese geführt hatte“, so Nipkow.(
Besonders erfreulich sind die Zahlen beim Gartenrotschwanz ausgefallen. Der südlich der Sahara überwinternde Zugvogel wurde deutschlandweit etwa doppelt so häufig gemeldet wie im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs stellten die Vogelfreunde in Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen fest, wo der Gartenrotschwanz teilweise auf der Roten Liste gefährdeter Vogelarten steht.:
(Je mehr Menschen an der Stunde der Gartenvögel teilnehmen, desto präziser werden die Ergebnisse. So werden individuelle Fehler minimiert. Einige Teilnehmer werden weniger Vögel sehen als der tatsächlichen mittlere Vogeldichte in diesem Gebiet entspricht, andere werden mehr Vögel beobachten. So werden sich die Zählungen ausgleichen und einen repräsentativen Überblick über die Verbreitung unserer Gartenvögel bieten.(
(Ziel der Aktion ist ein deutschlandweites und möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern vielmehr darum, Anteile und Trends von Populationen zu ermitteln. Damit dieser Anteil repräsentativ ist, sollen die Populationsdaten über mehrere Jahre verglichen werden. So werden neue Kenntnisse zur Entwicklung einzelner Vogelarten sowie zu regionalen Unterschieden gewonnen.((
Mitmachen lohnt sich: 2011 gibt es als Hauptpreise ein Leica-Fernglas, ein strahlungsarmes Handy und Einkaufsgutscheine zu gewinnen. Mit im Topf sind zahlreiche DVDs, Nistkästen, Solarladegeräte und Bestimmungsbücher, außerdem Klingeltöne für alle, die ihre Vögel online melden.
Unter „NABU.de“ kann sich jeder Anfänger im Geschäft der Vogelbestimmung eine sogenannte Vogelbestimmungshilfe herunterladen, ebenso wie einen Meldebogen für die Ergebnisse. Hier findet sich die Telefonnummer, unter der die Ergebnisse kostenfrei weitergegeben werden können.